27.11.2020

Generationswechsel bei Ötztal Tourismus

Bernhard Riml übergibt nach 15 Jahren das Amt des Obmanns von Ötztal Tourismus an seinen Nachfolger Benjamin Kneisl.

Als einer von fünf Tiroler Tourismusverbänden hat auch Ötztal Tourismus 2020 seine Vollversammlung absolviert. Am 26. November trafen sich die Mitglieder unter strikten Auflagen. Es galt nach Ablauf einer fünfjährigen Funktionsperiode einen neuen Aufsichtsrat und damit auch einen neuen Vorstand für Tirols größten Tourismusverband zu wählen. Die Neuwahl markierte das Finale der 15-jährigen Obmannschaft von Bernhard Riml. Dessen Verdienste um die Entwicklung zu einem „der absoluten Vorzeige-Verbände Tirols“ (O-Ton Gerhard Föger) wurden in zahlreichen Statements gewürdigt. Riml übergibt ein aufgeräumtes Haus in höchst gesunder finanzieller Verfassung. Der Jahresabschluss für das Jahr 2019 mit rund 850.000 Euro Gewinn wurde von der Vollversammlung einstimmig angenommen. Riml erwies sich indes einmal mehr als Freund des Understatements. Er wolle nicht zu einem Monolog über den Erfolg des von ihm verantworteten Tourismusverbandes anheben, betonte der scheidende Obmann. Man müsse nur mit offenen Augen durch das Ötztal fahren, um zu sehen, was in den vergangenen 15 Jahren an Infrastruktur geschaffen wurde.

In guten Zeiten viel investiert

Der Jahresrückblick zeigte, dass 2020 trotz nötiger Sparmaßnahmen noch eine Reihe von Investitions-Akzenten am Programm standen. Darunter finale Arbeiten am Ötztaler Radweg oder die Errichtung einer neuen TVB-Zentrale in Sölden. „Wir wollten mit gutem Beispiel vorangehen und aktiv Projekte realisieren, bei der einheimische Betriebe beauftragt werden“, so Oliver Schwarz, Geschäftsführer von Ötztal Tourismus.

Wie auch immer die Entwicklung der kommenden Wochen aussehen mag: Das Ötztal steht Gewehr bei Fuß für eine Wiederaufnahme der internationalen Reiseaktivitäten. Mit einem Marketing-Budget von 1,3 Millionen Euro will man den Saisonstart prominent bewerben, sobald die Umstände dies als schlüssig erscheinen lassen.

Neuer Obmann mit Digital-Affinität

Zum neuen Tourismusverbands-Obmann gekürt wurde mit dem 33-jährigen Benjamin Kneisl ein Vertreter der jungen Unternehmer-Riege. Das Ötztal vollzieht somit einen Generationenwechsel an vorderster Stelle. Alt-Obmann Bernhard Riml kündigte seinen Nachfolger – dieser ist Gastgeber im Grünwald Resort Sölden – vielsagend als „Digital-Obmann“ an. Kneisl selbst betonte in seinem Antritts-Statement seine Affinität für neue, digitale Kommunikationskanäle: „Wir sind dazu aufgerufen, uns nachhaltig zu unterscheiden in der Flut an täglichen Informationen“. Besonders gelte es jetzt aber auch Themen wie Verkehr sowie die zukünftige Einbindung der Landwirtschaft in den Ötztaler Tourismus anzupacken, so Kneisl. Nicht zuletzt betrachtet er es als eine zentrale Herausforderung, junge Menschen wieder für den Tourismus zu gewinnen und die allgemeine Tourismusgesinnung zu heben. Dem neuen Obmann zur Seite stehen mit Lukas Scheiber (1. Obmann-Stellvertreter) und Peter Neurauter (2. Obmann-Stellvertreter) die bewährten Kräfte des bisherigen Vorstands.

Sparbudget im kommenden Tourismusjahr

2021 wird für Ötztal Tourismus mit erheblichen Einnahmenausfällen und daraus resultierenden budgetären Kürzungen in Höhe von 5,4 Millionen Euro einhergehen. Tirols größter Tourismusverband plant für 2021 nun mit einem Budget von 20,2 Millionen Euro. Trotz der fordernden Situation rief Aufsichtsrats-Vorsitzender Jakob Falkner die Unternehmerinnen und Unternehmer des Ötztals dazu auf, auch in schwierigen Zeiten nicht den Mut zu verlieren. „Wir müssen nun entschlossen nach vorne blicken. Die Situation wird sich hoffentlich ab Mitte kommenden Jahres wieder beruhigen, sodass wir in Folge wieder einen halbwegs normalen Geschäftsgang erwarten dürfen.“

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