21.06.2021

Europas Bauern drängen auf Herkunftskennzeichnung

Die Europäischen Bauernverbände sind mehrheitlich für ein verpflichtende EU-Regelung, die möglichst einfach gestaltet sein soll.

Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Verarbeitungsprodukten und in der Gemeinschaftsverpflegung ist im Regierungsübereinkommen verankert. Derzeit arbeitet man noch an einer Umsetzung einer nationalen Regelung für Milch, Fleisch und Eier als primäre Zutat. Der Rechtstext soll noch 2021 der Europäischen Kommission zur Notifizierung vorgelegt werden.

Auf EU-Ebene hat die Diskussion über eine Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Produkte ebenfalls schön längst Fahrt aufgenommen. „Auch die europäischen Bauernverbände unter dem Dach der COPA sind mehrheitlich für verpflichtende Regeln“, so Nikolaus Berlakovich, Vertreter der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich im COPA-Präsidium. Die LK wünscht sich eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf europäischer Ebene, „weil erst eine Verbesserung der Transparenz die Basis für eine bewusste Kaufentscheidung bildet. Dieses Prinzip wird auch in der 'Farm to Fork'-Strategie der EU betont“, so Berlakovic.

Eine EU-Regelung müsse möglichst einfach sein, für die Verbraucher leicht zu verstehen, einfach umzusetzen für die Wirtschaft und problemlos zu kontrollieren für die Verwaltung", verlangt der Vertreter der LK Österreich im COPA-Präsidium von einer künftigen EU-weiten Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Produkte. Unter Herkunft im Sinne der Landwirtschaft verstehe man die Herkunft des Rohstoffes, nicht den Ort der Abfüllung oder Verpackung, betont Berlakovic.

Bauernbund ruft zum „Gastro-Check“" auf

Zusätzlichen Druck baut nun auch der heimische Bauernbund auf. Mit der Aktion „Frag deinen Wirt“ sollen Konsumenten dazu animiert werden, bei der Bedienung nachzufragen, woher das Schnitzel am Teller kommt. Damit wolle der Bauernbund speziell zu Beginn der Sommersaison für eine transparente Auslobung der Herkunft von Lebensmitteln in Gastronomie und Hotellerie sensibilisieren, heißt es in einer Presseaussendung, und „damit Konsumenten Wahlfreiheit haben“.

Bauernbund-Präsident Georg Strasser argumentiert weiter: „Bauern wie auch Wirte wollen mehr regionale Lebensmittel am Teller, doch spießt es sich zwischen Bauernhof und Speisekarte noch ein wenig. Einerseits wollen manche Wirte preiswert einkaufen, andererseits fehlt es auch oft an Bewusstsein beim Konsumenten, was die Herkunft des Essens am Teller betrifft.“ Mit dem Gütesiegel „AMA Genuss Region“ gebe es etwa  eine eine gute Möglichkeit zur Kennzeichnung.

(Red)

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Partner

Mediadaten