17.11.2020

„Das Geld war innerhalb einer Woche da“

Wie funktioniert der Umsatzersatz für den verordneten zweiten Shutdown in der Gastronomie? Stammgast.Online befragte den Salzburger Gastronomen Ernst Pühringer.

„Es war am Freitag, dem 6. November“, erzählt Wirt Ernst Pühringer im Gespräch mit Stammgast.Online, „als ich im Radio hörte, man könne ab sofort die Anträge für den Umsatzersatz in Höhe von 80 Prozent bei FinanzOnline stellen. Ich setzte mich vor den PC rief die Seite auf und stellte meinen Antrag. Es lief alles reibungslos ab und ohne jegliche Verzögerung, was mich überraschte, weil ich mir sicher war, nicht der einzige zu sein. Am Dienstag drauf, das war der 10. November, erhielt ich eine Benachrichtigung mit dem Inhalt, mein Antrag sei angekommen, geprüft und bewilligt geworden. Mit der Auszahlung des Betrages könne ich wenigen Tagen gerechnet werden. Und ich fiel total aus allen Wolken als am Freitag, den 13. November, das Geld auf meinem Konto eingelangt ist. So stelle ich mir effiziente Krisenbewältigung vor“, zeigt sich Gastronom Pühringer im Interview mit Stammgast.Online sichtlich zufrieden.

Bearbeitung aus Auszahlung funktionieren reibungslos

Ernst Pühringer setzt nach: „Ich weiß auch von verschiedenen Kollegen aus Tirol und Salzburg Land, dass die Auszahlung reibungslos verlaufen sei. Das ist wirklich ein tolles Signal des Finanzministeriums“, so Pühringer. Der Unternehmer hatte vor der Antragstellung natürlich eine eigene Rechnung durchgeführt. Als Bemessungsgrundlage werden die Novemberumsätze von 2019 herangezogen und 80 Prozent davon berechnet. Laut meinen Aufzeichnungen stimmt es um 400 Euro nicht, aber das ist vernachlässigbar. Den rückerstatteten Betrag will Pühringer nicht nennen, aber er belief sich schon auf „mehrere hunderttausend Euro“. Als Gastronom betreibt Pühringer das Hotel-Gasthof „Hölle“ in Salzburg sowie den Gasthof Bräuwirt in Lengfelden mit rund 70 Zimmern und mehreren hundert Sitzplätzen.

Nun könnte man anmerken beim Namen Ernst Pühringer ginge es schneller oder einfacher, zumal der Unternehmer auch Wirtesprecher in der WK-Salzburg ist und somit die Interessen einer arg krisengebeutelten Branche vertritt. „Glauben Sie mir, ich habe niemanden angerufen und um Hilfe gebeten, ich hab ganz einfach den Antrag gestellt und es hat perfekt funktioniert.“

Verzögerungen sind wegen strengem Shutdown programmiert

Ob das weiterhin so reibungslos funktioniert ist fraglich. Denn mit der Verschärfung der Shutdown-Bedingungen müssen auch andere Branchen entschädigt werden. Die Antragstellung ist bis 15.12.2020 über FinanzOnline möglich. Aufgrund der Ausweitung des Lockdowns ab 17.11.2020 und der damit wohl erforderlichen Ausweitung der Lockdown-Umsatzentschädigung auf Unternehmen des Handels und der persönlichen Dienstleistung ist die Beantragung des Umsatzersatzes aufgrund von Programmierarbeiten auf FinanzOnline vorübergehend nicht möglich. Auf bereits erfolgte Beantragungen haben die technischen Anpassungen keine Auswirkungen, diese werden lt. Information der COFAG ohne Unterbrechung bearbeitet und ausbezahlt.

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