22.04.2021

Ein durchdachtes Konzept

Mitte Mai, hoffentlich rund um Pfingsten, soll auch die Hotellerie in Österreich wieder öffnen dürfen. Der Fachverband Hotellerie wird deshalb bei den Counter Days ein Webinar zum Thema „Sichere Gastfreundschaft“ halten, in dem das Sicherheitskonzept für die heimischen Betriebe den deutschsprachigen Counterkräften erläutert wird. Wir sprachen mit Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der WKO.

Liebe Frau Kraus-Winkler, es scheint „Licht am Ende des Tunnels zu sein“, die Hotels dürfen im Mai wieder öffnen, mit sehr strengen Regeln. Wie sehen diese aus?
Susanne Kraus-Winkler: Wir haben der Regierung ein im Detail durchdachtes Konzept vorgelegt, auf dessen Feedback wir noch warten. Klar ist, dass wir in der ersten Welle viel gelernt haben, wie man im Hotel mit Corona sicher leben kann. Der große Vorteil gegenüber dem letzten Sommer ist jedoch, dass es jetzt eine breite Teststrategie gibt, die wir damals nicht zur Verfügung hatten. Im vorigen Sommer konnten wir mit PCR-Tests nur die Mitarbeiter testen.

Diese breitangelegte Teststrategie ist der Kern des Konzeptes. Die Gäste müssen mit einem negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, anreisen oder mit einem behördlich anerkannten Antigen-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ist der Gast einmal vor Ort, wird alle zwei Tage nachgetestet. Dazu richten wir in den Hotels Testcorner ein, wo unter vier Augen die Antigentest selbst durchgeführt werden, dafür soll es seitens des Hotels auch eine Bestätigung geben, dann könnte der Gast damit auch andere Einrichtungen (andere Lokale, Kulturveranstaltungen) besuchen.

Die Mitarbeiter werden ebenfalls getestet?
Unser Konzept sieht vor, die Mitarbeiter idealer Weise zweimal mindestens jedoch einmal pro Woche zu testen. Außerdem müssen sie Mund-Nasen-Schutz tragen bzw. FFP2 Masken, wenn sie Kundenkontakt haben. FFP2-Mastenpflicht gilt außerdem für unsere Gäste im öffentlichen Bereich, außer im eigenen Zimmer, am Tisch im Restaurant oder im Pool.

Sollten sie sich weigern?
Das glaube ich eben nicht, weil sie ja auch für alle anderen Aktivitäten einen Test brauchen. Falls doch, müssen sie durchgehend FFP2 Maske tragen. 

Sie haben gesagt, Sie haben viel aus dem vorigen Sommer gelernt. Werden Maßnahmen, die nicht sinnvoll waren, auch weggelassen?
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass es in erster Linie um Aerosole geht. Daher kann es sehr wohl Büffets wie bisher geben, wichtiger ist das Maske-Tragen und den Abstand zum anderen Gast einzuhalten. Im vorigen Sommer durften wir ja nicht einmal Blumen auf den Tisch stellen. Wir fokussieren uns jetzt vor allem auf jene Maßnahmen, die erwiesener Maßen sinnvoll und wichtig sind. 

Wie sieht es mit den anderen Bereichen im Hotel aus? Pool, Fitnesscenter, Wellness?
In den Hotels sollen die gleichen Maßnahmen gelten wie überall und wie wir es bereits im letzten Sommer sicher organisiert hatten. Das heißt, dass jene Präventions- und Sicherheitskonzepte bei körpernahen Dienstleistungen wie Massage oder Kosmetik gelten wie im einschlägigen Institut oder beim Friseur. Sind Fitnesscenter geöffnet, dann gelten im Hotel die gleichen Regeln wie in einem kommerziellen, ebenso gilt im Pool die gleiche Abstandsregel wie in einem öffentlichen Bad. Bei den Indoor-Sportaktivitäten hoffen wir zumindest, dass Hallen wie z. B. Reit- Tennis- und Kletterhallen wieder benutzt werden dürfen.

Welche Rolle spielt das Training der Mitarbeiter?
Aus meiner Sicht eine entscheidende, denn die Mitarbeiter müssen Service und Sicherheit managen. Wir legen daher großen Wert auf Hygienetrainings, die Mitarbeiter müssen die Regeln sozusagen im Schlaf können. Das ist mit ein Grund, warum wir inständig hoffen, bald grünes Licht seitens der Regierung zu bekommen, denn auch die Umsetzung der Konzepte brauchen einigen Vorlauf. 

Wird es noch gedruckte Speisekarten geben?
Die Oberflächeninfektion hat, wie wir heute wissen, in der Pandemie eine untergeordnete Rolle gespielt. Aber ich glaube, dass viele digitale Lösungen und Wege, die Corona hervorgebracht hat, beibehalten bleiben, das ist ja zum Teil auch sehr praktisch. Wenn der Gast seine Speisen oder seine Spabehandlung bereits im Zimmer am Tablet oder Handy vorbestellt, entstehen kürzere Wartezeiten und weniger Berührungspunkte. Die Kommunikation über WhatsAapp mit den Serviceeinrichtungen – Restaurant – Zimmerservice – Wäscherei oder Wellness-Bereich funktioniert tadellos und ist wirklich empfehlenswert, um die Mobilität im Hotel geringer und damit sicherer zu halten.

Bleibt noch die Frage, welche Gäste überhaupt kommen dürfen?
Auf alle Fälle alle Österreicherinnen und Österreicher, die sich auch schon sehr auf einen Urlaub freuen. Und natürlich hoffen wir, dass die Einreisebestimmungen, die bis 31. Mai gelten, nicht mehr verlängert werden und wir viele unserer jahrelangen Stammgäste aus unseren Hauptherkunftsmärkten bald begrüßen können. 

Vielen Dank für das Gespräch.

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(Autorin: Dagmar Lang)

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