27.09.2021

Eine Sommersaison in Kärnten wie lange nicht

Kärnten hatte heuer die stärkste Hauptsaison im Tourismus seit zehn Jahren. Allein im August gab es drei Millionen Nächtigungen. Auch der Ausblick auf den Winter ist positiv.

Kärntens Tourismus ist deutlich besser aus der Krise gekommen als andere Regionen. Die ersten Zahlen zum Sommer bestätigen das: mit einem Plus von rund 7,6 % bei den Übernachtungen in der bisherigen Sommersaison.  Auch der August konnte mit einem Plus von rund 6,9 % das bereits sehr gute Vorjahresergebnis nochmals steigern. Die stärkste Hauptsaison der vergangenen zehn Jahre ist begleitet worden von einer Vorsaison auf dem Niveau von 2015/2016. Und das, obwohl über weite Teile im Mai die Betriebe noch geschlossen waren.

„Die Unternehmer das Comeback durch viel Einsatz geschafft“, freut sich Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig, der gemeinsam mit Josef Petritsch (Spartenobmann Tourismus- und Freizeitwirtschaft WKK) und Kärnten-Werbung-Chef Christian Kresse in einer Pressekonferenz die jüngsten Entwiclungen präsentierte.

Standortvorteil seien die frühen Impfungen für Gastronomiemitarbeiter gewesen. So habe man 8.000 Schlüsselkräfte zeitig impfen können. Dem pflichtete Petritsch bei: „Die Impfungen waren für uns ein großer Wurf.“  So habe man größere Clusterbildungen vermeiden können und Vertrauen für die Gäste geschaffen. Petritsch schätzte die Impfquote bei den Mitarbeitern im Tourismus auf 80 bis 85 Prozent ein. Auch kostenfreie Selbsttests für die Betriebe und ein digitales Gästeregistrierungssystem haben geholfen.

Mehr Ganzjahresbetriebe

Kresse sprach von einem „außergewöhnlichen Sommer“ und verwies auf neue Konzepte im Tourismus. „Viele Betriebe bauen jetzt Ganzjahresmodelle auf.“ Dies sei vielleicht ein positiver Effekt der Pandemie. Petritsch äußerte die Hoffnung, dass dies die Branche für Mitarbeiter attraktiver machen könnte, da es einfacher werde, im Tourismus zu arbeiten und sesshaft zu werden. Er räumte aber bezüglich des Personalmangels im Tourismus ein: "Das wird uns wahrscheinlich noch mehrere Jahre beschäftigen."

Die guten Zahlen des Sommer gebe Rückenwind für die Wintersaison. Alle drei zeigten sich auch bezüglich der Bundesregelungen für den Winter zufrieden, gerade durch die frühe Bekanntgabe könne man planen. Kresse verwies neben den Betrieben auch auf die Reisemärkte, dort würden langsam die Entscheidungen gefällt, wo man hinfahre. Im Herbst werde man noch einmal 1,2 Millionen Euro für Werbung in Österreich und Deutschland einsetzen.

Zum Winter betont Schuschnig, dass ein Offenhalten des Tourismus heuer mit allen Mitteln erreicht werden müsse: „Es darf zu keinem weiteren Totalausfall kommen. Mit der Impfung, dem Testen und der Gästeregistrierung haben wir heuer deutlich mehr Instrumente dafür in der Hand.“ Der Landesrat appelliert einmal mehr, sich impfen zu lassen. 

Volle Kraft in den Herbst

Davor gilt es noch den Herbst erfolgreich zu bewältigen. Mit einer Herbstoffensive unterstützt das Land Kärnten gemeinsam mit der Kärnten Werbung und den Tourismusregionen die Saisonverlängerung. Hierfür werden fast eine Million Euro in neue Angebote investiert. Insgesamt werden zwölf Projekte in den Tourismusregionen umgesetzt (mehr Informationen unter www.kaernten.at/herbsturlaub/). 

Kärnten Werbung Geschäftsführer Christian Kresse: „Für September und Oktober 2021 wird ein ähnlich gutes Ergebnis wie im letzten Jahr erhofft, hier konnte sich Kärnten mit einem Nächtigungsplus von 7,8 Prozent gegenüber dem Österreichschnitt, der einen Nächtigungsrückgang von 28,6 Prozent aufwies, deutlich hervorheben.“ Themen wie Natur-Aktiv Angebote, vor allem rund um Radfahren und Wandern sowie die sauberen Seen und die regionale Kulinarik ziehen bei den Gästen.

Die Herbstkampagne der Kärnten Werbung, die gemeinsam mit neun Kärntner Tourismusregionen, Urlaub am Bauernhof und Kärnten Radreisen umgesetzt wird, spricht Gäste in den Zielmärkten Österreich, Deutschland und den Niederlanden an. „Die gemeinsame Kampagne der Angebotsgruppe Herbst wird nach dem erfolgreichen Start 2020 heuer nun zum zweiten Mal durchgeführt. Diese Initiative legt den Fokus auf den gesamten Herbst, auch im Hinblick auf die Herbstferien in Österreich und Deutschland und soll dazu beitragen, die verlorenen Wochen der Vorsaison zu kompensieren“, so Kresse.

(APA/Red)

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