24.09.2021

Die Qual der Wahl - Oberösterreich entscheidet

Die Hoteliervereinigung hat die Tourismuspolitik der wahlwerbenden Parteien der Landtagswahlen in Oberösterreich (26. September) auf den Prüfstand gestellt: Arbeitsmarkt, der Winter mit Corona und die Zukunft des Tourismus.

Sophie Schick ist Hotelière des Boutique Hotel Hauser in Wels und sogleich Vizepräsidentin der ÖHV sowie oberösterreichische Landesvorsitzende. „Der stark unter Druck geratene touristische Arbeitsmarkt sowie Lösungen und Hilfen für ein stabiles und dynamisches Wirtschaften sind die wichtigsten mittel- bis langfristigen Themenbereiche, denen sich die künftige Landesregierung stellen muss“, lautet ihre Forderung an die Politik. Gefragt sind auch gute Konzepte für die Stadt- und Businesshotellerie.

Die Herausforderungen am Arbeitsmarkt

Auf unterschiedliche Ansätze, die zum Teil auch bereits in Umsetzung sind, wie der heuer mit rund 342 Mio. Euro dotierte Pakt für Arbeit und Qualifizierung, eine Erhöhung der Mobilität, Imageinitiativen und Anreizsysteme zur Attraktivierung der Tourismusjobs oder ein weiterhin starker Fokus auf Qualifikation und Senkung der Drop-Out-Raten in Lehre und Tourismusschule, setzt die „ÖVP – die Oberösterreich Partei“ beim Top-Thema Arbeitsmarkt.

Die „Grünen Oberösterreich“ wollen mit der Stärkung ganzjähriger Tourismuskonzepte Arbeitsplätze im Tourismus sichern. Gleichzeitig soll der Tourismusberuf selbst attraktiver werden, um so die offenen Stellen zu besetzen. Kindererziehende Arbeitnehmer sollten durch Erweiterung des Kinderbetreuungsangebots unterstützt werden.

Für die „NEOS Oberösterreich“ soll der Fachkräftemangel endlich durch eine deutliche Entlastung des Faktors Arbeit – vor allem der zweiten und dritten Einkommensstufe – angegangen werden. Die Lehre solle durch eine umfassende Modernisierung wieder attraktiver werden.

Rahmenbedingungen, um stabil und dynamisch zu wirtschaften

Die in den letzten Jahren für Investitionen in die Qualität der Hotelinfrastruktur aufgesetzten Förderprogramme will die ÖVP fortführen. Innerhalb der Meilensteine der Landes-Tourismusstrategie 2022 sollen aktuelle Entwicklungen aufgegriffen und in der Schwerpunktsetzung der nächsten Jahre berücksichtigt werden, um regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und die oberösterreichische Wirtschaft insgesamt widerstandsfähiger zu machen.

Für die „FPÖ Oberösterreich“ ist es wesentlich, dass die touristischen Betriebe durch überbordende Corona-Maßnahmen – insbesondere überzogene Kontroll- und Dokumentationspflichten – nicht weiter unter Druck geraten. Aufgrund des enormen Mehraufwands wird die Abwälzung von behördlichem Corona-Management auf die einzelnen Betriebe kritisch gesehen. Um Planungssicherheit und Vertrauen zu erzeugen, seien verständliche, praxistaugliche und einheitliche Maßnahmen notwendig. Eine mitentscheidende Rolle spielen und Gehör finden bei allen Überlegungen müsse die Wirtschaft, insbesondere der Tourismus.

Die „Grünen“ setzen auf Tourismusprojekte, die wirtschaftliche Chancen und befriedigende Arbeitsplätze eröffnen, Naturräume und Ressourcen schonen und eine klimaneutrale Mobilität fördern. Erreicht werden soll das durch Initiierung von Leuchtturmprojekten des nachhaltigen Tourismus und über finanzielle Förderangebote. Im Städtetourismus müsse auf die Verbesserung der Erholungsqualität durch Verkehrsberuhigung in den Stadtzentren gesetzt werden bei gleichzeitigem Ausbau öffentlicher und klimaschonender Verkehrsinfrastruktur sowohl im inner- als auch im außerstädtischen Bereich.

Wirtschaftshilfen nach dem Vorbild des Vorschlags des designierten WIFO-Chefs Gabriel Felbermayr (sog. Verlustkompensation), d.h. zielgerichtete Hilfe für betroffene Unternehmen über das Finanzamt, fordern die NEOS. Leider vergebens haben sich die NEOS auf Bundesebene für die Einführung eines Veranstaltungsfonds starkgemacht: Veranstaltungen, die Nächtigungen in Städten mit sich bringen, sollten zu einem gewissen Teil gefördert werden.

Keine Antworten auf ihre Fragen erhielt die Hoteliervereinigung von der „SPÖ Oberösterreich“. Nicht befragt wurden die Kleinparteien. Alle ausführlichen Antworten und Lösungsvorschläge kann man im ÖHV-Wahlcheck OÖ 2021 hier nachlesen.

(Red)

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