24.11.2021

Die Schweizer reiben sich bereits die Hände

Ein Rundruf bei den ÖW Außenstellen zeigt: Es gibt keine Anti-Österreich-Stimmung, aber in der Schweiz explodieren die Buchungszahlen.

Österreich ist in aller Munde. Die Tatsache rasant steigender Infektionszahlen, der daraus resultierende Lockdown und die angekündigte Impfpflicht als erstes westeuropäisches Land haben unserem Land eine Coverage beschert, die man nie und nimmer kaufen könnte. Das berichten zumindest jene ÖW Manager, die an den wichtigsten europäischen Außenposten sitzen, von einem Interview zum Nächsten hetzen und „nebenbei“ noch (über-)lebenswichtige touristische Vermarktungsarbeit für unser Land verrichten.

Offener Osten

„Österreich liefert die Themen“, berichtet Michael Strasser, der für die osteuropäischen Märkte zuständig ist und die im Winter traditionell stark auf Österreich fokussiert sind. „Obwohl die Inzidenzen annähernd so hoch sind wie in Österreich, ist von etwaigen Lockdowns keine Rede. Lediglich in Budapest gibt es Beschränkungen, aber im übrigen Ungarn kann man sich frei bewegen und es sind auch alle Weihnachtsmärkte offen.“ In Ungarn stehen nächstes Jahr Wahlen an, weshalb man in der Bevölkerung keine schlechte Stimmung wegen Beschränkungen der Bewegungsfreiheit in Kauf nehmen will. Anders ist der Fall in Polen gelagert, wo laut Strasser ebenfalls kein Lockdown in Sicht ist, zumal man hier wohl auf „eine Art Herdenimmunität durch die Hintertür“ hofft.

Gelassener Süden

Oskar Hinteregger, der die südeuropäischen Märkte, allen voran Italien und Spanien verantwortet, sieht seine Gästemärkte von einer gewissen Gelassenheit geprägt, da diese Länder wegen hoher Durchimpfungsraten vergleichsweise gut dastehen. „Ich erachte die Saison noch nicht als verloren, viel wichtiger ist aus meiner Sicht, ob der in den nächsten Tagen angekündigte Schnee auch wirklich fällt, denn die Bereitschaft zum Winterurlaub ist durchaus vorhanden.“

Besorgte Nachbarn

Carmen Breuss wiederum, für die Kernmärkte Deutschland und die Schweiz zuständig, sieht ein riesiges Kommunikationsbedürfnis. „Die Leute wollen wissen, woran sie sind, nur gibt es eben keine klaren und schon gar nicht stichhaltige Aussagen. Eine offene Frage, wie die Behandlung von Kindern bis zwölf Jahren, die ohne Impfungen bei der Heimreise in Quarantäne müssten, beherrscht momentan das Thema, aber es gibt auch in Deutschland dazu keine klare Aussage.“ In der Schweiz wiederum explodieren die Buchungsanfragen, die den Schluss zulassen, dass die Lust auf Wintersport und Weihnachtsurlaub ungebrochen ist. Carmen Breuss zitiert eine große Schweizer Tageszeitung, die eine Umfrage zum Winterurlaub durchgeführt hat: „47 Prozent beabsichtigen einen Urlaub in der Schweiz und 13 Prozent einen Urlaub in Österreich. So einen hohen Wert haben wir überhaupt noch nie gehabt.“ Die Bereitschaft zum Urlaub ist überall ungebrochen vorhanden, nur ob er durchführbar ist, das steht zum aktuellen Zeitpunkt mehr als in den Sternen. Ein weiterer Grund, weshalb sich die Schweizer gerade die Hände reiben: Viele Mitarbeiter im Tourismus, die hier geschlossene Betriebe vorfinden, reisen in die Schweiz weiter, wo sie mit offenen Armen aufgenommen werden.

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