19.11.2021

"Eines ist sicher: nix ist fix!"

Für die gebeutelte Tourismusbranche ist die Einstufung Österreichs als Hochrisikoland durch Deutschland ein Schock. In Tirol gibt man sich vor der so wichtigen Wintersaison noch zuversichtlich und baut auf zielgerichtete Kommunikation. Wir haben uns bei den Tourismuswerbern umgehört.

Einen Komplettausfall wie in der letzten Wintersaison wollen sich die Tiroler Hotellerie, Seilbahn- und die Tourismuswirtschaft nicht einmal vorstellen. Die deutsche Reisewarnung für Österreich ist jedoch ein Schuss vor den Bug. Rückreisende aus Österreich müssen in Deutschland zehn Tage in Quarantäne, wenn sie weder geimpft noch genesen sind. Ein Freitesten ist ab dem fünften Tag möglich. Für Familien mit Kindern unter zwölf Jahren, die zu einem überwiegenden Teil ja noch nicht geimpft sind, ist die Situation ebenfalls kompliziert – wenn nicht noch eine praxisnahe Lösung für das Problem gefunden wird. Das alles wird die Verunsicherung bei den potenziellen Gästen steigern und zu Stornos führen. Wie gehen Tirols Tourismuswerber mit der Situation um? Wir haben uns (noch vor den jüngsten Entwicklungen) umgehört.

TIROL WERBUNG 

Mit welchen Auswirkungen für die Wintersaison in Tirol ist durch die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet durch die deutsche Bundesregierung zu rechnen?
Es wird eine Verunsicherung bei den potentiellen Gästen aus Deutschland geben. Durch konsequente Bereitstellung von Informationen auf www.willkommen.tirol versuchen wir, die Verunsicherung bestmöglich zu beseitigen. Die Einstufung als Hochrisikogebiet seitens Deutschland bringt für geimpfte und genesene Gäste keine Einschränkungen mit sich. Wir sind optimistisch, dass es eine Wintersaison geben wird. Als verantwortungsvolle Gastgeber haben sich Tourismusregionen und -betriebe umfassend auf die kommende Wintersaison vorbereitet und setzen entlang der geltenden Maßnahmen alles daran, möglichst schnell die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und somit eine sichere Wintersaison zu ermöglichen.

Besteht nun die Gefahr, dass der „Nachholeffekt“, von dem Geschäftsführer Florian Phleps zur Saisoneröffnung in Sölden sprach, abgewürgt wird? Oder ist die Lage trotz der schwierigen Umstände optimistischer zu sehen?
Die unmittelbare Nachfrage wird sich durch die Einstufung als Hochinzidenzgebiet mit Sicherheit verändern. Man muss hier jedoch die Gesamtsaison betrachten und sind deshalb der Überzeugung, dass die Aussage von Geschäftsführer Florian Phleps weiterhin gültig ist. 

Mit welchen Marketingmaßnahmen kann/wird die Tirol Werbung auf die aktuelle Entwicklung reagieren? 
Wir setzen weiterhin einen Schwerpunkt auf die sachliche Aufbereitung von Informationen für Einheimische, Gäste, Regionen und Betriebe. Wir haben bereits in den letzten zwei Wochen reagiert und die Inhalte auf der Informationswebseite www.willkommen.tirol an die aktuell geltenden Sicherheitsmaßnahmen angepasst und werden darüber aktuell informieren. Zusätzlich werden wir über diese Seite die Informationen verstärkt bewerben, um die Gäste bestmöglich zu informieren. Bei den klassischen Werbemaßnahmen sind wir derzeit etwas zurückhaltender.


TOURISMUSVERBAND KITZBÜHELER ALPEN ST. JOHANN IN TIROL
Geschäftsführer Gernot Riedel 

Mit welchen Auswirkungen für die Wintersaison ist durch die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet durch die deutsche Bundesregierung zu rechnen?
Gäste wie Betriebe werden dadurch neuerlich massiv verunsichert. Die Buchungsvorausschau wäre grundsätzlich positiv, ob und wieweit es durch die zu erwartenden Einschränkungen in Österreich sowie den Nachbarländern dabei bleibt, ist abzuwarten. Eines ist sicher: nix ist fix!

Ist die Wintersaison trotz der schwierigen Umstände noch immer optimistisch zu sehen?
Grundsätzlich ist eine Wintersaison mit 2G sicher möglich, wobei einerseits potenzielle Gäste vorab wegfallen, und viele andere, vor allem in Hinblick auf Kinderregelungen, etwaige kurzfristige Einschränkungen vor Ort etc. verunsichert sind. Es fehlt leider für uns alle in dieser Zeit jegliche Planungssicherheit, so auch für unsere Gäste. Somit wird sich wohl vieles erst in letzter Minute entscheiden… das Positive: die Reiselust ist groß!

Wie unterstützen Sie besorgte Betriebe und wie informieren Sie Gäste über Maßnahmen, Regeln, Entwicklungen etc.?
Das passiert schon seit über einem Jahr laufend und regelmäßig: via Website, Newsletter, Social Media, telefonisch, per E-Mail usw. Die Herausforderung liegt aber darin, dass sich die Regelungen laufend und inzwischen in einem fast unüberschaubaren Ausmaß ändern, sodass es schwierig ist, Gäste wie Betriebe auch nur einigermaßen am Laufenden zu halten. Unterstützt werden wir hier inzwischen aber auch durch Tools der Tirol- und Österreichwerbung.


INNSBRUCK TOURISMUS 
Geschäftsführerin Karin Seiler 

Mit welchen Auswirkungen für die Wintersaison ist durch die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet durch die deutsche Bundesregierung zu rechnen?
Im Vergleich zum letztjährigen Winter befinden wir uns in einer Situation, in der es zu differenzieren gilt. Für geimpfte und genesene Personen ergeben sich trotz der neuen Rückreise-Regelungen der deutschen Bundesregierung keine Mobilitätseinschränkungen, es ist lediglich eine digitale Einreiseanmeldung vor der Rückreise auszufüllen. Die Test- und Quarantänepflicht betrifft jene Personen, die nicht geimpft sind. In der Region Innsbruck wie in ganz Tirol gelten weitreichende Sicherheitsmaßnahmen und aktuell die 2-G-Regel (geimpft/genesen) für Gastronomie, Hotellerie und Seilbahnen. Mit dieser Regelung in Kraft, gehen wir davon aus, dass die Wintersaison stattfinden kann.

Ist die Wintersaison trotz der schwierigen Umstände noch immer optimistisch zu sehen?
Durch die differenzierte Situation für geimpfte/genesene und nicht-geimpfte Personen sowie durch die 2-G-Regelung, die für Gastronomie, Hotellerie und Seilbahnen gilt, sind wir optimistisch, dass Urlaub möglich ist. Wir hoffen, dass wir zahlreiche Gäste diesen Winter in der Region Innsbruck begrüßen dürfen und sie den Winter in all seinen Facetten erleben können.

Wie unterstützen Sie besorgte Betriebe und wie informieren Sie Gäste über Maßnahmen, Regeln, Entwicklungen etc.?
Unsere Betriebe informieren wir über die aktuellen Entwicklungen mit Newsletter-Mailings und in unserem Mitgliederportal, in dem wir alle Informationen übersichtlich gesammelt haben. Zudem unterstützen wir die Safe-Service-Initiative für die Mitarbeiter der Betriebe und haben Test-Kits an die Betriebe ausgegeben. Ebenfalls haben wir die digitale Gästeregistrierung für die Betriebe im Verbandsgebiet realisiert als diese verpflichtend wurde. Für unsere Gäste stellen wir auf unserer Website umfassende Informationen bereit. Zudem bieten wir als befugte Teststelle kostenlose Antigentests an.


TOURISMUSVERBAND OSTTIROL

Mit welchen Auswirkungen für die Wintersaison ist durch die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet durch die deutsche Bundesregierung zu rechnen?
Wir erhoffen uns durch diese Sensibilisierung vor allem, dass der Fokus auf Sicherheit zusätzlich geschärft wird und unsere Gäste wissen, dass wir zu jederzeit ihr Wohl und ihre Sicherheit an erste Stelle reihen. 
 
Ist die Wintersaison trotz der schwierigen Umstände noch immer optimistisch zu sehen?
Da es geimpften und genesenen Personen mit entsprechendem Nachweis möglich sein wird, ihren Urlaub ohne Einschränkungen zu genießen, warten wir hoffnungsfroh auf deren Ankunft und werden alles uns mögliche tun, um ihren Urlaub in ein ganz besonderes Erlebnis zu verwandeln. 
 
Wie unterstützen Sie besorgte Betriebe und wie informieren Sie Gäste über Maßnahmen, Regeln, Entwicklungen etc.?
Für uns ist die Sicherheit unserer Mitarbeiter, Stakeholder, Einheimischen und natürlich unserer Gäste das oberste Gebot. Dafür bereiten wir die aktuellsten Informationen, welche wir von den Behörden erhalten, in gut verständlicher Weise auf unseren Kommunikationskanälen auf. Auch die Mitarbeiter in den Informationsstellen werden entsprechend geschult, um entsprechend beauskunften zu können.
 

TOURISMUSVERBAND PAZNAUN – ISCHGL
Geschäftsführer Dietmar Walser 

Mit welchen Auswirkungen für die Wintersaison ist durch die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet durch die deutsche Bundesregierung zu rechnen? 
Diese Regelung betrifft vor allem nichtgeimpfte Personen, die bei der Rückreise nach Deutschland eine Quarantäne antreten müssten. Für geimpfte Gäste stellt die Reisewarnung keine Einschränkung dar. Somit können geimpfte Gäste jederzeit einen sicheren und erholsamen Urlaub im Paznaun verbringen. Generell haben bereits vor der 2G-Ankündigung der Bundesregierung viele unserer Betriebe auf 2G umgestellt. Mit größeren Auswirkungen auf die Buchungslage ist jedoch bei Familien mit Kindern unter zwölf Jahren zu rechnen. Alle Betriebe haben sich jedenfalls intensiv für diesen Winter vorbereitet und haben bereits im vergangenen Sommer bewiesen, dass unsere Sicherheitskonzepte greifen. 

Ist die Wintersaison trotz der schwierigen Umstände noch immer optimistisch zu sehen? 
Wir sind davon überzeugt, dass unsere umfangreichen Gesundheitsmaßnahmen ein maximal sicheres Urlaubserlebnis ermöglicht. Unsererseits bedarf es diesen Winter jedenfalls einer hohen Flexibilität bei der Handhabung kurzfristiger Buchungsanfragen. Feststeht, dass sich die Menschen nach einem Winterurlaub sehnen und Skifahren ist und bleibt eines der schönsten Freizeiterlebnisse. 

Wie unterstützen Sie besorgte Betriebe und wie informieren Sie Gäste über Maßnahmen, Regeln, Entwicklungen etc.? 
Wir unterstützen auf all unseren Kanälen durch eine rasche Informationsweitergabe an Gäste, Mitarbeiter und örtliche Touristiker. Zudem stehen unsere Infomitarbeiter/innen jederzeit für jedwede Fragen zur Verfügung.


KITZBÜHEL TOURISMUS
Geschäftsführerin Dr. Viktoria Veider-Walser

Mit welchen Auswirkungen für die Wintersaison ist durch die Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet durch die dt. Bundesregierung zu rechnen?
Mit der 2G-Regelung war Urlauben in Tirol bereits vorher nur für Geimpfte und Genesene möglich, dies ändert sich durch die aktuelle Sachlage nicht. Was noch bilateral vereinbart gehört, ist der Umgang mit ungeimpften Kindern – in Österreich gibt es dazu einen sogenannten „Ninja-Pass“ der die laufenden Testungen in den Schulen berücksichtigt. Auch die sichere Gastfreundschaft – heißt, das regelmäßige Testen der touristischen Mitarbeiter – wird es weiterhin geben. Für unseren Advent gilt zudem 2G plus – heißt geimpft oder genesen PLUS ein negativer Antigen- oder PCR-Test für den Zutritt zum Weihnachtsmarkt. Wir sind somit bemüht, über die aktuell gültige Verordnung hinaus Sicherheitsmaßnahmen zu installieren.

Ist die Wintersaison trotz der schwierigen Umstände noch immer optimistisch zu sehen?
Es war davon auszugehen, dass die Infektionszahlen in den Wintermonaten steigen werden. Aus diesem Grund wurde eine Reihe von Maßnahmen vorbereitet, um diesem Umstand Rechnung zu tragen. Wir sind bestmöglich vorbereitet. Sofern seitens Regierung keine anderweitigen Regelungen kommen, sind wir mehr als optimistisch, dass ein Winterurlaub stattfinden kann.

Wie unterstützen Sie besorgte Betriebe und wie informieren Sie Gäste über Maßnahmen, Regeln, Entwicklungen etc.?
Den Service unserer Betriebe und Gäste haben wir seit Ausbruch der Pandemie zu unserer Hauptaufgabe gemacht. Laufende Newsletter, technische Lösungen wie die Registrierung mittels QR-Code, Informationsportale und der persönliche Kontakt tragen dazu bei, dass wir laufend im Austausch sind und jeder Leistungsträger in Kitzbühel bestmöglich informiert ist. Von quick facts über Kurzvideos haben wir versucht, die wichtigsten Informationen einfach aufzubereiten. Wichtig ist auch der Austausch auf überregionaler Ebene, um einheitliche Lösungen für unsere Gäste zu erwirken. Die Zusammenarbeit ist ausgezeichnet.

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