21.04.2020

"Da wurde vieles absichtlich hinein interpretiert"

Der Burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erlässt eine Verordnung, die den Zugang zu den Seen massiv einschränkt, viele vom Besuch ausgrenzt. Was der Tourismuschef des Bundeslandes dazu sagt, lesen Sie hier.

Bis nach Ostern durfte sowieso niemand an die Seen, da das allgemeine Betretungsverbot bis dahin in Kraft war. Nun gehen ob einer neuen Verordnung vom burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Wogen hoch, denn bis 30. April dürfen die Bäder nur von Besitzern der Seehütten, von Fischern und zur regionalen Naherholung betreten werden. Die regionale Naherholung betrifft jedoch nur Menschen, die maximal 15 Kilometer von den Seen entfernt wohnen. Aufregung gab es in Wien, da der Neusiedlersee zu einem beliebten „Naherholungsgebiet“ zählt. Hotel & Touristik hat beim burgenländischen Tourismuschef, Hannes Anton, nachgefragt, ob das Auswirkungen auf den empfohlenen Inlandstourismus im Sommer haben könnte.

Hotel & Touristik: Herr Anton, wenn Österreicher verstärkt Urlaub im Burgenland machen sollen, was hat Ihrer Meinung nach das Betretungsverbot der Seen und Seebäder für eine Auswirkung auf das Gastgeber-Image des Bundeslandes?
Hannes Anton: Ganz Österreich lebt mit einer Ausgangsbeschränkung. Alleine die Verordnung der Bundesregierung, diese besteht schon seit 16. März regelt die Bewegungsfreiheit. In dieser Verordnung wird auch klar darauf hingewiesen, dass ausgedehnte Ausflüge zu vermeiden sind. Nachdem diese Verordnung des Bundes sehr oft nicht eingehalten wurde, haben einige Bürgermeister aufgrund der zu befürchteten Anstürme, die ja auch teilweise schon da waren, reagiert und die Strandbäder geschlossen.

Die Verordnung hat sich ja nicht gegen jemanden gerichtet, da wurde ja nur vieles absichtlich hinein interpretiert. Vielmehr dient diese Verordnung dazu Menschenleben zu schützen und sie ist auch ganz klar mit 30. April zeitlich begrenzt.

Wird man nachtragend sein?
Wir alle und damit meine ich die gesamte Bevölkerung in Österreich hat nach der Krise andere und viel größere Probleme zu lösen. Das Ziel von uns allen muss sein diese Probleme gemeinsam zu lösen um wieder in ein normales Leben eintreten zu können. Da braucht keiner auf uns beleidigt sein, es ist ja nur zum Schutz der eigenen Gesundheit eine Beschränkung erfolgt. Die Burgenländer bleiben auch nach Corona herzliche Gastgeber. Wir freuen uns selbstverständlich auf jeden einzelnen Gast, das war immer so und so wird es auch bleiben!      

Haben Sie diese Entscheidung mitgetragen?
Verordnungen werden direkt in der Landesregierung und dort von den zuständigen Abteilungen erlassen. Da hat der Burgenland Tourismus keinen Einfluss darauf.

Herr Anton, danke für das Gespräch.

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