03.05.2022

Durchschnittliche Noten von Tourismusschülern für die Branche

Was sagen die Tourismusschüler zu Praktika und dem Job in der Hotellerie? Die Hoteliervereinigung und die Tourismusschul-Direktor:innen haben bei 1.474 Schülern nachgefragt.

Die Befragung fand unter Schülern, die im vergangenen Sommer ein Praktikum absolviert haben, in 14 Tourismusschulen statt. Präsentiert wurde sie beim ÖHV-Kongress in der Wiener Hofburg. „Das war die erste große Befragung von Praktikant:innen im österreichischen Tourismus und die Ergebnisse machen Mut“, freuen sich ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer und Jürgen Kürner, Sprecher der Direktor:innen der österreichischen Schulen für Tourismus. Die Motivation hinter der Befragung ist sozusagen eine Qualitätskontrolle. „Wir wollen besser werden. Dafür müssen wir wissen, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Jetzt haben wir ein sehr klares Bild der Lage. Diese Befragung ist die Basis für unsere Arbeit in den kommenden Jahren“, erklären Gratzer und Kürner.

Die Schüler:innen benoteten anonym. Dass das Feedback deutlich besser ausfiel als die öffentliche Debatte vermuten lässt, ist für Gratzer und Kürner erfreulich, aber kein Ruhekissen: „Praktika werden immer wieder als Grund für Branchenwechsel genannt. Auch wenn das viel weniger der Fall sein dürfte, als es den Anschein hat, gehen wir der Kritik nach. Jeder Abbruch, den wir verhindern, ist ein Erfolg für die Branche und für die jungen Menschen, die sich für diese Ausbildung entschieden haben.“

Die Noten für die Branche und die Ausbildung

Die Lehrer:innen bekamen von den Schüler:innen einen glatte 2er für das Erstellen von Listen mit Praktikumsbetrieben, für die Vorbereitung auf das Praktikum eine 2,25. Eine 2,27 gab es für Unterstützung bei Problemen im Praktikum, 3,83 für Besuche während des Praktikums. „Da gibt es Luft nach oben, aber deswegen wechselt niemand die Branche“, ist Kürner überzeugt.

Durchwegs gute Noten gab es von den Schüler:innen für die Praktikumsbetriebe. Besonders gut bewertet wurden die Einführung in die Arbeit und die Aufgabenstellungen sowie die Unterstützung bei fachlichen und persönlichen Anliegen bzw. die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Bei der Vermittlung der Lerninhalte sehen die Schüler:innen ebenso Luft nach oben (sie wollen mehr lernen) sowie bei der Beteiligung am Trinkgeld und beim Stresspegel.

Ein Viertel der Schüler:innen bleibt fix, über 30 % sagen adieu

Auf jeden Fall in der Branche bleiben will rund ein Viertel der Befragten, 44 % sind offen für Angebote aus anderen Branchen, berichtet Kürner: „Die Schüler:innen wissen um die Qualität der Ausbildung Bescheid und auch, dass es attraktive Konkurrenzangebote gibt. Die Tourismusbetriebe müssen hier mitbieten.“

Auf keinen Fall in der Branche bleiben wollen nach dem Praktikum 16%: „Das nehmen wir sehr ernst, auch weil die allermeisten Schüler:innen auch in den kommenden Jahren noch Praktika absolvieren werden. Einer gute Performance kann da überzeugen. Daran wollen wir gemeinsam mit den Tourismusschulen und den Betrieben arbeiten“, erklärt Gratzer. Für 15% war der Zug von vornherein abgefahren: Sie haben angegeben, dass der Tourismus für sie nie eine Option war. Hier waren die hohe Qualität der Ausbildung und die vielseitige Anwendbarkeit des Gelernten entscheidend für die Wahl des Schulzweigs: „Das spricht nicht gegen den Arbeitsplatz Tourismus, sondern für die Ausbildungsqualität an den Tourismusschulen“, ist Kürner überzeugt.

Ein von ÖHV und Tourismusschulen erarbeiteter Online-Leitfaden soll Betriebe aufklären, eine Info-Broschüre, an deren Erstellung sich die Gewerkschaft vida beteiligt, die Schüler:innen informieren, die Kooperation zwischen ÖHV und Tourismusschulen über mehrere Jahre fortgeführt werden.

Die Ergebnisse der Befragung finden Sie am Ende des Artikels.

(Red)

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