23.03.2022

Coworkation birgt hohes Potenzial für Alpendestinationen

Eine erste alpenweiten Erhebung zu Coworkation und Coworking zeigt viele Chancen für Destinationen auf – auch eine mögliche Lösung zur Leerstands-Thematik in den Gemeinden. 

Die Studie, die im Auftrag des Vereins CoworkationALPS durchgeführt wurde, zeigt auf, dass 60 % der befragten Arbeitnehmer sich vorstellen können, eine Coworkation (die Kombination aus „Coworking“ und „Vacation“) zu machen. 90 % der Arbeitnehmer und 86 % der Unternehmen würden den Alpenraum als Zieldestination für Coworkation auswählen. Auch die bisherigen Erfahrungen der Befragten mit der Kombination aus Urlaub und gemeinsamem Arbeiten sind überwiegend positiv.

Im gesamten Alpenraum – vor allem in Norditalien – ist die Bekanntheit und Bereitschaft für Coworkation groß. Die Hauptmotive der Berufstätigen sind in erster Linie Austausch und Inspiration, sowie das Ausbrechen aus dem Alltag und eine Steigerung der Motivation. Voraussetzung für das Angebot von Coworkation sind aus Unternehmensperspektive verschiedene Aspekte: Eine passende technische Infrastruktur vor Ort mit zuverlässiger Internetanbindung, die arbeitsrechtliche Absicherung und die klare Absprache zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitenden. Einer Verbindung von klassischen Geschäftsreisen und MICE-Angeboten mit einer Coworkation stehen die Unternehmen grundsätzlich offen gegenüber, mehr als 80 % können sich die Verknüpfung vorstellen. 

Leerstandproblem beheben

Coworkation bietet neben Abwechslung im Arbeitsalltag und der Integration von New Work auch eine Perspektive für ländliche Regionen. So können leerstehende Gebäude effizient genutzt werden und Tourismusbetriebe ihre Räumlichkeiten auch in der Nebensaison anbieten. Der Verein CoworkationALPS dient dabei als Plattform zur Vernetzung von Anbietern, Unternehmen und Arbeitnehmern.

„Tourismusanbieter rivalisieren um ein begrenztes Zeitbudget pro Jahr. Coworkation ist prinzipiell ein ‚365 Tage-Ding‘– somit ergibt sich das Marktpotenzial allein schon mathematisch. Coworkationists spüren eine stärkere Verortung und fordern weniger Perfektion. Es geht ihnen mehr um Gemeinschaft, also weg vom schnellen Konsum von Freizeiträumen hin zu integrativen Formen temporären Zusammenlebens“, ergänzt Georg Gasteiger, Inhaber des Mesnerhof-C in Steinberg in Tirol und Mitglied von CoworkationALPS.

Die Studienautoren Jurriën Dikken vom Europäischen Tourismus Institut (ETI) und Verena Feyock von St. Elmo‘s Tourismusmarketing betonen: „Vor allem ländliche Gebiete mit der Möglichkeit, Zeit in der Natur zu verbringen, sind sehr gefragt. Eine Coworkation bringt somit Vorteile für alle Beteiligten mit sich.“

Studienhintergründe

Die Studie ist die erste alpenweite Erhebung zu Potentialen von Coworkation wurde von der  Tourismusmarketingagentur Saint Elmo’s und des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) im Auftrag des Vereins CoworkationALPS e.V. durchgeführt. Im Zeitraum von Mitte November bis Anfang Dezember 2021 wurde eine Online-Panel-Befragung in der deutschsprachigen Bevölkerung und in deutschsprachigen Unternehmen im D-A-CH-Raum sowie in Norditalien durchgeführt. Es wurden 2.728 Berufstätige, deren Arbeit nicht ortsgebunden ist, befragt. Das entspricht etwa 92 % aller Berufstätigen der Zielgruppe. 676 Unternehmen, deren Arbeitnehmer ortsunabhängig arbeiten können, wurden ebenso befragt.  Weitere Partner der Studie sind die Standortagentur Tirol, Tirol Werbung, SMG Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach mbH, IDM Südtirol, Allgäu GmbH und Tourismus Oberbayern München e.V.

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