09.06.2021

Cool-Climate-Juwelen funkeln im Norden

„Cool Climate“-Bedingungen bekommen in Zeiten der Klimaerwärmung eine völlig neue Bedeutung. Elf „Nordwein“-Winzer haben das erkannt.

Elf Winzerinnen und Winzer bündeln als „Nordwein Österreich Weingüter“ ihre Kräfte, um sich mit Enthusiasmus für ihre Heimat – das Gebiet rund um Retz im nördlichen Weinviertel und damit nördlichste Weinbauzone Österreichs – zu engagieren. Mit dem Motto „Cool Climate Region“ verdichten sie ihre Botschaft auf einen einzigartigen Aspekt der natürlichen weinbaulichen Bedingungen ihrer Herkunft.

Natürlich schmecken die Weine des Nordens nicht anders als vor ein paar Jahren. Aber die Bedingungen ändern sich, wenn auch langsam aber zumindest nachhaltig. Attribute wie große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die für feine Würze und prächtig schillernde Buketts verantwortlich sind, treten in den Vordergrund. Diese Typizitäten zu betonen, dafür tritt die Nordwein-Gemeinschaft an. Ein repräsentatives Verkostungs-Panel wurde Anfang Mai online unter die Lupe genommen. Hier ein paar Kostnotizen.

GV Weingut Bauer: schöner Duft nach grünen Äpfeln, harmonisch jedoch straffer Körper am Gaumen, Fruchtnoten nach Melone, extraktreich, insgesamt ein stolzer Kraftlackel;

GV Weingut Gruber: zarte, verhaltene Aromen in der Nase nach Blumen, Kernobst, am Gaumen säurebetont, die die Fruchtnoten übertönen, kurz im Abgang;

GV Weingut Hebenstreit Reserve: im Glas deutliche Noten nach Birne und Quitte, mineralischer Antritt auf der Zunge, gut gebautes Wechselspiel zwischen Säure und Reife, schöner Körper, der sich angenehm in die Länge zieht;

GV Weingut Hindler: schönes Fruchtspiel im Bukett nach Marille, Pfirsich, Zitrone; rassige Attacke am Gaumen und mittlere Länge im Abgang, ideal zu gebackenem Camembert oder Emmentaler;

GV Weingut Pollerhof: im Duft etwas kalter Rauch, Feuerstein, zarte Holundernoten, tritt sehr juvenil auf die Zunge, schmeichelt verspielt mit Fruchtnoten, am Ende eher kurz;

GV Weingut Prechtl: schönes Bukett mit Apfel-, Marille- und Stachelbeernoten, perfekt gebauter Körper mit blitzsauberer Stilistik und einem glänzenden Strahl bis in den Rachen;

GV Weingut Pröglhof: klares Pfefferl im Duft, Wildkräuternote, etwas Honigmelone, spürbare Mineralik, schöne Frucht und leichtes Schmalzerl am Gaumen und trotzdem sehr dezent, eher mittellang;

GV Weingut Rücker: verhaltene Nase, etwas Heu, grüne Birne, am Gaumen etwas desparate Säure, die neben den Fruchtnoten steht;

GV Weingut Seher: in der Nase Holunderblüten, Mango und Papaya, unverbindlicher, mittlerer Körper am Gaumen, perfekter Terrassenwein, der ohne nachzudenken eine kurzweilige Wohltat ist;

GV Weingut Studeny: ruhiger Duft, leichtwürziges Pfefferl, angenehmer Antritt auf der Zunge, schön zu trinken mit einem leichten Bitterl im Abgang;

GV Weinhof Uibel: etwas Nitro, Zimt, Apfelkompott in der Nase, fruchtig am Gaumen mit Apfelmus-Tönen und mittlerer Länge.

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