04.04.2021

Ein leerer Bauch debattiert nicht gern

Es gibt viel zu tun auf Österreichs prominentester Großküchenbaustelle: Der Umbau des Parlaments in Wien biegt in die Zielgerade und bekommt drei Küchen.

Österreichs prominenteste Baustelle biegt allmählich in die Zielgerade. Der an die griechische Antike angelehnte Theophil-Hansen-Bau wird seit Mitte Juli 2017 generalsaniert. Bisher läuft ein Großprojekt dieser Dimension für österreichische Verhältnisse relativ ruhig, will heißen skandalfrei, ab. Der Kostenrahmen beläuft sich auf rund 500 Millionen Euro. Ein sicheres Indiz, dass ein Sanierungsabschluss in Sicht ist, kommt der Tatsache zu, dass bereits die Küchen eingebaut werden, wie HGV PRAXIS in Erfahrung brachte.

Vier Gastronomiebereiche

Laut Plänen soll sich die Gastronomie in vier Bereiche gliedern: Highlight soll ein repräsentatives Dachrestaurant im 3. Obergeschoß mit vier Terrassen und Blick in allen Richtungen über die Wiener Innenstadt sein. Ein Ort, der das Zeug zum Hotspot hat, dürfte damit programmiert sein. Das Hauptrestaurant im Inneren des Gebäudes soll knapp 100 Sitzplätze haben, ein Selbstbedienungs-Restaurant weitere rund 90 Plätze. Ein Bistro für den schnellen Hunger und Imbisse aller Art ist mit knapp 50 Plätzen geplant. Allen Räumlichkeiten eigen ist viel Tageslicht, das generell beim Neubau eine große Rolle spielt, auch im Plenarsaal. Ähnlichkeiten zum Reichstagsgebäude in Berlin (Architekt: Sir Norman Foster) sind offensichtlich.

Von À la Carte bis Catering

Generalausstatter der Küchen ist die Loosdorfer Firma GTA. HGV PRAXIS gegenüber äußert sich Geschäftsführer Velimir Sever: „Die Küche im 3. OG wird als Frischküche eingerichtet. Die Anlieferung über den Keller und einen Aufzug in die Küche. Im Keller befindet sich auch eine Catering-Küche, die für Veranstaltungen dienen soll mit großen Getränke-Kühlzellen für die Zwischenlagerung. Die Küche beinhaltet die klassischen Bereiche einer Frischküche mit Lagerung, Kühlung, Vorbereitung, Zubereitung Kühlung und der angrenzenden Speisenausgabe Richtung Speisesaal. Ein Bereich der Küche ist auch für eine À la Carte-Versorgung ausgestattet.“

GTA ist auch mit der Errichtung der Spüle beauftragt. „Die Zentralspüle ist in unmittelbarer neben der Küche geplant, mit einer Topfspüle und einer großen Korbtransportmaschine. Der Speisesaal grenzt an die Küche an und ist neben der Warmausgabe mit Selbstbedienungs-Buffetinseln für Salat, Suppe und Getränke ausgestattet“, so Sever gegenüber HGV PRAXIS.

Aktuell montiert GTA die Küche im „Gastro Nationalratsaal“ mit einer Bar, Kaffee-Ecke und Geräten für kleine Snacks, der Bereich dient zur Stärkung der Parlamentarier während der Sitzungen im Plenarsaal. Die Fertigstellung der Küche ist für das vierte Quartal 2021 geplant.

Spannende Frage nach Betreiber

Ein Betreiber für die komplette Gastronomie wird aktuell gesucht. Ausgestattet soll ein künftiger Parlamentsgastronom mit einem Zehnjahresvertrag werden. Darin inkludiert sind auch eine Caféteria, potenziell zahlreiche Cateringaufträge sowie die Bespielung des prächtigen Palais Epstein, das zum Parlament gehört und in dem zahlreiche Abgeordnete untergebracht sind.

Damit im Verfahren höchstmögliche Transparenz herrscht, ist die ausschreibende und vergebende Behörde das Bundesverwaltungsgericht. Es ist zu erwarten, dass sich einige große Player der Szene um die Vergabe bemühen werden. Kulinarisch sollen die Restaurants einen Wiener und österreichischen Schwerpunkt aufweisen. Das heißt einen bunten Strauß an heimischen Spezialitäten wie Käsespätzle, Salzburger Nockerl, Esterhazy-Rostbraten und selbstredend das ubiquitäre Wiener Schnitzel.

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