16.02.2017

Die Crux am österreichischen Geschäftsreisemarkt

Die abta will mit ihrer aktuellen Studie die Lage der Business Travels in Österreich abbilden. Doch auch gemeinsam mit der Statistik Austria bleiben einige Fragen offen.

Die Zahlen sind doch erfreulich. Für die 8,5 Millionen Geschäftsreisen, die die Statistik Austria erhoben hat, entstehen für die Unternehmen 3,2 Milliarden Euro an Reisekosten. Die neue Studie, die die Austrian Business Travel Association (abta) gemeinsam mit der Statistik Austria und dem Institute for Service Marketing and Tourism  an der WU Wien durchgeführt wurde, sollte das Volumen und die Kosten von österreichischen Geschäftsreisen im In- und Ausland näher unter die Lupe nehmen. Eine wichtige Datenquelle dafür ist die vierteljährliche Erhebung der "Urlaubs- und Geschäftsreisen", die von der Statistik Austria regelmäßig durchgeführt wird. Die Daten bilden 2014 und 2015 ab, im Mai 2017 werden die Zahlen von 2016 zur Verfügung stehen, und von der abta aktualisiert werden. 

Die Ergebnisse zusammengefasst

Abta-Präsident Hanno Kirsch betont die wirtschaftliche Bedeutung der Geschäftsreisen: "Unternehmen geben 3,2 Milliarden Euro dafür aus", das sind 13 Millionen Hotelnächte, die jedoch leider nicht klassifiziert erfasst oder abgefragt wurden. Flugtickets um 900 Millionen Euro, wobei auch hier wichtig ist, anzumerken, dass keine Tickets erfasst wurden, die über das Internet gebucht wurden. Weder von den so genannten Low-Cost-Carriern, noch von den Full-Service-Fluglinien, die nicht über ein Reisebüro abgewickelt wurden. Der Arbeitsauftrag für kommende Studien, aber auch für die Inhaltsagenda ist klar: "wir arbeiten daran, speziell das Volumen der Vielreisenden zu ermitteln, die hier nur unvollständig erfasst wurden, so Projektleiter Wilfried Kropp. Auch die internen Organisationsstrukturen der Unternehmen sollen näher beleuchtet werden, denn in Tagesreisen gehen mitunter in der Organisation und Dokumentation an der Travelabteilung vorbei. 

Nimmt AirBnB bei Geschäftsreisen zu?

Ein weiterer Punkt, der nur angenommen und nur schwer belegt werden kann, sind die bezahlten Privatunterkünfte, die von 2014 auf 2015 um mehr als 50 Prozent zugelegt haben. Zwar befinden sie sich mit knapp 10 Prozent Anteil noch auf einem vergleichsweise geringen Niveau, der Anstieg gibt aber zu denken, ob dieser Aspekt nicht eindeutig der Sharing Economy, also beispielsweise AirBnb zuzurechnen ist. Den Rückgang der Geschäftsreisen von 7,8 Prozent trotz einer robusten Konjunktur führt Kropp darauf zurück, dass interne Meetings und Geschäftsreisen deutlich durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt wurden. Bei den benützten Verkehrsmitteln zählt der PKW eindeutig zu den Gewinnern, auch wenn er in Zahlen beinahe gleich geblieben ist. 15 Prozent Einbußen musste das Flugzeug als Transportmittel einbüßen, auch die Bahn ist laut Studie rund 16 Prozent rückläufig, was die ÖBB jedoch mit Verweis auf die eigenen Zahlen zurückweist. 

Fest steht jedoch, dass die meisten Unternehmen, und hier nennt Kropp eine Zahl von 70 Prozent, ihre Geschäftsreisen über Reisebüros buchen. Der ebenso anwesende Hannes Schwarz (abta) gab hier zu bedenken: "Wenn Sie im Internet buchen, dann haben Sie bei Problemen auch das Internet als Ansprechpartner." Und Kropp fügt hinzu: "Außerdem haben Sie als Unternehmen auch an Ihre "Duty of Care" gegenüber den Mitarbeitern zu denken. Und hier sind Sie bei Buchungen über das Reisebüro klar im Vorteil. 

 

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