26.05.2021

"Die Details machen den entscheidenden Unterschied aus"

Der Österreicher Bernhard Stacher ist Vice President Hotel Operations bei MSC Cruises. Im Interview verrät er, was es mit dem ersten branchenweiten „Schiff im Schiff”-Konzept MSC Yacht Club auf sich hat.

Wie kam es zur Gründung des MSC Yacht Clubs?
Bernhard Stacher: Wir wussten, dass es einen potenziellen Markt von Kreuzfahrtkunden gibt, die großen Wert auf Exklusivität sowie einen viel persönlicheren Service an Bord unserer Schiffe legen und nach einem Premium-Erlebnis suchen. Dennoch wollen sie aber auch die Vorteile, die ein größeres Schiff hinsichtlich der großen Auswahl an Annehmlichkeiten bieten kann. Es liegt also auf der Hand, dass dies einen eigenen, exklusiveren und luxuriöseren Bereich an Bord unserer Schiffe erforderte. Jede Reise auf einem MSC-Schiff zeichnet sich durch hohe Qualität, große Gastfreundschaft und viel Aufmerksamkeit auf kleine Details aus, all das macht den entscheidenden Unterschied aus. Wir wollten diese Unterscheidungsmerkmale mit der Vision, täglich während einer Kreuzfahrt ein magisches Erlebnis zu schaffen, auf ein gänzlich neues Niveau heben. Das Ergebnis ist der MSC Yacht Club, damit haben wir ein außergewöhnliches Produkt geschaffen

Von der Planung und Konzeptionierung bis zur Einführung – können Sie den Entwicklungsprozess kurz beschreiben?
Wir haben das MSC Yacht Club-Produkt erstmals 2008 an Bord der MSC Fantasia (Fantasia-Schiffsklasse) eingeführt, derartiges hat die Branche bis dahin noch nicht gesehen. Während der Planungsphase dieses branchenweit ersten „Schiff im Schiff-Konzepts“ gab es zwei grundlegende Voraussetzungen:
Erstens die Hardware. Ein größerer Teil des Schiffes sollte nur für unsere MSC Yacht Club-Gäste zur privaten Nutzung bestimmt sein. Wir wollten ein Gefühl von Raum und Platz schaffen, also entwarfen wir eine Innen- und Außenanlage, mit einer Panorama-Lounge als zentraler Punkt mit privatem Restaurant und privatem Pooldeck mit Whirlpools. Und natürlich die Suiten, die noch geräumiger, stilvoller und komfortabler sein sollten, als die „restlichen“ der anderen, verschiedenen Kategorien am Schiff.

Die vielleicht größte Herausforderung war jedoch der Kundenservice, den wir dem anspruchsvolleren Gast bieten wollten. Dieser musste vom ersten Tag an passen, und uns war von Beginn an klar, dass die Persönlichkeit des Butlers an Bord der Schlüssel zum Erfolg sein würde. Er sollte sich um die Bedürfnisse jedes Gastes kümmern und dafür sorgen, dass sich dieser im MSC Yacht Club rundum verwöhnt und entspannt fühlt. Unsere Butler sollten einen Sinn für Zweck und Service haben sowie das ganze große Angebot repräsentieren, und zwar rund um die Uhr. Unsere Butler, sowohl männliche als auch weibliche, sind allesamt mit Luxusprodukten bestens vertraut, verfügen über viel Erfahrung und sind die besten Repräsentanten im Hospitality-Bereich. 

Was zeichnet das MSC Yacht Club Erlebnis besonders aus? Wie hebt es sich von anderen Luxus-Kreuzfahrterlebnissen ab?
Der MSC Yacht Club bietet die Exklusivität eines privaten Clubs, und bietet unseren Gästen dennoch alle Erholungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten, die allen Passagieren am Schiff zur Verfügung stehen. Mit seinen All-Inclusive-Assets stellt das MSC Yacht Club-Angebot mit einer Reihe sorgfältig durchdachter Privilegien die perfekte Ergänzung des schon sehr umfangreichen Erlebnisses dar, das jeder Gast von einem MSC Kreuzfahrten-Urlaub erwarten kann.
Alle MSC Yacht Club-Gäste genießen einen eigenen, bevorzugten Ein- und Ausschiffungsplatz, profitieren von einem Butler-Service und einem 24-Stunden-Concierge, was das Kreuzfahrterlebnis unserer Meinung nach auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Gastes zugeschnitten wirklich persönlich macht. Genaue Kenntnis der Gewohnheiten und Vorlieben eines jeden Gastes, Einfühlungsvermögen, persönliche Aufmerksamkeit und großes Fachwissen helfen unseren Gästen, das Beste aus ihrem Urlaub an Bord zu machen.

Weitere Vorteile wie unlimitierte Getränke und Speisen im Yacht Club plus inkludiertem WIFI-Paket, freier Zugang zur Thermal Suite im MSC Aurea Spa, maßgeschneiderte Erlebnisse vom Shopping bis zu Ausflügen, Zimmerservice mit Frühstück ans Bett, Auspack- und Einpackservice, die tägliche Zeitung in die Kabine gelieferte oder täglich wechselnde Gute Nacht Überraschungen sorgen für noch mehr Entspannung auf hoher See. Und um ausreichend Privatsphäre und das Gefühl von Exklusivität zu gewährleisten, werden die Verfügbarkeiten im MSC Yacht Club sorgfältig verwaltet.

Wie wird das Angebot des MSC Yacht Clubs für die MSC-Neubauten aussehen – wird es Änderungen oder Erweiterungen geben?
Für die beiden kommenden neuen Schiffe, MSC Virtuosa und MSC Seashore, wurde das Angebot des MSC Yacht Clubs nochmals ausgebaut. So wird die MSC Seashore mit gesamt rd. 3.000 m2 über vier Decks – was einen fantastischen Meerblick ermöglicht - über den größten und luxuriösesten MSC Yacht Club der Flotte verfügen, was mehr Platz im Freien sowie neue exklusive und luxuriöse Suiten ermöglicht. Der MSC Yacht Club auf der MSC Virtuosa wird wie beim Schwesterschiff MSC Grandiosa um ein weitläufiges Pooldeck mit 1.225 m2 Außenbereich sowie neue Duplex Suiten, die sich über zwei Decks erstrecken und über einen großen privaten Balkon mit eigener Whirlpool-Badewanne verfügen werden, erweitert. 

Hat sich die Nachfrage für den MSC Yacht Club durch die Pandemie verändert?
Wir haben bald nach Beginn der Pandemie eine steigende Nachfrage für den MSC Yacht Club festgestellt. Viele Gäste wollen nicht nur einen sicheren und entspannenden Kreuzfahrturlaub, sondern auch einen, der ihnen mehr persönlichen Freiraum bietet, verbringen. Unser Yacht Club bietet mit den Suiten und dem eigenen, vom restlichen Schiff abgetrennten Bereich mit eigenem Pool und Restaurant sowie einer bevorzugten Ein- und Ausschiffung gerade in Zeiten wie diesen besonders attraktive – eigentlich unschlagbare – Vorteile. 

Danke für das Gespräch.


Zur Person
Bernhard Stacher leitet seit 29. August 2016 die globale Abteilung Hotel Operations mit Sitz in Genf (Schweiz). Stacher verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Gastgewerbe, davon 16 in der Kreuzfahrtbranche. Seine Karriere startete der Österreicher 1996 bei Cunard als Maitre d'. Danach hatte er zwischen 1998 und 2005 weitere Funktionen wie Cruise Director, Tour Manager, F&B Controller und Hoteldirektor bei Windstar Cruises und Silversea Cruises inne. Von 2005 bis 2009 war Stacher als General Manager für das Vincent Hotel in Southport (England) tätig. 2009 kam er als Hoteldirektor für Celebrity Cruises zurück in die Kreuzfahrtbranche. Im Jahr 2013 wurde Bernhard Stacher zunächst zum Shipboard Hotel Director und Director of Hotel Operations Newbuild bei Royal Caribbean und 2015 zum Director of Hotel Operations Travelling bei Celebrity Cruises befördert.

Ein Interview mit Bernhard Stacher im traveller, in dem er über den Hotelmanagementbereich spricht, finden Sie hier zum Nachlesen:
www.traveller-online.at/fileadmin/user_upload/print_ausgabe/2018/4918/16/#zoom=z

(Autorin: Brigitte Charwat)

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