01.07.2020

Corona-Tests im Tourismus nun österreichweit

Das österreichweite Corona-Testprogramm für den Tourismus steht nun allen Mitarbeitern von Tourismusbetrieben, die Gästekontakt haben, zur Verfügung. Die Kosten übernimmt der Bund, bis Jahresende werden dafür 150 Millionen Euro bereitgestellt. Die Informationen dazu lesen Sie hier.

„Durch gute Zusammenarbeit zwischen den Beherbergungsbetrieben, den regionalen Tourismusverbänden und den teilnehmenden Laboreinrichtungen erreichen wir optimale Rahmenbedingungen für einen reibungslosen Test-Ablauf“, betont Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Die Aktion helfe dabei, den Urlaubs- und Tourismusstandort Österreich zu stärken. 

Wer kann sich testen lassen?

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem aufrechten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis
  • Inhaberinnen und Inhaber mit Kundenkontakt
  • Dienstleister im gewerblichen Beherbergungsbetrieb mit Kundenkontakt (z.B. Masseure, Schwimmtrainer etc.) 

Wie oft kann man sich testen lassen?

  • Gefördert wird ein Test pro Kalenderwoche von Anfang Juli bis vorerst 31. Oktober 2020 (Ende der Sommersaison).

Wie funktionieren die Gratis-Testungen?

  •  Mitarbeiter bzw. Unternehmer entscheiden sich freiwillig für einen Test.
  • Damit der notwendige Fördervertrag mit dem Bund zustande kommen kann, muss auf www.oesterreich.gv.at ein entsprechender Antrag gestellt werden. Entweder durch den einzelnen Förderungsberechtigten oder gesammelt durch den Beherbergungsbetrieb oder den Tourismusverband. Die Kosten für die Testung übernimmt der Bund. 
  • Nach erfolgreicher Antragsstellung erhalten die betreffenden Personen einen QR-Code als Bestätigung.
  • Danach wird zwischen dem Tourismusverband bzw. dem Beherbergungsbetrieb und einem Labor die Durchführung der Testungen und ein Termin vereinbart.
  • Bei der Abstrichnahme muss der persönliche QR-Code gemeinsam mit einem Lichtbildausweis vorgelegt werden.
  • Die Abstrichnahme kann im Labor oder mobil stattfinden – etwa vor Ort im Beherbergungsbetrieb oder auch bei einem niedergelassenen Arzt
  • Die Abrechnung erfolgt zwischen dem Labor und dem Bund. Für Mitarbeiter, Betriebe oder Tourismusverbände entstehen keine Kosten.
  • Das Labor informiert die Personen über das Testergebnis, wenn diese das wünschen. 
  • Bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses ordnet die zuständige Gesundheitsbehörde eine Isolierung der erkrankten Person an. Zusätzlich werden die Kontaktpersonen eruiert, informiert und es kann je nach Situation beispielsweise eine Quarantäne angeordnet werden. Der infizierte Beschäftigte hat umgehend auch den Arbeitgeber darüber zu informieren.
  • Das Testergebnis soll sehr rasch vorliegen, nämlich innerhalb von 48 Stunden. Ist jemand Covid-19-positiv, ist die Gesundheitsbehörde für das weitere Vorgehen zuständig. Außerdem wird dieses Ergebnis automatisch ins Epidemiologischen Meldesystem (EMS) eingespeist.

Ein Recht auf den Test

Für die arbeitsrechtlichen Belange wird die Wirtschaftskammer via Infoblatt informieren. De facto haben Mitarbeiter aber ein Recht auf die Durchführung des PCR-Tests in der Arbeitszeit, sagte Susanne Kraus-Winkler, Obfrau im Fachverband Hotellerie. Ob ein Fahrtkostenersatz auch zusteht, sei noch die große Frage und hänge auch von der Nähe des Betriebs zum Labor ab. Die Teststrategie bedeute jedenfalls keine Bürokratie für Betriebe und Mitarbeiter. Betriebssperren sollen nur dann erfolgen, "wenn es wirklich notwendig ist", sagte Kraus-Winkler.

"Wir hoffen, dass so viele Betriebe wie möglich mitmachen, wir haben das Programm so breit wie möglich aufgestellt", meinte Tourismusministerin Köstinger. Ziel sei, dass "in der Hauptsaison rund 70 bis 80 Prozent der Betriebe teilnehmen". Damit will das Tourismusland Österreich versuchen, "maximale Sicherheit für Gäste und ein möglichst unbeschwertes Urlaubserlebnis sicherzustellen", sagte die Ministerin. Das Programm sei "einzigartig weltweit", es gebe bereits Anfragen aus anderen Tourismusregionen.

Vorbereitung für Herbst- und Wintersaison

Die Tourismus-Teststrategie auch eine "Überlebensversicherung für die Herbst- und Wintersaison", sagte die Ministerin. Denn spätestens dann halten sich wieder viele in geschlossenen Räumen auf, wo eine Ansteckung wahrscheinlicher als im Freien ist.

Das vorhergegangene Pilotprojekt wurde zunächst in fünf Regionen - Montafon (Vorarlberg), Wilder Kaiser (Tirol), Wachau (Niederösterreich), Spielberg (Steiermark) und Wörthersee (Kärnten) - sowie in weiterer Folge auch in Wagrain-Kleinarl durchgeführt. 5.000 Tourismusmitarbeiter wurden getestet - vier waren Covid-19-positiv.

Detailinformationen unter www.sichere-gastfreundschaft.at/beherbergung

(Red/APA)

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