29.08.2019

Der Sturm kommt auf

Die ersten spritzig-süßen Jahrgangsvorboten sind bereits verfügbar, und bis in den Herbst hinein dürfen sich Liebhaber über die Saisonspezialität freuen.

Mit Fug und Recht kann Sturm als das letzte echte Saisonprodukt bezeichnet werden, laut Weingesetz darf er nämlich ausschließlich zwischen 1. August und 31. Dezember des jeweiligen Erntejahres in den Verkauf gehen. Auch wenn es somit von Gesetz wegen möglich wäre: Zu Silvester ist Sturm nur selten im Glas zu finden, denn seinen Höhepunkt erlebt er von der Zeit der Weinlese bis zu Martini (11. November) und gibt somit einen feinen Vorgeschmack auf den jeweiligen Jahrgang. Neben dem Doppler als klassischem „Sturm-Behälter“ finden bei besonders qualitätsbewussten Winzern vermehrt auch recyclebare Ein-Liter-Glasflaschen Verwendung.

Bunte Sortenvielfalt

Wo „Sturm“ draufsteht, ist zu 100 Prozent Österreich drin, so will es tatsächlich das Weingesetz. Verwendet werden in erster Linie früh reifende Rebsorten wie Müller-Thurgau, Frühroter Veltliner und Bouvier. Sie vereint ein milder, säurearmer Geschmack und ein feines Bukett, das bei Müller-Thurgau und Bouvier an Muskat, beim Frühroten Veltliner an Blüten erinnert. Ausgefallener geht es im Süden des Burgenlands um den Eisenberg zu, wo der Uhudlersturm beheimatet ist. Das meist pinke bis rote, nach Walderdbeeren duftende Getränk wird aus verschiedenen Sorten mit klingenden Namen wie Noah, Isabella oder Elvira verschnitten. Auch der steirische Schilchersturm sticht durch seine Farbe und seinen einzigartigen Charakter heraus. Er ist frisch, fruchtig und ur-steirisch, da die Sorte dafür, der Blaue Wildbacher, nur in der Steiermark, und dort vor allem in der Weststeiermark, wächst.

Vorsichtig lagern, lebendes Produkt

Der Sturm ist, wie der Name bereits vermuten lässt, ein lebendiges Getränk: per Definition ein sich in Gärung befindender, noch trüber Traubensaft, in dem die Hefen weiter daran arbeiten, Zucker in Alkohol umzuwandeln. Somit schmeckt frischer Sturm süßer und molliger und wird, wenn man ihn weitergären lässt, mit der Zeit trockener und kräftiger. Wichtig dabei: Während des Gärungsprozesses entsteht Kohlensäure, daher sollten Sturmflaschen nie dicht verschlossen werden, damit sie nicht bersten.

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