28.05.2021

Freude über neue Corona-Lockerungen

Als ein wichtiges Zeichen in Richtung Rückkehr zur Normalität werden die Lockerungsschritte ab 10. Juni von Branchenvertretern gesehen. Für die Nachtgastronomie gibt es endlich Licht am Ende des Tunnels.

Bereits in den vergangenen Tagen sind Gastrobetriebe, Hotels und Freizeiteinrichtungen sehr gut gebucht gewesen. Laut einer aktuellen Erhebung des Economica Instituts habe die Öffnung unmittelbar im ersten Schritt ein wöchentliches Umsatzvolumen von rund 325 Mio. Euro ausgelöst. Beim Wegfall noch bestehender Einschränkungen, etwa im Veranstaltungsbereich, sei von weiteren Umsatzschüben auszugehen.

Für die Gastronomie sei mit der Ausweitung der Sperrstunde auf 24 Uhr eine ganz wichtige Forderung erfüllt worden, sagte WKÖ-Branchensprecher Mario Pulker. "Es beginnt ja auch die Fußball-Europameisterschaft, und dann können sich die Leute ein Spiel komplett anschauen und müssen nicht zur Halbzeit heimgehen." Mit der Lockerung der Abstandsregel würden nun auch Betriebe wieder aufsperren, für die das bisher unrentabel gewesen wäre, sagte Pulker. "Wir freuen uns auch, dass ab 1. Juli wieder Hochzeiten möglich sind." Diese Ankündigung sei wichtig, da man Hochzeiten ja länger vorausplanen müsse. Dass im Freien bald wieder 16 Personen zusammensitzen können, sei ebenfalls eine wichtige Erleichterung. "Wir hätten uns zwar eine Ausweitung auf 20 Personen gewünscht, aber immerhin kann man jetzt Geburtstagsfeiern und Taufen abhalten, das ist ganz wichtig." 

Umsatzsteuer-Reduktion auch für die Nachtgastronomie

Auch die Nachtgastronomie werde von der Verlängerung der Sperrstunde auf 24 Uhr profitieren, sagte Branchensprecher Stefan Ratzenberger, weil sich dadurch Geschäft von der Tages- auf die Nachtgastronomie verschiebe. Ungeklärt sei aber noch die wichtige Frage, ob etwa Getränke auch an der Bar konsumiert werden dürfen und ob die Masken-Auflage noch gelte. Solange es noch Einschränkungen gebe, entstehe der Gastronomie ein wirtschaftlicher Schaden, der kompensiert werden müsse, sagte Ratzenberger. Die Reduktion der Umsatzsteuer auf 5 Prozent, von der im vergangenen Sommer die Tagesgastronomie profitiert habe, müsste auch auf die Nachtgastronomie ausgeweitet werden, forderte der Sprecher. Bisher habe man diesen Vorteil nicht nützen können, da die Nachtgastronomie bis auf wenige Betriebe durchgehend geschlossen gewesen sei.

Hotellerie und Reisebranche zuversichtlich

Erfreut über die heute präsentierten Pläne zeigt sich auch die Sprecherin der Hotellerie, Susanne Kraus-Winkler. "Auch die Hotellerie profitiert von den angekündigten Lockerungen, denn jede Erleichterung erhöht die Wirtschaftlichkeit dieser Betriebe," zeigt sich Kraus-Winkler neben den Lockerungen im gastronomischen Bereich vor allem über den Wegfall der 20-m2-pro-Person-Regel erleichtert. "Die Lockerungen bei der Abstandsregelung, die Sperrstundenverlängerung, die Erhöhung der Personenzahlen und speziell auch die Ausdehnung der 3G-Regelungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen allen Seiten", sagte die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer. 

"Mit der Lockerung der Einreiseregelungen können ab Mitte Juni Personen von mehr als 100 Staaten künftig ohne Quarantäne in Österreich einreisen, sofern die bereits bekannte 3-G-Regel erfüllt wird", erklärte der Obmann des Fachverbandes der Reisebüros, Gregor Kadanka. "Für den Incoming-Tourismus und die Stadthotellerie sind dies natürlich enorm wichtige Schritte in Richtung Normalität."

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech begrüßte die Lockerung der Einreisebestimmungen und hofft nun das von der EU beschlossene einheitliche digital lesbare Zertifikat für Corona-Impfungen, Tests und Genesungen rechtzeitig mit 1. Juli kommt. "Wir erwarten, dass dieser Zeitrahmen hält, um mit Juli - pünktlich zu Ferienbeginn - Reisen innerhalb der EU so sorgenfrei wie möglich zu gestalten." Das "digitale EU-Covid-Zertifikat" kann ab Sommer sowohl auf dem Handy gespeichert als auch als ausgedruckter QR-Code mitgeführt werden.

(APA/Red)

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