08.09.2021

Einschränkungen für Ungeimpfte

Nach Ampeln jetzt die Stufen: Die Bundesregierung hat die Rahmenbedingungen für Herbst und Winter definiert. Vertreter von Hotellerie, Gastronomie und Tourismus sind zufrieden.

Am Mittwoch hat die Bundesregierung einen Corona-Stufenplan vorgelegt, der sich an der Auslastung der Intensivstationen orientiert. Für Ungeimpfte wird es künftig schwieriger, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und die FFP2-Masken feiern großflächig ein Comeback. 

Die erste Stufe gilt ab 15. September, dann wird eine Auslastung von zehn Prozent der Intensivbetten erwartet (200 Betten). Antigen-Tests werden dann nur mehr eine Gültigkeitsdauer von 24 Stunden haben und die 3G-Regel gilt bereits bei Veranstaltungen ab 25 Personen. Eine FFP2-Maskenpflicht betrifft alle Bereiche, wo bisher MNS ausreichte. Beim Einkauf im Handel gibt es für Geimpfte eine Empfehlung für die FFP2-Maske, für Ungeimpfte eine Pflicht. Die Polizei wird stichprobenmäßig kontrollieren. 

Die zweite Stufe tritt eine Woche, nachdem eine Auslastung der Intensivbetten von 15 % (300 Betten) erreicht wurde, in Kraft. Wohnzimmertests gelten dann nicht mehr und die 2G-Regel (Geimpfte und Genesene) für die Nachtgastronomie sowie für Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze mit mehr als 500 Personen wird schlagend.

Bei einer 20%-igen Auslastung (400 Betten) sind sieben Tage später Antigen-Tests nicht mehr als 3G-Nachweis zulässig (nur mehr geimpft, genesen oder mittels PCR-Test getestet). Alle Bundesländer tragen den Stufenplan mit. In Bezug auf die Wintersaison werde es in einigen Tagen noch ein Abstimmungsgespräch mit den Branchenvertretern geben. „Nie wieder Lockdown in Österreich“, gab Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) als Parole aus.

Interessensvertreter begrüßen Maßnahmen

Der nun vorliegende 3-Stufenplan sei eine wichtige Orientierungshilfe für Betriebe und Gäste vor der bevorstehenden Herbst- und Wintersaison, betonte Robert Seeber, Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer (WKÖ), in einer ersten Reaktion. Positiv wertet Seeber die Ansage der Politik, dass ein weiterer Lockdown nicht in Betracht kommt. Als das „wichtigste Mittel im Kampf gegen die Pandemie“ sieht Seeber weiterhin die Erhöhung der Impfquote. Dabei sollte vor allem auf „niederschwellige Impfangebote, Überzeugungsarbeit und positive Anreize“ gesetzt werden. Zudem sieht der Branchenvertreter strenge Kontrollen der jeweils geltenden Hygieneregeln als wichtigen Hebel, um das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten.

„Mit dem 3-Stufen-Plan und mehr Kontrollen wird die Sicherheit noch deutlich zunehmen. Gäste und Mitarbeiter schätzen das enorm“, sieht ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer in den neuen Corona-Maßnahmen einen gelungenen Kompromiss: „Alles ist besser als ein Lockdown.“

Susanne Kraus-Winkler, WKÖ-Obfrau des Fachverbands Hotellerie, unterstreicht: „Sicherheit, Vorhersehbarkeit und Planbarkeit zukünftiger Covid-Schutzmaßnahmen sind für unsere Betriebe und vor allem auch für unsere Gäste aus dem In- und Ausland enorm wichtig. Mit dem heute präsentierten Stufenplan haben wir nun hoffentlich Klarheit für die nächsten Monate.“ Einen weiteren Lockdown gilt es jedenfalls zu verhindern. „Unsere Betriebe und Mitarbeiter haben mit zahlreichen Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag in der Pandemiebekämpfung geleistet. Der Sommer hat gezeigt, dass Hygienevorkehrungen und engmaschig kontrollierte 3G-Vorgaben bestens funktionieren“, so die Branchensprecherin.

Gastronomie-Obmann Mario Pulker schlägt in dieselbe Kerbe: „Unsere Betriebe, aber auch unsere Gäste haben gelernt, dass die 3G-Regel Teil eines Gastronomiebesuchs ist. Das gehört für Wirte wie auch Gäste bereits zum gastronomischen Alltag.“ Schmerzlich seien die präsentierten Maßnahmen für die ohnehin schon schwer getroffene Nachtgastronomie, da ab einer Intensivbettenauslastung von 15 Prozent nur mehr geimpfte oder genesene Personen Zutritt haben: „Hier droht zudem das Risiko, dass sich Feiern in den unkontrollierten privaten Bereich verlagern.“

Sicherheitsnetze für Arbeitgeberbetriebe 

Klarheit braucht die Branche auch bezüglich der Öffnungs- und der Einreiseverordnung, die beide Ende September außer Kraft treten, betont man außerdem bei der ÖHV. Außerdem bezüglich Entschädigungen für Covid-bedingte Ausfälle als Backup. Michaela Reitterer argumentiert: „Viele Arbeitgeberbetriebe leiden immer noch unter den massiven Ausfällen vom Herbst, dem Winter und dem Frühjahr. Wir brauchen Sicherheit für unsere Teams, unsere Partner und unsere Betriebe.“

Bestehenden Instrumente sollen rechtzeitig adaptiert und weiterentwickelt werden. „Wenn wir die in der Schublade haben, erwischt uns Corona weder gesundheitspolitisch noch wirtschaftlich am falschen Fuß“, so die Branchensprecherin und Hoteliere.

(Red)

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