24.03.2022

Flughafen Wien investiert in Klimaschutz 

Weil die Großaktionäre Wien und Niederösterreich in der Pandemie auf ihre Dividenden verzichtet haben, konnte der Flughafen Wien kräftig investieren: allein 62 Millionen in den Terminal 2, aber auch in die Photovoltaik-Anlage. Ab 2023 will man CO2 neutral sein. 

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt die beiden Flughafen-Chefs Günther Ofner und Julian Jäger sehr, vor allem im Hinblick auf das Leid der Menschen. „Angesichts des unfassbaren menschlichen Leids treten die wirtschaftlichen Aspekte völlig in den Hintergrund. Wir haben gemeinsam mit dem Flughafen Kosice, der nur 100 Kilometer von der Ukraine entfernt ist, Ersthilfe für Flüchtlinge eingerichtet. Aber natürlich ist der Krieg nach zwei Jahren Pandemie das Letzte, was wir brauchen können“, sagt Jäger. Sein Kollege Ofner ergänzt: „Es wird eine Weile dauern, bis das Vorkrisen-Niveau wieder zurück kommt, vor allem die Geschäftsreisen sind belastet.“

Doch beide rechnen mit einem starken Sommer, weil die Reisebereitschaft bei den Menschen sehr hoch ist. Langfristig ist Ofner vom Wachstum des Luftverkehrs überzeugt: „Erst 20 Prozent der Weltbevölkerung ist jemals in einem Flugzeug gesessen, 80 Prozent haben das noch vor sich.“ Außerdem werden auf der Welt 950 Verkehrsflughäfen gebaut, sicher „nicht, um dann leer zu stehen.“ 

Der Flughafen Wien ist jedenfalls für die Zukunft bestens gerüstet: Der Terminal 2 wurde im Zeit- und Finanzbudget punktgenau um 62 Millionen Euro fertiggestellt und wird am 29. März 2022 in Betrieb gehen. 
In der Eingangshalle erstrahlen wunderschöne Lobmeyr-Luster, demnächst wird hier noch vor der zentralen Sicherheitskontrolle für die B-, C-, und D-Gates mit Trzesniewski eine Wiener Urgestein Kultmarke eröffnen, danach tauchen die Passagiere in eine moderne Shopping- und Gastronomiewelt ein, deren Highlight die Wiedereröffnung des Bedien-Restaurants Zugvogel mit Blick auf das Vorfeld sowie ein Veganista/The Lala-Store mit vergangenen Köstlichkeiten ist.

Vienna Lounge ist ein Highlight

Blick aufs Vorfeld und auf die Photovoltaik-Anlage, mit der Vorstand Günther Ofner ab April 30 Mio. KWH Strom erzeugen und schon ab 2023 „den Flughafen Wien CO2 neutral führen“ will, hat man vom Prachtstück des Umbaus: der Vienna Lounge, 2400 Quadratmeter groß, modern mit Wiener Flair eingerichtet, mit Werken von Egon Schiele, Gustav Klimt und vielen anderen des Kooperationspartners Leopold Museum ausgestattet. Als Caterer garantiert der Gastronom Donhauser für erstklassige Qualität in der mehr als großzügigen Lounge, in der man auch duschen, arbeiten, relaxen und Meetings – mit Blick aufs Vorfeld – abhalten kann.

Flughafen-Großaktionärsvertreter, Wiens Bürgermeister Ludwig machte aus seiner Freude über das deutliche Wiener Flair keinen Hehl. „Hier fühlt man sich gleich zu Hause“, sagt Ludwig, für den der Flughafen besonders wichtig ist: 45 Prozent der Wien-Tourist/innen kommen mit dem Flugzeug, bei den ausgabefreudigen Kongress-Tourist/innen sind es sogar 75 Prozent. Dieses Segment will die Stadt gerade jetzt mit Förderungen wieder ankurbeln, hatte der Kongresstourismus unter der Pandemie besonders gelitten.

Auch für die Mitarbeiter/innen der Flughafen Wien AG waren die vergangenen zwei Jahre kein Honiglecken. „Zwei Jahre Kurzarbeit, die wir jetzt Ende März beenden, haben die Kolleg/innen sehr belastet“, bedankt sich Jäger für die großartige Arbeit, die dennoch geleistet wurde. Günther Ofner lobt den Teamgeist und den Zusammenhalt und hat viel Gefallen am „informellen Arbeiten“ gefunden. Dass es im Zusammenspiel mit den Teams des Flughafens und den Lieferanten gelungen ist, Zeit- und finanzielles Budget einzuhalten findet die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leiter bemerkenswert. Für Niederösterreich ist der Flughafen mit seinen 20.000 Beschäftigten ein ganz wichtiger Wirtschaftsmotor. Die beiden Großaktionäre Wien und Niederösterreich haben in der Pandemie auf ihre Dividende verzichtet, so dass der Flughafen weiter investieren konnte. Bei jedem Ausbauschritt wird dabei auf die Klimafreundlichkeit der Investition besonders geachtet. 

(Von Dagmar Lang)

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