23.11.2021

Gerhard Woerle für Lebenswerk ausgezeichnet

Gerhard Woerle hat 45 Jahre lang die Geschicke der Privatkäserei Woerle in Henndorf geleitet und in dieser Zeit Unternehmensgeschichte geschrieben.

Was vor gut 130 Jahren mit einer kleinen Käserei begann, ist heute eine der größten Privatkäsereien Österreichs mit internationalem Erfolg. Einen wesentlichen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte trägt Gerhard Woerle, der im Alter von 33 Jahren die Leitung des Betriebs von seinem Vater übernahm und diesen über vier Jahrzehnte leitete. Für seine außergewöhnliche Leistung, seinen Mut, Weitblick und persönlichen Einsatz wurde Gerhard Woerle diese Woche mit dem „Preis für das unternehmerische Lebenswerk“ von WKS und Land Salzburg ausgezeichnet.

Zielstrebiger Werdegang

Die berufliche Laufbahn Gerhard Woerles begann im August 1961 mit dem Antritt der Lehrzeit im elterlichen Betrieb. Weil es ihm schon immer wichtig war, über den Tellerrand hinaus zu blicken, zog es ihn in seinen Ausbildungsjahren auch nach Wolfpassing (München) und ins Allgäu, bevor er seine Ausbildung zum Käsemeister abschloss. Mit nur 33 Jahren übernahm Gerhard Woerle 1976 die Anteile seines Vaters und wurde zum Geschäftsführer des Familienbetriebs ernannt. Sein leidenschaftlicher Einsatz war von Beginn an sein Markenzeichen. Bereits sechs Jahre später legte er mit zwei wegweisenden Projekten den Grundstein für den heutigen Erfolg: In den 1980er Jahren ließ Woerle in Henndorf einen modernen Produktions- und Verwaltungskomplex errichten. Außerdem erkannte er die großen Chancen im Ausland und baute die Exportaktivitäten des Unternehmens mit der Schaffung der Marke „Happy Cow“ aus. 2018 wurde der Betriebsstandort in Henndorf mit der Errichtung eines Hochregallagers und dem Ausbau der Produktion erweitert. Kurz darauf startete der Bau der neuen Käserei, die nun alle Produktions- und Lagerstätten am Standort bündelt. Im Oktober 2020 und nach rund 60-jähriger Firmenzugehörigkeit übergab Gerhard Woerle die Unternehmensführung an seinen Sohn Gerrit.

Mitbegründer der ARGE Heumilch

Der heute 78-Jährige erkannte als einer der Ersten das große Potenzial der Heumilch und hatte maßgeblichen Anteil an der Gründung der ARGE Heumilch. Diese setzt sich für die Vermarktung der traditionellen Heuwirtschaft ein. Als Bausteine für seinen Erfolg sieht Woerle – neben seinem ausgeprägten Qualitätsdenken – sein gelebtes Werte-Bewusstsein. „Die gegenseitige Wertschätzung, ein respektvoller Umgang und verlässliche Handschlagqualität, unseren Partnern sowie unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber, waren mir immer enorm wichtig“, so der Heumilch-Pionier, der auch jeden Woerle-Milchbauern persönlich kennt.

Große Verdienste für die gesamte Mopro-Branche

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit fand Gerhard Woerle auch Zeit, sich für die Anliegen der Branche einzusetzen. Als Bundesinnungsmeister der gewerblichen Molkereien kümmerte er sich zwischen 1990 und 1994 vor allem auch darum, entsprechende Rahmenbedingungen für den EU-Beitritt zu schaffen. Dafür erhielt er 1997 das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“. Für sein Engagement um die heimische Käsewirtschaft wurde er 2012 mit dem „Ehren-Käsekaiser“ der Agrarmarkt Austria ausgezeichnet. 2020 wurde ihm der renommierteste Branchen-Award, der „Große Preis der Industrie“, zuteil.

(red)

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