12.06.2020

COOEE-Alpin-Hotel im Lungau ist insolvent

Die von Rainer Schönfelder gegründete Idee von leistbarem Urlaub für die ganze Familie ist in Zederhaus nicht aufgegangen. Schweren Herzens musste jetzt der Gang zum Konkursrichter angetreten werden.

Die COOEE alpin Designhotels in St. Johann/Tirol und Gosau haben vor der Corona-Krise floriert und liegen mit ihrem Konzept für leistbaren Urlaub jetzt erst recht im Trend. In Bad Kleinkirchheim wird schon das nächste Hotel der Unternehmensgruppe von Rainer Schönfelder gebaut. Für den Standort Zederhaus im Lungau muss jetzt allerdings in Folge der Corona-Auswirkungen Insolvenz angemeldet werden. „Wir haben 2016 ein schwieriges Erbe übernommen, viel investiert und alles versucht, um auch dieses Hotel ins Prosperieren zu bringen. Das ist leider trotz aller Bemühungen nicht gelungen. Und die Corona-Situation bewirkt nun bedauerlicherweise, dass die Insolvenz für Zederhaus unausweichlich ist“, sagt Rainer Schönfelder.

Alles versucht, Insolvenz dennoch unausweichlich

Eine erhebliche Überschreitung der Baukosten durch frühere Projektabwicklungspartner bescherte als Altlast schon bei der Eröffnung einen schwierigen Start und machte immer wieder zusätzliche Kapitalzuschüsse durch die Eigentümer erforderlich: durch die „You Will Like it“-Gruppe von Rainer Schönfelder und seinem Partner Thomas Schmid. Analog zu den anderen Standorten setzte man auch in Zederhaus auf enge Kooperation mit Gemeinde und Land, sowie auf dasselbe Management-Setup wie in den anderen Betrieben. Schönfelder und sein Partner Schmid investierten seit 2016 zusätzlich insgesamt mehr als 2 Millionen Euro, um den Betrieb und den Finanzierungskredit für das „Alpincenter Zederhaus“ in Höhe von 4,5 Millionen Euro zu bedienen. Rainer Schönfelder: „Unsere Hoffnung, über den Skitouren-Tourismus einen Impuls für die Region setzen zu können, hat sich leider nicht erfüllt. Wir hatten zwar eine gute Auslastung, allerdings ist die Frequenz im Haus primär über Tagestouristen und Reisegruppen entstanden, was die Bewirtschaftung und Preisgestaltung wesentlich schwieriger macht und dafür ist unser Konzept einfach nicht ausgelegt.“

Corona beschleunigte den Prozess

„In einer Phase, wo die Corona-Maßnahmen und ihre wirtschaftlichen Folgen ohnehin die komplette Tourismusbranche vor existenzielle Herausforderungen stellen würden, käme man mit einem ‚Sorgenkind‘ wie dem Hotel in Zederhaus schneller an die Grenzen“, so Schönfelder. „Irgendwann muss man sich eingestehen: Es geht so nicht mehr! Dieser Punkt ist jetzt erreicht: Die sich anhäufenden Verluste plus die Effekte der Corona-Pandemie lassen einfach keine positive Fortbestandsprognose zu – bei Verbindlichkeiten von 4,8 Millionen Euro ist es mit unserem Konzept nicht möglich, den Betrieb wirtschaftlich sinnvoll weiterzuführen. Das tut natürlich weh. Andererseits können wir uns nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben. In einer prekären Situation wie jetzt wäre es unverantwortlich, wegen eines Standorts den Rest eines florierenden Unternehmens zu gefährden, das sich gut entwickelt und mit dem wir für die Zeit nach Corona und die Ära kostengünstigen Urlaubs daheim optimal positioniert sind.“

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