08.08.2018

Die Stimme aus der Burg

Beim Tourismus-Talk auf der Burg Golling schoss sich der Senat der Wirtschaft auf die relevanten und brennenden Fragen ein. Dabei ging es viel um Leidenschaft, Kultur und Zusammenhalt.

Sie waren beinahe alle da. Und sie gaben dem Tourismus eine Stimme, die von der Burg herunterschallte: Es ist schon Tradition, dass der Senat der Wirtschaft Anfang August auf die Burg Golling einlädt, um relevante Wirtschaftsthemen zu diskutieren. Diesmal war der Tourismus das Hauptthema der Podiumsdiskussion. „Wir müssen alte Denkmuster verlassen und uns an der Wertschöpfung orientieren, denn Nächtigungen allein sind keine nachhaltige Messgröße, nur der richtige Preis für die Leistung zählt und der kommt immer mehr unter Druck“, deponierte dazu Hans Harrer, Vorstands-vorsitzender des Senat der Wirtschaft. Dem fügte Dr. Erhard Busek, Präsident des Senats, in seiner Keynote noch hinzu, „dass bei allem wirtschaftlichen Wirken eine Leidenschaft für das was man tut nötig ist, bei der kulturelle Wurzeln geachtet, der Geist einer Region gefördert und die Entwicklung sorgsam im Auge behalten werden muss“.

Probleme? Gemeinsam lösen!

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen neben Hans Harrer, der Unternehmer, Gastronom und Abgeordnete zum Nationalrat, Josef Schellhorn, Florian Größwang, Mitglied der Unternehmensleitung der SalzburgerLand Tourismus GmbH sowie die Eigentümerin des Hotel Brückenwirt in St. Johann/Pongau, Petra Nocker-Schwarzenbacher, die auch als ÖVP-Politikerin und Obfrau der Bundessparte Tourismus der WKO tätig ist, teil. Man war sich einig, dass man nur gemeinsam das Thema Fachkräftemangel wird lösen können. Dabei ist die von Hans Harrer angesprochene Wertschöpfung ein möglicher zukünftiger Gradmesser, um auch das Personal besser entlohnen zu können. Allerdings ist hier auch die Politik gefordert. Es reicht nicht nur von den „tollen“ neuen Berufen sowie der Start-Up Szene zu sprechen und diese zu fördern, „es muss auch klar erkannt werden, wie wichtig Kellner, Köche, Rezeptionisten, etc. sind. Denn die werden wir immer benötigen, dafür wird kein Roboter einspringen können. Man hat oft das Gefühl ständig darum kämpfen zu müssen, dass eine Region, eine Kultur und damit auch die Gesellschaft erhalten bleibt“, so Harrer.

Mehr Eigenverantwortung ist gefragt

Denn das Thema der Regionalentwicklung ist ein sehr wichtiges, denn gerade der Tourismus ist dafür ein geeignetes Instrument. Hier wäre es aber dringend gefordert nicht nur von der Politik Aktivitäten zu verlangen, sondern durchaus auch selbstkritisch Versäumnisse aufzuarbeiten und Lösungen einzubringen. Ein Fazit der Diskussion war dabei auch, die Selbstkritik, dass an den Problemen in der Tourismuswirtschaft weder Brüssel noch der Bund Schuld trägt, sondern man selbst mehr Verantwortung übernehmen müsse. Dazu kommt, dass UnternehmerInnen sich auch gegen Tour Operators besser durchsetzen und Ideen einbringen müssen, denn sonst fahren z.B. die Schiffe zwar auf der Donau vorbei, die Wertschöpfung bleibt dadurch aber nicht im Land.

Der Tourismus ist selbstkritisch

Tourismus eignet sich auch ideal, um Grenzen in den Köpfen zu sprengen, denn Menschen aus den verschiedensten Nationen werden zusammengebracht und auch so kann Integration gefördert werden. Bemerkenswert an dieser Veranstaltung war, wie selbstkritisch und verantwortungsvoll das Thema diskutiert wurde. Der Senat wird in seiner Arbeit weiterhin dem Thema Tourismuswirtschaft ein großes Augenmerk widmen, die eingebrachten Ideen weiter fördern und die nötigen politische Gespräche dazu führen.

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