12.11.2021

Deutschland stuft Österreich als Risikoland ein

Deutsche Gäste, die in Österreich Urlaub machen, müssen ab 14. November 2021 bei der Heimfahrt neue Einreisebestimmungen beachten. Für geimpfte Gäste bedeutet die Reisewarnung keine neuen Einschränkungen. 

Der Unterschied zum Vorjahr ist, dass die Reisewarnungen heuer keine Einschränkungen für geimpfte Gäste bringen. „Wer geimpft ist, kann jederzeit einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich verbringen“, so Tourismusministerin Elisabeth Köstinger in einer ersten Reaktion. „Österreich tut alles dafür, um so rasch wie möglich wieder von der Liste der Hochrisikostaaten gestrichen zu werden. Mit der Einführung der 2G-Regel für weite Teile des Lebens und weiteren Schutzmaßnahmen haben wir dafür die Grundlage geschaffen.

Die neuen Einreisebestimmungen 

  • Die Reiseeinschränkungen werden in erster Linie für ungeimpfte Gäste gelten. 
     
  • Einreisende sowie Reiserückkehrer aus einem Hochrisikogebiet müssen sich vorab über www.einreisemeldung.de anmelden und ihren gültigen 3-G-Nachweis über dieses Portal hochladen. 
     
  • Bei der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet müssen getestete Personen verpflichtend eine zehntägige Quarantäne antreten – diese kann nach dem fünften Tag durch ein „Freitesten“ beendet werden. Geimpfte und Genesene sind von dieser verpflichtenden Quarantäne ausgenommen. Geimpfte- und genesene Gäste aus Deutschland können dementsprechend weiterhin ihren Urlaub in Österreich verbringen, ohne bei der Rückkehr eine Quarantäne antreten zu müssen.
     
  • Kinder unter 12 Jahren müssen sich – im Gegensatz zur Regelung in Österreich – immer in eine fünftägige Quarantäne begeben, unabhängig davon, welche Maßnahmen für die Eltern gelten. Diese Regelung ist für Österreich problematisch. Laut einer aktuellen Umfrage der Österreich Werbung machen Familien mit Kindern unter 12 Jahren knapp 22 Prozent unserer deutschen Gäste aus. Für 78 Prozent der Urlauber dürfte diese Regelung Deutschlands geringe Auswirkungen haben.

Die positive Nachricht ist, die Einführung der 2-G-Regel zeigt anscheinend Wirkung, die Zahl der täglichen Impfungen hat sich verdreifacht. Die Auswirkung wird allerdings erst in Wochen zu bemerken sein. Der Großteil der Reisenden ist bereits geimpft: laut einer Umfrage der Österreich Werbung sind allein in Deutschland rund 83 Prozent jener Menschen, die einen Urlaub in Österreich planen, vollständig immunisiert. Neben Österreich wurden übrigens auch Tschechien und Ungarn als Risikoland eingestuft.

Kritik an der Politik von Branchenvertretern

„Diese Reisewarnung ist eine atmosphärische Katastrophe“, sagte Hoteliervereinigung-Präsidentin Michaela Reitterer. WKÖ-Hotellerieobfrau Susanne Kraus-Winkler kritisiert den „Eiertanz der Politik“. Infektiologen hätten rechtzeitig vorgewarnt – und es sei sogar noch schlimmer gekommen, sagte die Branchensprecherin mit Blick auf die explodierenden Coronainzidenzen zur APA. „Die Dynamik der Inzidenzzahlen und die Planlosigkeit der Politik macht alle fertig“, umriss die Hotelière die Stimmung in der Branche. „Es ist ein Desaster - es ist eine totale Verunsicherung da, die äußert sich in großer Enttäuschung mit der Politik.“

Dass die Regeln für Geimpfte deutlich weniger strikt sind, wird nur zum Teil helfen, betont man in der ÖHV. „Es geht um die Stimmung – und es verunsichert jeden, auch der geimpft ist“, so Michaela Reitterer. Bisher hätten die hohen Coronafallzahlen in Österreich noch zu keiner Stornowelle unter den Urlaubern geführt. „Wir haben ohnehin 2G in den Hotels, bei uns buchen nur Geimpfte und Genesene", betonte die ÖHV-Präsidentin. „Wir wollen einen Winter haben, wir sind gut darauf vorbereitet“, sorgt sich die Touristikerin um das Geschäft. 

Von der Opposition kam Kritik an der türkis-grünen Bundesregierung. Die FPÖ meinte, die Regierung habe erneut mit ihren falschen Maßnahmen kläglich versagt. Laut NEOS müssten es nun wieder Unternehmen und Mittelstand ausbaden, weil es die Regierung nicht geschafft habe, die Menschen zum Impfen zu bewegen. Die SPÖ monierte, dass es im Tourismusbudget keinen Cent für coronabedingten Einnahmenentfall gebe. Aus der Branche kamen erste Rufe nach weiteren staatlichen Hilfen.

(Thomas Schweighofer; APA)

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