01.08.2022

Das sind die Arbeitsmarktdaten von Juli 2022

Ende Juli war die Arbeitslosigkeit in Österreich auf einem Stand von 296.647 Personen. Durch den Ukraine-Konflikt ausgelöste negative Effekte würden den weiteren Abbau von Arbeitslosigkeit laut Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher bremsen.

Die 296.647 Personen setzen sich aus arbeitslos gemeldeten Personen (235.487) sowie jenen Personen, die an Schulungsmaßnahmen des AMS teilnehmen (61.160), zusammen. Im Vergleich zu Ende Juni wird bei der Arbeitslosigkeit ein Rückgang von 1.755 Personen verzeichnet. "Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin deutlich unter Vorkrisenniveau und war zuletzt Ende Juli 2012 (285.899 ALSC) auf einem niedrigeren Stand als dieses Jahr im Juli", so Kocher. Die durch den Ukraine-Konflikt ausgelöste negative Effekte würden den weiteren Abbau von Arbeitslosigkeit jedoch verstärkt bremsen. In der Beherbergung und Gastronomie waren 21.407 Personen gemeldet, das sind um 5.429 Personen oder 20,2 % weniger als noch im Juli 2021.

Ende Juli waren beim AMS 137.826 offene Stellen gemeldet. Die Arbeitslosenquote, also der relative Anteil arbeitsloser Menschen an der erwerbsfähigen Bevölkerung, betrug Ende Juli 5,6 Prozent. 2021 lag die Quote bei 6,8 Prozent, was einem Minus von 1,2 Prozentpunkten entspricht. Bei den gemeldeten offenen Stellen lag man im Juli des Vorjahres noch bei 112.949, was eine absolute Veränderung von 24.877 Stellen sowie einen prozentuellen Anstieg von 22 Prozent bedeutet. Ende Juli des Vorkrisenjahres 2019 waren 28.559 Personen mehr beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet als aktuell, heißt es in der offiziellen Aussendung. Im selben Zeitraum des Jahres 2020 war die Arbeitslosigkeit um 135.892 Personen höher als dieses Jahr. Auch Ende Juli 2021 war die Zahl um 47.292 Personen größer als heuer. Zur Kurzarbeit waren Ende Juli 6.381 Personen vorangemeldet.

Mit einem geschätzten Plus von rund 95.000 Personen gegenüber dem Vorjahr arbeiten Ende Juli 2022 erstmals beinahe 4 Mio. (3.990.000) unselbständig Beschäftigte in unserem Land. Im Jahr 2010 waren dies noch um mehr als eine halbe Million Personen weniger.

WB-Stellenmonitor

Der Österreichische Wirtschaftsbund betreibt eigene Berechnungen hinsichtlich der offenen Stellen in Österreich und kommt dabei auf andere Daten als das Arbeitsmarktservice. Dieser zählt im Juli 268.000 offene Stellen.

Relevante Branchenergebnisse im Überblick:

  • Handel, Logistik, Verkehr: 49.862 offene Stellen
  • Büro, Marketing, Finanz, Recht, Sicherheit: 33.923 offene Stellen
  • Tourismus, Gastgewerbe, Freizeit: 32.468 offene Stellen 
  • Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation, IT: 21.444 offene Stellen
  • Medien, Grafik, Design, Druck, Kunst, Kunsthandwerk: 1.567 offene Stellen
  • Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung: 1.550 offene Stellen

Ein Blick auf die Ergebnisse lässt die angespannte Lage am Arbeitsmarkt erkennen. Spitzenreiter ist mit fast 50.000 zu vergebenen Stellen die Handels-, Logistik- und Verkehrsbranche. Dahinter reihen sich Marketing- und Bürotätigkeiten sowie Jobs im Finanz-, Rechts- und Sicherheitssektor ein, noch vor Tourismus, Gastgewerbe und Freizeit.

Der WB-Stellenmonitor ist ein Webcrawler-Programm, das Online-Stellenausschreibungen in Österreich zählt, kategorisiert und auswertet. Entwickelt wurde der Stellenmonitor von der Internetagentur Lorem ipsum web.solutions GmbH im Auftrag des Wirtschaftsbundes. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf horizont.at

(red)

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten