21.01.2021

Flughafen legt Pläne für dritte Piste auf Eis

Nach dem schweren Passagiereinbruch 2020 sind die Pläne für die dritte Piste auf dem Flughafen Wien in Schwechat fürs Erste auf Eis gelegt worden.

Es würden derzeit keine Maßnahmen für die Realisierung getätigt, sagte Flughafen-Vorstand Günther Ofner am Donnerstag. Vor der CoV-Pandemie war geplant, 2024 oder 2025 mit den Arbeiten zu beginnen. „Das Projekt ist nicht abgesagt“, es könnte aber sein, dass sich das „einige Jahre nach hinten schiebt“, so Ofner. Auch andere Investitionen wurden zurückgereiht.

Die für Luftfahrt zuständige Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) begrüßte am Donnerstag die Entscheidung des Flughafen-Vorstands und geht davon aus, dass die Baupläne für immer in den Schubladen bleiben werden und die dritte Start- und Landebahn gar nicht mehr gebraucht wird. „Wir werden in Zukunft deutlich weniger fliegen, als noch heute“, meinte die Ministerin. „Es ist aus diesem Grund wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll, den Bau der dritten Piste am Flughafen Wien nicht weiter voranzutreiben“, teilte sie in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Der Flughafen in Schwechat hofft auf einen Aufschwung ab Mitte des Jahres. „Während sich aus heutiger Sicht die ersten drei bis sechs Monate noch schwach entwickeln werden, ist ab Sommer und im zweiten Halbjahr ein deutlicher Anstieg bei den Passagieren zu erwarten“, teilte das börsennotierte Unternehmen, heute, Donnerstag (21. Jänner) in einer Presseaussendung mit. Nach 7,8 Millionen Passagieren 2020 rechnet der Vorstand für heuer mit 12,5 Millionen Fluggästen und einem kleinen Gewinn.

Heuer wieder schwarze Zahlen angepeilt

Die Flughafen Wien AG schrieb 2020 erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust. „Der massive Rückgang der Passagierzahlen hat natürlich auch tiefe Spuren in unserer Bilanz hinterlassen und das ist der erste wirklich maßgebliche Verlust in der Unternehmensgeschichte, aber: das ist schon Vergangenheit. Wir blicken jetzt auf das Jahr 2021 und da würden wir sehr gerne wieder zu schwarzen Zahlen zurückkommen und das wird auch der Fall sein, wenn ab Sommer der Reiseverkehr wieder so zunimmt, wie wir das jetzt erwarten“, so der Flughafen-Vorstand am Vormittag bei einer Online-Pressekonferenz, bei der zu hören war, dass die Krise die Passagierzahlen in das Jahr 1994 zurück katapultiert habe.

Aus heutiger Sicht werde 2021 ein Umsatz von 430 Millionen Euro, ein Betriebsergebnis (EBITDA) von 150 Millionen Euro und ein Nettogewinn von 4 Millionen Euro erwartet. Die Nettoverschuldung werde auf rund 100 Millionen Euro sinken und die Investitionen bei rund 62 Millionen Euro liegen. Die Liquidität sei für alle vorhersehbaren Krisenszenarien gesichert, hieß es in der Pressemitteilung.

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