12.03.2019

Fulminantes GV-Symposium glänzte mit Top-Speakern

Mit anhaltendem Applaus ging das 9. GV-Symposium im randvollen Seminarsaal des Hilton Vienna Plaza über die Bühne. Die Veranstaltung bot ein äußerst vitales Bild der Gemeinschaftsgastronomie.

Trotz zweimaliger Nachbestuhulung blieb einigen Teilnehmern nur ein Stehplatz. Es sollte sich zeigen, dass die Erwartungen nicht nur nicht enttäuscht, sondern bei vielen Gästen übertroffen wurden. Das Motto von HGV PRAXIS “Weiter vorne bleiben – die GV als die bessere Gastronomie” sollte sich als dynamische thematische Lokomotive auswirken.

Gleich zu Beginn gab Vegan-Experte Felix Hnat einen Überblick über vegane und vegetarische Küche und ihrer Ausprägungen in der GV. Fazit: Nicht für ausgewiesenen Veganern wird pflanzliche Kost angeboten, sondern einmal mehr für jedermann, zumal die Bereitschaft von sogenannten Flexitariern, sich immer öfter mal vegan und vegetarisch zu ernähren, immer größer wird. Hier liegt noch sehr viel Potenzial in den Großküchen brach. Hnat führte in Zusammenarbeit mit HGV PRAXIS eine Umfrage durch, inwieweit veganes und vegetarisches Speisenangebot zur Bereicherung in den Betriebsrestaurants und Kantinen Anwendung findet. Und die Akzeptanz steigt nicht nur, sondern die Angebot werden auch immer ausgefeilter. Als Krönung seiner Ausführungen zeichnete Hnat mit Manstein-Geschäftsführerin Dagmar Lang das jeweils beste Catering-Betriebsrestaurant und Eigenregie-Restaurant aus: Für das Betriebsrestaurant der Porsche Holding in Salzburg, das von der SV Group betrieben wird gab es diese Auszeichnung wie auch für das Betriebsrestaurant DoN in der Allianz in Wien.

Mit großer Spannung wurde danach der Auftritt von Josef Donhauser erwartet. Der stille Shootingstar in der heimischen Catering-Szene zeichnete völlig offen und ohne Vorurteile die Entwicklung von seinen unternehmerischen Anfängen als Lokalbesitzer bis zum größten privaten Caterer Österreichs, der 1300 Mitarbeiter beschäftigt und 80 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

In dieser Tonart ging es nicht nur weiter, sondern der deutsche Business-Caterer Martin Frühauf vermochte noch eines draufzusetzen. Ebenfalls aus kleinsten unternehmerischen Anfängen emporgestiegen, betreibt Frühauf heute dreizehn Betriebsrestaurants von Hamburg bis München mit 150 Mitarbeitern. Der erklärte Qualitätsfreak zeigt keine Scheu Austern und Hummer auf die Karte zu setzen und verkauft diese Spezialitäten auch noch. Sein jüngster Coup ist der Münchner Bürokomplex “Newton”, in dem 1500 Mitarbeiter täglich zu seinen Gästen zählen und von Frühauf in einer kulinarischen Erlebniswelt verwöhnt werden. Und das mit einem Zufriedenheitsfaktor, der extrem hoch ist.

Richtig wach zu rütteln vermochte im Anschluss Maria Fanninger vom Verein “Land schafft Leben”, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Kreislauf von Lebensmitteln für Menschen wieder nachvollziehbar zu machen. Anhand selbst erlebter Beispiele am Bauernhof illustrierte Fanninger wie entrückt die Mehrheit der Menschen heute von jener Realität ist, in der Lebensmittel produziert werden. In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch den ausgelutschten Begriff der Regionalität, von dem niemand wisse, was das eigentlich bedeuten soll. “Im Grunde meint jeder mit Regionalität die lokale Produktion direkt vor der Haustür im Dorf und wenn diese Produkte dann nicht von dort stammen oder verfügbar sind, dann greift man gleich zu internationalen Produkten, deren Herkunft in den Hintergrund rückt.”

Den Abschluss bildete nicht ein Blick nach morgen, sondern nach übermorgen. Christoph Thomann ist Experte für Insektennahrung und demonstrierte – mit Verkostungsmöglichkeit im Publikum – wie Heuschrecke, Mehlwurm und Co. schmecken. Es war für viele eine interessante Erfahrung, mancher wandte sich vor Ekel ab, manche fanden durchaus Geschmack daran. Immerhin verzehren weltweit zwei Milliarden Menschen täglich Insekten, um sich zu ernähren. Im Sinne von Klimawandel, Land- und Ressourcenverbrauch ein Trend, vor dem sich auch Europa kaum verschließen wird können.

Das 9. GV-Symposium war ein voller Erfolg mit durchaus begeisterter Resonanz und HGV-PRAXIS arbeitet bereits daran, dieses tolle Ergebnis im nächsten Jahr beim 10. GV-Symposium noch zu toppen.

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