10.05.2022

Deutlich mehr Gastro-Insolvenzen

In der Branche Gastronomie haben seit Beginn des Jahres 160 Betriebe Insolvenz angemeldet. Das ist ein Zuwachs von 97 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 63 Pleiten verzeichnet wurden.

Die bisher bekannten Verbindlichkeiten der Gastro-Insolvenzen belaufen sich mit Stand April auf rund 11,8 Millionen Euro. Zu beachten ist allerdings, dass die Schulden nicht bei allen Insolvenzen konkret beziffert werden können. Die größte Pleite des Jahres ist bisher jene der Seeklause Gastronomiebetriebs GmbH mit Sitz in Pramet. Sie vermeldete Außenstände in der Höhe von 1,1 Millionen Euro.

Insolvenzen betrafen 149 Restaurants und Cafés, zwei Caterer sowie neun Bars und Discotheken. Insgesamt sind laut Daten des KSV1870 seit Jahresbeginn 516 Gläubiger und 409 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. 53 Insolvenzen sind in Wien erfasst worden, 26 Insolvenzen wurden für Oberösterreich vermerkt, in Tirol steht man bei 20 Insolvenzen, in Niederösterreich gab es 19 Insolvenzen, 18 Insolvenzen wurden in der Steiermark vermeldet, neun Betriebe meldeten in Salzburg Insolvenz an, sechs Fälle zählt man in Kärnten, in Vorarlberg sind fünf Unternehmen betroffen und vier Pleiten werden im Burgenland registriert.

2,2 Millionen Euro stehen in Wien unterm Strich, die Forderungen in Salzburg liegen in der Höhe von 2 Millionen Euro, 2 Millionen Euro sind in Oberösterreich ausständig, in Tirol betragen die Außenstände 1,8 Millionen Euro, 1,7 Millionen Euro Passiva wurden in Niederösterreich vermeldet, in der Steiermark sind 1,3 Millionen Euro offen, auf 537.043 Euro belaufen sich die offenen Beträge in Kärnten, für Vorarlberg sind vorerst 283.000 Euro an Verbindlichkeiten ausgewiesen und 10.000 Euro sind im Burgenland offen.

Insolvenzen generell wieder auf Vorkrisenniveau 

Im 1. Quartal 2022 wurden laut vorläufigen Zahlen von Statistik Austria 1.050 Insolvenzen gezählt. Gegenüber den ersten drei Monaten des Vorjahres, in denen 483 Insolvenzen verzeichnet wurden, entspricht das einem Anstieg von rund 117%. Damit liegt die Zahl der Insolvenzen wieder auf dem Vor-Corona-Niveau vom 1. Quartal 2020 mit 1.118 Insolvenzen. Im Jahr 2021 gab es insgesamt 3.017 Insolvenzen, ähnlich viele wie im ersten Pandemiejahr (2020: 2.993). Die meisten Insolvenzen im 1. Quartal 2022 gab es bei den Finanzdienstleistungen/sonstigen Dienstleistungen (245), im Handel (204), im Bau (173). 

"Nachdem in der zweiten Jahreshälfte die Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung wieder in Kraft getreten ist und ein Großteil der staatlichen Corona-Hilfen für Unternehmen auslief, hat sich bereits zu Jahresende 2021 ein gewisser Nachholeffekt bei den Insolvenzen gezeigt", erklärt Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. "Im 1. Quartal 2022 haben sich die Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahr nun mehr als verdoppelt und liegen damit wieder auf Vor-Corona-Niveau", so Thomas weiter.

Im Gesamtjahr 2021 wurden 69.669 Registrierungen rechtlicher Einheiten gezählt, rund 12% mehr als im Jahr 2020 (62.454 Registrierungen). Stärkere Rückgänge im 1. Quartal 2022 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres waren insbesondere in den Bereichen Handel (-47%), persönliche Dienstleistungen (-41%) und bei Finanzdienstleistungen/sonstigen Dienstleistungen (-38%) zu verzeichnen.

(APA, Red)

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