03.12.2018

Die Köche sind drauf!

Nach jahrelanger Forderung der Betriebe und der Wirtschaftskammer ist der Berufsstand der Köche ab 1.1.2019 auf der Mangelberufsliste. Was das für die gestartete Wintersaison bedeutet, lesen Sie hier.

Nun ist sie da, die Einigung der Regierung zur Erweiterung der Mangelberufsliste. „Angesichts des akuten Mitarbeitermangels am Beginn der Wintersaison ist die Umsetzung unserer Forderung ein dringend notwendiger Schritt, um unsere Gäste bestmöglich betreuen zu können und den Arbeitsdruck beim Stammpersonal zu verringern,“ begrüßt Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundesssparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Einigung zur Fachkräfteverordnung, in die ab 1.1.2019 erstmals auch die Köche Eingang gefunden haben. Über die Entbürokratisierung der Rot-Weiß-Rot-Card ist es dadurch möglich, Mitarbeiter aus Drittstaaten mehrjährig zu beschäftigen.
Im Bundesschnitt entfielen im Jahresbetrachtungszeitraum auf eine offene Stelle 1,3 jobsuchende Köche. Damit wurde der für die Aufnahme auf die Mangelberufsliste „notwendige“ Schwellenwert von 1,5 deutlich unterschritten, in einzelnen Regionen sieht es noch drastischer aus.

Kein Grund zum Jubeln, aber zum Handeln

„Auch wenn diese Zahlen alles andere als ein Grund zum Jubeln sind, freuen wir uns über die daraus resultierende Erleichterung. Da es einen europaweiten Wettbewerb um Mitarbeiter gibt und beispielsweise unsere deutschen Nachbarn den Markt für Arbeitskräfte aus Drittstaaten immer stärker liberalisieren, ist diese Maßnahme auch aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit geboten“, unterstreichen auch Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker, die Obleute der betroffenen Fachverbände Hotellerie in der WKÖ. 

Jetzt auch in der Region

Auch die Regionalisierung der Mangelberufsliste, das heißt die zusätzliche Öffnung in jenen Bundesländern, in denen der regionale Schwellenwert bei bestimmten Berufen unterschritten wird, sei ein Schritt in die richtige Richtung – auch wenn durch die jährliche Limitierung auf 300 Rot-Weiß-Rot-Cards die praktischen Auswirkungen vorerst überschaubar sind. „Wichtig ist jetzt, dass die Betriebe beim AMS Anträge für Rot-Weiß-Rot-Cards für Köche bereits im Dezember stellen können, um diese neue Möglichkeit für die diesjährige Wintersaison noch nützen zu können“, so die WKÖ-Touristiker abschließend.

Erwartungsgemäß zeigt sich auch die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) erfreut, nach der Überarbeitung der Lehrberufe wird damit auch etwas umgesetzt, was die Branchenvertretung jahrelang forderte. „Aktuell schieben schon viel zu viele Hotels und Gasthäuser Ruhetage ein, schließen tageweise, stellen den Betrieb ein oder auf Apartmentvermietung um. Dass die Regierung dagegen etwas unternimmt, ist absolut richtig“, freut sich die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, Michaela Reitterer. „Das rettet zweifellos Arbeitsplätze in Tourismusbetrieben wie auch in vor- und nachgelagerten Bereichen“, streicht sie hervor.

ÖHV bewertet noch nicht

Nachdem beschlossen wurde, die USt-Erhöhung zurückzunehmen und Tourismusberufe zu digitalisieren, wird mit der Adaptierung der Rot-Weiß-Rot-Karte eine weitere ÖHV-Forderung im Regierungsprogramm umgesetzt. Wie sich die Regionalisierung der Mangelberufsliste und die Kontingentierung der Landeslisten auf 300 Fachkräfte in der Praxis auswirkt, müsse man sich erst genauer ansehen, so Reitterer: „Indem wir die Erfahrungsberichte der Praktiker und die Statistiken auswerten.“ Parallel dazu werde die Qualitätshotellerie weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten: „Wir bleiben dran“, hält die Branchensprecherin fest und baut das Angebot an Aus- und Weiterbildung für Fachkräfte und junge Führungskräfte in der ÖHV weiter aus: „Das ist das Um und Auf in einer serviceintensiven Branche.“

 

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