10.05.2021

Die Öffnungsschritte per 19. Mai

Tourismus, Gastronomie, Sport und Freizeitbetriebe können mit Einschränkungen aufsperren. Voraussetzung für den Eintritt wird, dass man getestet, genesen oder geimpft ist. In der Gastronomie, nicht aber im Handel, kommt eine Registrierungspflicht ab 15 Minuten Aufenthalt. Die Ausgangsbeschränkungen fallen.

Dass man nun so vorgehen könne, liege daran, dass Österreich in Summe besser als die Nachbarn durch die dritte Corona-Infektionswelle gekommen sei, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag in einer Pressekonferenz. Dennoch mahnte er zur Vorsicht. Je besser sich alle an die noch geltenden Einschränkungen hielten, desto schneller würden weitere Öffnungsschritte möglich. Vizekanzler Werner Kogler zeigte sich optimistisch: „In neun Tagen - am 19 Mai - wird das Leben in Österreich wieder bunter werden. Mit Sicherheit.“

Wer Zutritt erhält

Für alle Bereiche gilt ab 19. Mai, dass Gäste nur Zutritt erhalten können, wenn Sie geimpft, getestet oder genesen sind. Alle bisherigen Nachweise sind dafür gültig, ab Anfang Juni dann auch als Zertifikate/QR-Code im digitalen Grünen Pass. Gültige Tests sind: 

  • Negativer PCR- Test (Gültigkeit: 3 Tage)
  • Negativer Antigentest aus Teststraße, Apotheke, etc. (Gültigkeit: 2 Tage)
  • Antigentests zur Eigenanwendung (digital), in einem behördlichen Datenverarbeitungssystem erfasst wird (Gültigkeit: 1 Tag) = „Vorarlberger Modell“
  • Auch Selbsttests vor Ort werden einen Zutritt ermöglichen. Dieser Test gilt allerdings nur für diesen einen Besuch und nur in der Betriebsstätte.
  • Für Kinder werden auch Schultest als Eintrittstest gelten.
  • Keine Testpflicht für Take Away oder Lieferanten.

Vom Bund werden Gratis-Selbsttests für Spontanbesuche zur Verfügung gestellt, die aber nur für den Eintritt in das jeweilige Unternehmen berechtigen. Im Regelfall sollte der Gast bzw. der Kunde beim Besuch eines Unternehmen aus dem Bereich Tourismus- und Freizeitwirtschaft Test-, Impfungs- oder Genesungsnachweise bereits mitbringen. 

Eine Impfung kann mittels Impfpass, Impfkarte oder Ausdruck nachgewiesen werden und für Genesene gilt der Absonderungsbescheid, Antikörpertest etc.

Die Regeln beim Besuch von Lokalen, Hotels, Freizeiteinrichtungen

Im Lokal selbst gilt für die Gäste eine Registrierungspflicht bei Aufenthalt länger als 15 Minuten. Die Regel gilt daher nicht für Take Away oder auch Lieferanten. Im Gebäude dürfen vier Personen pro Tisch zuzüglich maximal sechs  Kinder Platz nehmen. Outdoor sind zehn Personen pro Tisch zuzüglich maximal zehn Kinder möglich. Eine FFP2-Maske ist zu tragen, bis man am Tisch sitzt und diesen wieder verlässt. Mitarbeiter müssen ebenfalls eine FFP2-Maske tragen bzw. einen Mund-Nasen-Schutz, wenn sie getestet, geimpft od. genesen sind.  Sperrstunde ist um 22 Uhr.
 
In der reinen Beherbergung (ohne Gastronomie od. Dienstleistung) reicht ab 19. Mai ein Eintrittstest für den gesamten Aufenthalt. Wenn Verpflegung (Frühstück, andere Mahlzeiten) oder Dienstleistung (Wellness) angeboten wird, dann gelten dieselben Regeln wie in der Gastronomie.

Beim Besuch einer Freizeiteinrichtung müssen pro Gast indoor mindestens 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen, außer es kann ein Platz eingenommen werden (Fahrgeschäfte). Die Registrierungspflicht gilt, wenn der Aufenthalt länger als 15 Minuten dauert. Keine Registrierung ist nötig, wenn die Gäste sich hauptsächlich im Freien (z. B. Zoo) befinden.
 
Die Voraussetzungen für Veranstaltungen, Messen, Kongresse oder Kinobesuch:  

  • Mit zugewiesenen Sitzplätzen: Indoor max 1.500 Personen, outdoor max 3.000.
  • Ohne zugewiesene Sitzplätze: Indoor und outdoor max. 50 Personen.
  • Maximalauslastung darf 50 % nicht überschreiten.
  • Mindestabstand 2 Meter oder Sitzplatz dazwischen freilassen.
  • Registrierungspflicht bei Aufenthalt länger als 15 Minuten.
  • Für Messen gelten die gleichen Regeln, allerdings ohne Obergrenze bei Teilnehmern, dafür mindestens 20 qm pro Gast.

Offene Fragen rasch klären

Bei den Branchenvertretern zeigt man sich naturgemäß erfreut, dass es nun endlich wieder losgeht. „Während wir hinter den Kulissen noch vieles für den 19. Mai vorbereiten, vom Onboarding der Teams über letzte Bestellungen bis hin zu den Hygiene-Maßnahmen, kommen auch immer mehr Buchungen herein“, so ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer.

Zur Vorbereitung auf den Sommer brauchen die Hotels aber noch Rechts- und Planungssicherheit. Noch sei unklar, wann die Gastgeber wie viele Tests bekommen sowie Fragen zum Grünen Pass. Ist das geklärt, stehe einem Super-Sommer für Gäste nichts im Weg, ist Reitterer überzeugt: „Und wir brauchen diesen guten Sommer dringend und müssen uns voll auf unsere Gäste konzentrieren können.“ 

„Öffnung kommt keinen Tag zu früh“

Abstände, Flächenbeschränkungen, kleine Besuchergruppen, Zutrittstests und Registrierung sind derzeit vergleichsweise strenge Auflagen, was sich natürlich auf eine entsprechend reduzierte Rentabilität niederschlägt. „Dennoch sind wir froh, dass auch wir jetzt endlich mit dem Aufsperren an der Reihe sind“, so  Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Wir hoffen natürlich, dass der rückläufige Trend bei den Infektionen weiter anhält und der Impfturbo wirkt und damit ab Juli die zahlreichen restriktiven Maßnahmen wieder zurückgenommen werden können, sodass wir wieder einigermaßen zu einem Normalbetrieb zurückkehren zu können.“

Trotz der Öffnungsschritte brauchen Betriebe und Mitarbeiter weiter Unterstützung, insbesondere in puncto Kurzarbeit, Liquidität, Eigenkapital, Steuererleichterungen sowie Verlängerung der Stundungen und Überbrückungshilfen, wie Seeber betont.

Weitere Öffnungsschritte wird es laut Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) spätestens per 1. Juli geben. Diese könnten dann auch Hochzeiten, große Feste und Vereinsveranstaltungen betreffen.

Weitere Informationen zu den Restart-Regeln ab 19. Mai:
www.sichere-gastfreundschaft.at

(APA/Red)

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Partner

Mediadaten