11.03.2021

Fairness für die Armen

Fairtrade bietet Unterstützung und fordert Solidarität für kleinbäuerliche Betriebe und Beschäftigte in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Vor genau einem Jahr erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO Covid-19 zur Pandemie und damit offiziell zu einer Krise globalen Ausmaßes. In Ländern des Globalen Südens, wo Social Distancing und Arbeit von zuhause aus oft nicht möglich sind, sind soziale und wirtschaftliche Folgen besonders gravierend. Fairtrade fordert mehr Solidarität mit benachteiligten Ländern. 

Rund 15 Millionen Euro für Soforthilfe und Wiederaufbau hat Fairtrade als globales Netzwerk aus eigenen Mitteln und mithilfe externer Geldgeber akquiriert. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit unterstützt die Umsetzung vor Ort. Von Aufklärung bis Desinfektionsmittel – es wird finanzielle Unterstützung für Grundlegendes gebraucht. 
Über 700 Produzentenorganisationen in 59 Ländern haben bereits Mittel erhalten, beispielsweise Ausrüstung für Hygiene und Schutz vor Ansteckung, Lebensmittel oder Unterstützung für Aufklärungskampagnen.

Weder kleinbäuerliche Familienbetriebe, noch Beschäftigte auf Plantagen haben einen Puffer, um solche Krisen abzumildern. Wo Menschen nicht viel mehr als das absolute Minimum von zwei US-Dollar pro Tag zum Leben haben, sind Jobverlust, höhere Lebensmittelpreise, Ausgangssperren und Mobilitätseinschränkungen existenzbedrohend. Fairtrade ruft Politik und Wirtschaft und Konsumenten auf, sich gezielt dafür einzusetzen, die Folgen der Pandemie in den Ländern des Globalen Südens abzumildern. Dazu gehört, faire Handelsbedingungen zu fördern und im Alltag auf faire Produkte zu achten.

Geld für Investitionen dringend gebraucht

In Asien erhielten unter anderem Fairtrade-zertifizierte Tee- und Kaffeeorganisationen Hygiene-Ausrüstung wie Schutzkleidung und Masken, außerdem Nahrungsmittel, Wasserfilter und Schulmaterial. Die Gelder für Soforthilfe und längerfristige Aufbaumaßnahmen werden dringend gebraucht, bestätigt Sanjeet Khurana, COO des asiatischen Fairtrade-Produzentennetzwerks NAPP, die die Umsetzung von Projekten vor Ort unterstützt. Zum Wiederaufbau gehören aber auch Trainings zu Klimaanpassung, Fruchtwechsel und Anbau in Mischkulturen: „Das trägt dazu bei, die Produktivität zu verbessern und Kosten zu verringern, um so Nachhaltigkeit langfristig zu sichern“, betonte Khurana.

(Red)
 

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