31.01.2020

Eine "Golden Gate Bridge für Wien"

Standortanwalt Alexander Biach plädiert dafür, Wien verstärkt als "Stadt der Brücken" zu vermarkten. Denn es wisse kaum jemand, dass die Stadt 1.716 derartige Bauwerke zähle und somit nach Hamburg die Metropole mit den meisten Brücken in ganz Europa sei.

"Es gibt Städte, wo man wegen der Brücken hinfährt - San Francisco, Amsterdam oder Venedig", meinte der in der Wirtschaftskammer angesiedelte Standortanwalt im Gespräch mit Journalisten. Dabei habe etwa die norditalienische Stadt an der Adria nur rund 400 Brücken. "Wien fällt nicht auf als Stadt der Brücken", so Biach. Mit einer professionellen Vermarktung und einigen Maßnahmen könnte sich das ändern und dadurch auch positive Effekte für die Tourismuswirtschaft erzielt werden.

Der Standortanwalt kann sich etwa gut vorstellen, die Nordbahnbrücke zum "architektonischen Schmuckstück" aufzuwerten. Anlass dazu könnte der geplante Ausbau der Schnellbahn-Stammstrecke werden. Denn zu diesem Zweck müsste das Bauwerk sowieso verstärkt werden. Mit einer hochwertigen Gestaltung samt Architekturwettbewerb könne dann sogleich ein Fotomotiv, das beispielsweise auch vom Kahlenberg gut sichtbar wäre, geschaffen werden. Biach würde sich wünschen, die Nordbahnbrücke über die Donau zu einer "Golden Gate Bridge für Wien" zu machen.

Lichtkonzept für mehr flair

Außerdem schlägt Biach der Stadt vor, die Vielzahl an Brücken über den Donaukanal mit einem neuen Lichtkonzept auszustatten. Als Vision schwebt ihm "Pariser Flair" wie bei einem Spaziergang an der Seine vor: "Das ist nicht sehr kostenintensiv, aber touristisch wirksam." Das derzeitige Beleuchtungskonzept entlang des Kanals habe inzwischen zwei Jahrzehnte auf dem Buckel, sei also nicht mehr wirklich zeitgemäß. Außerdem sei das Ufer damals noch nicht derart mit Lokalen belebt gewesen wie heute.

Gelegenheit, hier in den nächsten Jahren Schritte zu setzen, gibt es genug. Denn gleich bei ein paar Donaukanalbrücken, etwa der Radetzkybrücke, der Salztorbrücke oder der Schwedenbrücke, stehen in den kommenden Jahren Instandsetzungsarbeiten an. Dass sich Sicherungsmaßnahmen bzw. Reparaturen bei den vielen Wiener Brücken auf jeden Fall bezahlt machen - und das nicht nur unter dem Aspekt der Sicherheit -, steht für Biach aber sowieso außer Zweifel.

(APA/Red)

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