12.02.2022

Ein Stück Skigeschichte hautnah

Bad Kleinkirchheim ist im Klammer-Fieber. Pünktlich zur TV-Premiere von „Chasing the line“ rührt die Region noch einmal kräftig die Werbetrommel und präsentiert sich von seiner schönsten und sportlichsten Seite: Meet&Greet mit Franz Klammer, Schneeschuhwandern und kulinarische Momente inklusive. 

© Christina Grießer, BRM/Mathias Praegant
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Gerade richtet eine ganze Skination ihren Blick voller Freude nach Kärnten. Denn Matthias Mayer aus St. Veit an der Glan raste bei den olympischen Winterspielen in Peking nach Bronze in der Abfahrt auch zu Gold im Super-G, holt damit sein insgesamt viertes olympisches Edelmetall und schreibt mit diesem Rekord österreichische Skigeschichte.

Der Ausdruck Ski-Held mag in den meisten Ländern ein wenig übertrieben erscheinen, in Österreich nicht. Denn so ein großer Erfolg eines Skifahrers kann schon mal die ganze Nation in helle Aufregung versetzen. Das war auch vor 46 Jahren so, als Franz Klammer (ebenfalls Kärntner, wie die Tirolerin in mir neidlos eingestehen muss) am 5. Februar 1976 in einem spektakulären Abfahrtslauf bei den olympischen Winterspielen in Innsbruck (Tirol!) siegte und nicht nur die 60.000 Zuschauer live am Patscherkofel nach Luft schnappen ließ.

Allein dieses eine Rennen gab der österreichischen Filmszene Stoff für einen ganzen Kinofilm, der unter dem Titel „Chasing the line“ vor wenigen Tagen TV-Premiere feierte. Nicht umsonst trägt der Sohn einer Bauernfamilie aus Mooswald in Kärnten den Beinamen Skikaiser, ein Titel der noch heute Menschenmassen an- und nicht zuletzt auch nach Bad Kleinkirchheim zieht.  

Skifahren mit dem Kaiser

Bad Kleinkirchheim ist zwar keine ganze Skination, aber jedenfalls eine Skiregion durch und durch – und die ist mit dem Namen Franz Klammer eng verknüpft. Hat er hier in jungen Jahren doch seine erste Liftfahrt absolvierte und im zarten Alter von 18 Jahren sein ersten Europacup-Sieg eingefahren. Diese enge Verbundenheit ist auch heute noch tief verwurzelt und geht weit über Bilder und Autogramme hinaus. „Es klammert und franzt in Bad Kleinkirchheim“ heißt es auf den diversen Werbetafeln über die ganze Gegend verstreut. Das ist kein leeres Versprechen, Franz Klammer ist hier im wahrsten Sinne des Wortes Teil des Tourismuskonzepts. Wer den Skikaiser also gerne persönlich kennenlernen möchte, kann es in der Kurstadt ganz offiziell tun, und das direkt auf der Piste – vorausgesetzt man schafft es schon zeitig aus dem Bett. 

Frei nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt die Pistenraupe“ zieht man beim „Ski vor 9 mit Franz“ im Morgengrauen die ersten Schwünge in die frisch präparierten Pisten. Aus eigener Erfahrung heißt das: Der Wecker klingelt um kurz nach 5 Uhr, um 6:15 wartet bereits das Shuttle vor dem Hotel Pulverer, Treffpunkt bei der Talstation Kaiserburgbahn um 6:30 Uhr, einen schnellen Warm-up Coffee und ein paar Begrüßungsworte später sitzt die ganze Gruppe dann auch schon in der Gondel.

Aber, das frühe Aufstehen lohnt sich. Spätestens wenn man sich gegen 7 Uhr mit den ersten Sonnenstrahlen in der „Klammerhocke“ eingefunden und sich die Carving-Tipps vom Skikaiser persönlich einverleibt hat, sind die müden Knochen vergessen. Sympathisch, gut gelaunt und absolut nahbar plaudert Klammer zwischen flotten Schwüngen über sein Leben, die Leidenschaft zum Skifahren und natürlich über seine Karriere und den Olympiasieg. Gute zwei Stunden dauert das exklusive Skierlebnis, das mit einem Einkehrschwung in der Klammerstub’n beim gemeinsamen Berg-Brunch endet. 

Das Early Morning Skiing ist nicht ganz neu und wird mehrmals im Jahr, während der Skisaison angeboten. Voraussetzung ist neben dem frühen Aufstehen, ein geübter Skischwung. Die 100 Pistenkilometer schafft man währenddessen zwar nicht ganz, dafür bleibt aber auch im Anschluss an den Brunch noch genügend Zeit – bei Bedarf auch mit den Mitarbeitern der Skischule Krainer, die einen mit Begeisterung die Kärntner Nockberge näherbringen.

360° Kärntner Lebensgefühl

Über die Bergwelt erfährt man übrigens auch bei der geführten Schneeschuhwanderung mit Natur Aktiv Guide Wolfgang Krainer einiges. Gemeinsam stapft man gemütlich durch die unberührte Winterlandschaft, hält nach Tierspuren im Schnee Ausschau und genießt die Ruhe abseits des touristischen Trubels. Selbst ungeübte Schneeschuhwanderer können hier mühelos mithalten, wie ich erleichtert feststellte. Unsere Tour führte uns nach etwa zwei Stunden in die Klamerhütte – die trotz Namensverwandschaft nichts mit Franz Klammer zu tun hat – in der Feldpannalm, um die kulinarische Seite der Region kennenzulernen. Die traditionelle Kärntner Frigga aus Eiern, Speck und Käse, serviert mit rustikalem Schwarzbrot war hier erst der Anfang. Es folgte eine typische Kärntner Jause mit Speck und Käse sowie eine traditionelle „gefüllte Butter“ mit Kärntner Reindling.

Überhaupt ist die Kulinarik ein großer Bestandteil der Kärntner Identität und insbesondere von Bad Kleinkirchheim. Slow Food heißt die Bewegung, der man sich in der Gegend verschrieben hat. Darunter wird eine Gegenbewegung zum Fast Food verstanden, die sich für gutes, sauberes und faires Essen einsetzt. Bewusstes Genießen mit nachhaltigen Lebensmitteln aus der Region sozusagen. Mit etwas Glück kann man auch hier Franz Klammer ab und an antreffen, haben wir uns sagen lassen. Zum Beispiel in der Skihütte „Zum Sepp“, direkt an der Franz Klammer-Abfahrt oder in der Weltcup-Poldl-Hütte. 

Die gute Stärkung ist nach dem ganzen Sportprogramm – neben Skifahren und Schneeschuhwandern, kann man auch Rodeln, Langlaufen oder Tourengehen, im Sommer auch diverse Radsportarten ausprobieren – jedenfalls mehr als berechtigt. Müde Knochen lassen sich übrigens im heilsamen Thermalwasser wieder kurieren, und davon gibt es gleich zwei in Bad Kleinkirchheim. 

(Von Christina Grießer)

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