12.06.2019

Digitalisierung: Studie sieht vor allem Unternehmer gefordert

Eine länderübergreifende Studie über den Stand der Digitalisierung in österreichischen und deutschen Hotels zeigt, die Hoteliers sind sich der Dringlichkeit bewusst, doch der Bedarf an zusätzlichem Know-how steigt rasant.

Bereits zum dritten Mal veröffentlichen Roland Berger, der Hotelverband Deutschland (IHA) und die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) eine länderübergreifende Benchmarkstudie zum Digitalisierungsstand in der Branche. „Die Ergebnisse ‚Hotellerie 4.1‘ zeigen klar, dass die Digitalisierung voll in der Hotellerie angekommen ist, und das nicht nur seit gestern. Die Hotelmanager haben ein Gespür für die Tragweite der laufenden Entwicklungen ausgebildet und wissen, dass sie in nicht ins Hintertreffen geraten dürfen“, fasst Studienautor Dr. Vladimir Preveden, Partner bei Roland Berger, die Ergebnisse zusammen.

Hoteliers sehen sich vorne dabei

Weitgehend unbestritten sehen die knapp 600 befragten Hoteliers aus Deutschland und Österreich die tiefgreifenden Auswirkungen (86 % DE bzw. 92 % AT) und bewerten die Auswirkungen des Megatrends auf die Branche und den eigenen Betrieb als sehr wichtig oder wichtig). „Eine Start-up-Mentalität und der damit verbundene offene und agile Zugang zum Thema Technologie halten Einzug in die Branche: Knapp jeder zweite Hotelier sieht sich bei der Umsetzung neuer digitaler Trends vorne mit dabei“, so IHA-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe.

Einfache Anwendbarkeit gehört stark verbessert

Voraussetzung dafür ist für Markus Gratzer, Generalsekretär der ÖHV, vor allem das Wissen um die Möglichkeiten und deren Einsatz im Betrieb. Dabei geht es vor allem um einfache operative Anwendbarkeit der Lösungen. Das spiegelt sich in den Ergebnissen der Befragung wider: Um auf dem Feld noch fitter zu werden, wünschen sich die Unternehmen mehr digitalen Support von außen (71 % DE bzw. 78 % AT), und gleichzeitig mehr Know-how im Betrieb (60 % DE bzw. 73 % AT) zu lukrieren.

Hier sieht ÖHV-Generalsekretär Gratzer das Ausbildungsangebot der ÖHV als für die Mitglieder perfekt zugeschnitten, wenn er im HGV PRAXIS-Gespräch meint: „Die Hotellerie schätzt uns als Wissensprovider. An unserem ÖHV-Campus bekommen die Hotels jene Tools in die Hand, mit denen sie im Online-Match um den Gast als Sieger vom Platz gehen“. Das alleine wird allerdings nicht reichen, um den enormen Wissensdurst der Anwender in Praxis zu stillen. Hier wird es schon einen schnellen und engeren Schulterschluss zwischen Zulieferern und den Hoteliers brauchen. Hier fordert Gratzer eine zeitgemäße Ausbildung für die Fachkräfte von morgen. „Die Schulen müssen dem Nachwuchs die Tools von morgen beibringen mit Lerninhalten, die laufend evaluiert und mit Inputs aus der Praxis angereichert werden“, so die Interessenvertreter unisono.

Nicht nur neue Gäste, sondern optimierte Abläufe

Als Top-Chancen sehen die Betriebe nach wie vor, neue Gäste zu gewinnen (80 % DE bzw. 85 % AT) und die Auslastung zu steigern (75 % DE bzw. 72 % AT). Als interessanter bewertet Preveden die Nennungen hinter den Spitzenplätzen: mehr Effizienz, maßgeschneiderte Lösungen, Entlastung der Mitarbeiter: „Das ist die nächste Phase der Digitalisierung! Immer mehr Unternehmen erkennen und nutzen diese digitalen Anwendungen zur innerbetrieblichen Optimierung von Abläufen und Prozessen.“

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