14.04.2020

Der Spargel wartet auf den Feldern

Die Spargelernte steht heuer im Schatten der Corona-Krise. Die Witterung hätte es gut mit dem Frühlingsgemüse gemeint.

Aber es fehlen die Erntehelfer, klagt die Landwirtschaftskammer Oberösterreich (LKOÖ). Dabei wäre die Nachfrage zwei- bis dreimal so hoch wie normalerweise um diese Zeit, so Präsidentin Michaela Langer-Weninger. Nach dem wärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn – also seit 252 Jahren – ist der Spargel heuer früh dran. Die Nachtfröste der vergangenen Wochen haben nur geringe Schäden angerichtet, die Ernteerwartungen wären also gut. Gegen Ende dieser Woche sollten größere Mengen Spargel bereit zum Stechen sein. Hinzu kommt die hohe Nachfrage, die man sich in der Kammer damit erklärt, dass zum einen kaum ausländische Ware in den Supermärkten vorhanden ist, und zum anderen, dass die Medienpräsenz des Erntehelfer-Problems dem Spargel quasi Aufmerksamkeit verschafft hat.

„Leider fehlen heuer die erforderlichen Schlüssel-Arbeitskräfte aus Osteuropa, um beim Spargel-Stechen auch die erforderliche Ernte-Qualität im bisherigen Umfang sicherstellen zu können“, so Langer-Weninger. Dieses Personal sei aber nötig, „um durch eingespielte Arbeitsabläufe für die notwendige Effizienz und Qualitätssicherung bei der Spargelernte zu sorgen“. Sowohl Agrarministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) als auch LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger sehen ein prinzipielles Einfliegen von Erntehelfern, wie etwa in Deutschland, kritisch. Ein solches steht laut Köstinger derzeit nicht im Fokus. „Unsere erste Priorität ist die Vermittlung über die Online-Plattform“, bekräftigte die Ministerin. Wenn landwirtschaftliche Betriebe Stammpersonal und Fachkräfte einfliegen wollen, dann müsse es die Branche selbst organisieren.

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