23.04.2020

Deutschland senkt bereits die Steuern

Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie wird – befristet auf ein Jahr – von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Der Druck auf Österreichs Gastronomie verstärkt sich dadurch.

Die Spitzen der großen Koalition in Deutschland wollen wegen der Corona-Krise die Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 auf den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent senken. Bisher gilt für Speisen, die in einem Restaurant, einem Café oder einer Bar verzehrt werden, ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Für Gerichte, die der Gast mitnimmt oder nach Hause bestellt, fallen in der Regel nur 7 Prozent an. Nun soll generell ein Satz von 7 Prozent gelten. Experten beziffern die Erleichterungen für die deutschen Wirte mit bis zu vier Milliarden Euro.

Dem DEHOGA Bundesverband geht diese Maßnahme nicht weit genug und besteht auf ein sofortiges Rettungspaket für das Gastgewerbe „Unsere Betriebe waren die ersten, die geschlossen wurden, und sind nun die letzten, die wieder öffnen dürfen“, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. „Umso wichtiger ist jetzt ein sofortiges Rettungspaket für die Branche, wie wir es von Beginn an gefordert haben“, sagt Zöllick. Nur so ließen sich eine Pleitewelle nie gekannten Ausmaßes und Massenarbeitslosigkeit verhindern.

In Österreich hingegen ist weder von einer Steuersenkung noch von einem speziell für Branche aufgelegten Hilfspaket die Rede. Wobei die Bedingungen die gleichen sind: null Einnahmen und massive Kosten. Wenn nun auch noch der Steuervorteil bei den deutschen Wirtekollegen schlagend wird, befinden sich heimische Gastronomen einmal mehr in der Bredouille.

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten