15.02.2021

Fristverlängerung bei Einstellzusagen

Die Gefahr, dass Mitarbeiter aus Hotellerie, Gastronomie und Tourismus in andere Branchen abwandern, ist groß. Die Verlängerung der Wiedereinstellungszusage soll nun mehr Perspektive schaffen.

Zahlreiche Arbeitgeber – vor allem in der Tourismus-Branche – haben ihren Arbeitnehmern eine „Wiedereinstellungszusage“ gegeben – also die Zusicherung, dass der Arbeitsplatz zur Verfügung steht, sobald wieder geöffnet werden kann. Insgesamt haben rund 80.000 Arbeitssuchende eine Einstellzusage, 10.000 davon im Tourismus. 

Liegt eine Einstellungszusage vor, die derzeit bis zu drei Monate gültig ist, erhält die betreffende Person für diesen Zeitraum Arbeitslosengeld, ohne dass vonseiten des AMS Vermittlungsaktivitäten gesetzt werden. Da die Öffnung einiger Branche noch andauert, haben Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und Arbeitsminister Martin Kocher eine Fristverlängerung auf vier Monate ermöglicht.

„Sobald die ersten Öffnungsschritte möglich sind, wird die Tourismusbranche wieder qualifizierte Arbeitskräfte brauchen. Darauf bereiten wir uns mit der verlängerten Frist bei Einstellzusagen vor“, so Arbeitsminister Martin Kocher. Bis zum Zeitpunkt der Wiedereinstellung müssen jedoch zusätzlich Qualifizierungsangebote zur Verfügung stehen. „Diese reichen von Sprachkursen, über die Aneignung von Zusatzqualifikationen bis hin zu Lehrabschlüssen für Hilfskräfte.“

„Wichtiger Schritt für die Branche“

Bei Arbeitgebervertretern wurde die Verlängerung der Wiedereinstellungszusage sehr positiv aufgenommen. Zwar halten die Ganzjahresbetriebe ohnehin so viele Mitarbeiter wie möglich in Kurzarbeit, aber bei komplett fehlendem Umsatz sei das nicht für alle Mitarbeiter finanziell machbar. „Die Betriebe haben großes Interesse, diese Mitarbeiter zu halten und die Möglichkeit der Wiedereinstellungszusage ist für viele Hoteliers und Mitarbeiter eine gute Option“, so Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Die Verlängerung der Fristen nehme enormen Druck von den Mitarbeitern, sich neu zu orientieren. Gerade langjährige Mitarbeiter wollen in „ihren“ Betrieb zurück und damit auch in Zukunft eine berufliche Perspektive im Tourismus haben.

Mitarbeiter mit Wiedereinstellungszusagen sollten daher aus Sicht der Branche nicht schon nach zwei sondern erst nach sechs Monaten weitervermittelt werden. „Wir hoffen sehr, dass wir mit unseren bewährten Mitarbeitern im März die ersten Hotels sinnvoll öffnen können, die Verlängerung der Frist für die Wiedereinstellungszusage soll uns das nun ermöglichen“, unterstreicht die Branchensprecherin.
 

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