20.09.2020

"Die Chance auf nachhaltigen Nutzen"

Der Wörthersee war diesen Sommer ein Sehnsuchtsziel, selbst für jene, die es sonst noch weiter in den Süden zieht. Julia und Constantin von Deines, Gastgeber im Falkensteiner Schlosshotel Velden, im Gespräch über diese etwas „andere Saison“.

Am westlichen Zipfel des größten Sees Kärntens schmiegt sich das Schlosshotel Velden in leuchtendem Schönbrunner Gelb wie ein Gemälde in die Bucht von Velden und strahlt in der heißen Sommersonne mit dem türkisschimmernden Wörthersee um die Wette. Als „Leading Hotel of the World“ ist das Schlosshotel Velden eines der Falkensteiner Michaeler Tourism Group Hotels (FMTG), das seit Oktober 2018 vom Hoteliersehepaar Julia und Constantin von Deines mit sehr viel Liebe zum Detail geführt wird. 

Wir sitzen hier am vielleicht schönsten Platz am Wörthersee, der Seeterrasse des Seespitz Restaurant & Living – wird es trotz aller Widrigkeiten ein gutes Jahr für Ihr Haus?

Constantin von Deines (CvD): Das Jahr hat vielversprechend begonnen und war sehr gut gebucht, doch dann kam Corona und plötzlich war alles anders. Alle im Tourismus waren und sind von der Krise betroffen. Wir haben mit Pfingsten wiedereröffnet und waren anfangs, unmittelbar nach dem Lockdown, mit einem eher hektischen und kurzfristigen Buchungsverhalten konfrontiert. Die Unsicherheit unter den Gästen war verständlicherweise groß. Der Aufruf durch die Bundesregierung, Urlaub in Österreich zu machen, hat aber sicher gefruchtet, die Buchungslage hat sich über den Sommer hinaus wieder stabilisiert und gut entwickelt.

Julia von Deines (JvD): Die schönste Jahreszeit am Wörthersee ist aber jetzt im September und Oktober. Da wird es rund um den See ruhiger, die spätsommerlichen Temperaturen sind aber immer noch ideal zum Schwimmen, der Herbst hier bei uns ist einfach wunderschön, zumal wir auch über einen sehr weitläufigen SPA mit speziellem Konzept verfügen, der uns ein wetterunabhängiges Reiseziel werden lässt. Ich denke, es bietet sich jetzt für viele hier in der Region die Chance, einen nachhaltigen Nutzen aus der aktuellen Situation zu ziehen. Denn wir können den österreichischen und süddeutschen Gast jetzt von der Qualität eines Urlaubs in dieser wundervollen Jahreszeit überzeugen. In unserem Seespitz kann man bis Ende Oktober den ganzen Tag draußen sein und die warme Herbstsonne genießen. Und sollte es wirklich einmal regnen, hat dies ebenfalls einen ganz besonderen Reiz, direkt am Wasser zu sitzen.

Haben sich eigentlich heuer die Gästestruktur und das Preisniveau verändert?

CvD: Unser Hauptgast war und ist auch heuer ganz klar der Österreicher, Deutsche, Schweizer und Italiener. Vor Corona hatten wir zusätzlich noch zahlreiche internationale Gäste im Hause. Solange jedoch die internationalen Flugverbindungen aufgrund der Reisebeschränkungen weiter stark eingeschränkt sind, wird sich vom internationalen Gästemix nicht viel hinzukommen. Preislich haben wir unser Niveau gehalten, wir sehen auch keinen Grund, nachzulassen. Denn unser Aufwand hat sich deutlich erhöht und Qualität hat einfach ihren Preis.

Back to normal, wann kann es das aus Ihrer Sicht geben?

JvD: Wir hoffen, dass wir rasch und in höherem Maß zur Normalität zurückkehren können. Es wird aber wohl zwei bis drei Jahre dauern, bis es international wieder ein sicheres Reisegefühl geben wird. Umso mehr sind wir dafür dankbar, hier in dieser außergewöhnlichen Liegenschaft direkt an einem der schönsten Seen Österreichs, die mit dem Auto oder Bahn bequem erreichbar ist, die Gastgeber sein zu dürfen. Denn unser Herz gehört den Bergen, dem See und dem Schlosshotel Velden.  

Stichwort Tagungen, dieses Segment ist durch Corona stark rückläufig, was tut sich hier in Ihrem Haus?

CvD: Jetzt, im Herbst wird – wenn auch noch in kleinerem Rahmen – die eine oder andere Veranstaltung bzw. Incentive wieder stattfinden. Für 2021 gibt es hingegen bereits einige Anfragen, wie man wohl im nächsten Jahr auch wieder vermehrt bei uns heiraten wird. Viele Hochzeiten wurden aufs nächste Jahr verschoben. 

Genuss mit Stil und Niveau zur Freude des Gastes – wie kann diesem Anspruch mit „COVID als Tischgast“ im kulinarischen Bereich Folge geleistet werden?

JvD: Wir haben in allen Hotelbereichen von Haus aus viel Platz, was die Einhaltung der Abstandregelungen erleichtert, gerade in den Restaurantbereichen. Wir mussten nirgendwo reduzieren, haben uns aber bewusst und um eben den Abstand gewährleisten zu können, etwa gegen ein reines Frühstücksbuffet entschieden. So werden unsere Gäste teilweise am Buffet von unseren Mitarbeitern bedient, teilweise kann er Dinge auch selbst entnehmen – selbstverständlich mit der Wahl von Handschuhen, oder Desinfektionsmitteln – und diverse Gerichte werden zudem à la Carte nach Bestellung individuell zubereitet.

CvD: Klar, wir könnten durchaus ein großartiges Buffet arrangieren, aber damit wäre Abstand halten und die Sicherheit der Gäste nicht so leicht sicherzustellen. Wir können nicht hinter jedem Gast einen Aufpasser stellen. Vielmehr folgen wir dem Drei-H-Prinzip: Hartnäckige Höflichkeit hilft. Wir machen, wenn notwendig, den Gast dezent, mit gebotener Höflichkeit und einem charmanten Lächeln auf den geregelten und persönlichen Ablauf aufmerksam. Mit durchwegs positiver Resonanz.

Dafür braucht es aber Personal mit Fingerspitzengefühl?

CvD: Ja, und das haben wir. Dies haben alle unsere Mitarbeiter sich in der Falkensteiner Schulungs-Akademie vor Saisonbeginn ebenfalls in der zweitägigen Schulung angeeignet. Aber ich gebe Ihnen Recht, während wir den Gast im freundlichen Gespräch nur versuchen können zu sensibilisieren, können wir unserer Mitarbeiter gezielt schulen, um ein Maximum an Sicherheit zu erreichen. Unsere Mitarbeiter waren immer schon sehr gut geschult, aber die laufenden Trainings wurden jetzt um den Corona-Ablaufplan ergänzt, und der wird auch bleiben. 

www.falkensteiner.com/schlosshotel-velden


Lesetipp! Das komplette Interview mit Julia und Constntin von Deines finden Sie im aktuellen e-paper des traveller HIER!

(Autorin: Brigitte Charwat)

 

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