17.04.2022

Ein Österreicher rockt die Schweiz

Der General Manager des Hard Rock Hotel Davos ist seit drei Jahren der Wiener Florian Walther. In seiner 30-jährigen Karriere hat er schon viel erlebt, einen kühlen Kopf zu bewahren ist seine Stärke

Davos ist eine Stadt mit Weltruhm. Vormals als Magnet für gutsituiertes Publikum, später als immer beliebterer Ort für Skibegeisterte und nicht zuletzt als Gastgeber des World Economic Forum. Zum breiten Portfolio an Hotels gehört seit 2018 das Hard Rock Hotel Davos, das erste auf dem europäischen Festland.

„Ich wurde nach Davos geholt, da das Hotel Anfangsschwierigkeiten hatte, 2019 ist die Auslastung gestiegen, 2020 war fantastisch und dann kam Covid“, erzählt General Manager Florian Walther. In solchen Zeiten werden starke Nerven und Erfahrung gebraucht, erzählt er. Und als Direktor bei verschiedenen internationalen Hotelketten hat  der gebürtige Wiener schon so Einiges auf verschiedenen Kontinenten der Welt erlebt. „Beworben habe ich mich einmal, für die Lehre, dann ging es ohne Bewerbungen“. Und wie?

Von Wolfsburg nach Uyo, nach Gabon ...

„Nach Wolfsburg“ – wo wir beide ein Gespräch vor locker 20 Jahren führten und Florian Walther Direktor Sales beim Ritz Carlton war – „habe ich mir ein Moped gekauft und wollte die Familie besuchen und in Österreich herumfahren. Und da kam ein Telefonat, ob ich nicht in Uyo, eine Stadt in Nigeria, das neue Hotel von Le Meridien eröffnen möchte. Fünf Wochen waren geplant, etwas mehr ist es geworden. Dann wurde ich Stellvertretender Direktor vom Sheraton in Lagos. Damals war der Direktor dort Alexander Gassauer, ein Österreicher aus Bad Gastein, von dem ich viel lernen konnte. Er war für Westafrika bei Sheraton verantwortlich“, erzählt Walther, seine erfolgreiche Laufbahn Revue passierend.

„Dann war ich vier Jahre Direktor von Le Meridien in Port Shanty in Gabon“. Die Länder der Welt reihen sich wie eine Perlenkette aneinander – es folgen Griechenland, China, Algerien, um einige zu nennen. Man hat in den Jahren auch einige Krisen miterlebt. „In Nigeria kam ein mächtiger Senator mit Bodyguards ins Hotel und da die Securities ihre Guns nicht abgeben wollten, entstand ein Skandal, das hätte schlimm enden können. Nur mit starken Nerven und Eloquenz kann man so eine Situation meistern. In Gabon hatten wir drei Wochen kein Wasser, da wurden Plastikflaschen mit Poolwasser gefüllt und jedem Gast zum Waschen, Duschen, was auch immer, in die Hand gedrückt. Dort kam eines Nachts ein bewaffneter Selbstmörder in die Lobby, es war meine Aufgabe ihn zu überreden und für alle Sicherheit zu schaffen“, kennt Walther viele Geschichten.

Es gab auch Unruhen, militante Straßenkämpfe, Bombendrohungen, Malaria, in all diesen Jahren gab es Momente, die einen kühlen Verstand und rasche aber gut überlegte  Reaktion verlangen. Bei solchen Krisen, weiß Florian Walther, muss man auch einen griffbereiten Notfallplan haben.

Das Comeback gelingt

So war es auch bei der Covid-Krise, der Plan sollte das Personal und auch die Gäste schützen. Bei strengster Disziplin und viel Verständnis für die Gäste. „Und nach der Krise sind die Leute wieder gekommen, jetzt haben wir wieder eine tolle Auslastung. Als Saisonhotel müssen wir mit verschiedenen Events und Sport in der Natur die Sommersaison genauso attraktiv machen, wie den Winter“, weiß der Direktor.

Die Marke hat eine sehr große Anziehungskraft, die Hotels sind sehr beliebt. Momentan machen die einheimischen Gäste über 60 Prozent aus, es gibt aber immer mehr Gäste aus dem Ausland, die Tendenz hält an. Die Hard Rock Hotels expandieren regelrecht in Europa, nach London, Amsterdam, Budapest, Dublin, Ibiza, Teneriffa und Madrid, werden im Sommer neue Häuser auf Malta und Marbella eröffnet. Florian Walther identifiziert sich voll mit der Philosophie der Hard Rock Hotels, hält mit seinem Kollegen Peer-Christian Fritz „Hard Rock“-Präsentationen vor den Studenten der IMC Krems.

Die Hotelgruppe von Indigenen

Das Imperium Hard Rock International gehört dem Indianervolk des Seminolen aus Florida, die von Landwirtschaft und Tourismus leben. Sie waren der erste Stamm, der 1979 im Reservat das Glücksspiel als Einnahmequelle einführte. Ende 2006 kauften die Seminolen für kolportierte 965 Mio. US Dollar die Britische Restaurantkette Hard Rock Café, vier Hotels unter dieser Marke und über 70.000 Erinnerungsstücken aus der Rockgeschichte. Seitdem hat das Unternehmen sein Portfolio stark erweitert.

„Die Mottos aller Hard Rock Betriebe: Love All – Serve All, Take Time To Be Kind, All is One und Save The Planet, sind aktueller denn je”, ist  Florian Walther sicher. „Die Hard Rock Health Foundation investiert in die Brustkrebs-Forschung, in der weltweiten Aktion Pink Ribbon.“ Die Werte des Unternehmens - Ehrlichkeit, Integrität und Professionalität zu praktizieren; jeden ermutigen sein Potenzial voll auszuschöpfen; persönliche Verantwortung für die Ergebnisse zu übernehmen; Markenbegeisterung durch Innovation zu schaffen und verstärkten Service zu bieten – sind offenbar die richtige Strategie für den Erfolg. 

(Von Tzvetana Tomova)

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