12.09.2018

Erste Haftstrafe für Fake-Bewertungen

Richtungsweisendes Urteil in Italien: Der Betreiber eines auf getürkte Hotelbewertungen spezialisierten Unternehmens wurde zu einer Geldstrafte und neun Monaten Haft verdonnert.

In einer der ersten Rechtsstreitigkeiten dieser Art entschied das Strafgericht von Lecce, dass das Verfassen von gefälschten Bewertungen mit falscher Identität ein strafbares Verhalten ist, laut italienischem Strafrecht. Der Inhaber von PromoSalento, der Pakete mit gefälschten Bewertungen an Betriebe aus dem Gastgewerbe in Italien verkaufte, wurde zu neun Monaten Haft und einer Geldstrafe von rund 8000 Euro an Kosten und Schadenersatz verurteilt.

Bezahlter Bewertungsbetrug – wenn Unternehmen oder Einzelpersonen gefälschte Bewertungen an Betriebseigentümer ‚verkaufen‘ – stellt in vielen Ländern eine Rechtsverletzung dar, dies ist jedoch einer der ersten Vollstreckungsfälle, in denen es zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommt.

Die Reiseplattform „TripAdvisor“ unterstützte die Strafverfolgung von PromoSalento als Zivilkläger durch das Bereitstellen von Beweisen aus den umfangreichen, betriebsinternen Betrugsuntersuchungen und bot Unterstützung durch seinen italienischen Rechtsberater.

„Online-Bewertungen spielen eine wichtige Rolle im Tourismus und bei der Kaufentscheidung von Verbrauchern, aber es ist wichtig, dass sich jeder an die Regeln hält“, sagt Pascal Lamy, Chairman, World Committee on Tourism Ethics, UNWTO. „Gefälschte Bewertungen verstoßen eindeutig gegen die Richtlinien des World Committee on Tourism Ethics, die wir letztes Jahr als Leitfaden für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ratings und Reviews auf digitalen Plattformen veröffentlicht haben. Die Empfehlungen wurden in Zusammenarbeit mit TripAdvisor, Minube und Yelp entwickelt, und wir wissen, dass die Zusammenarbeit in der Branche bei der Bekämpfung von Bewertungsbetrug sehr wichtig ist.“

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