22.01.2022

Geschafft: Freistädter Hotel bereits in Bau

Dietmar Hehenberger ist und bleibt doch ein Macher. Aufgrund einer erheblichen Finanzierungslücke holte er einen langjährigen Freund als Investor mit ins Boot: Wolfgang Hochreiter.

Es ist geschafft. Seit gut einer Woche sind „Am Anger“ in der Mühlviertler Bezirksstadt Freistadt die Bagger aufgefahren und im Begriffe, ein riesiges Loch auszugraben. Darin werden die Fundamente für eine Tiefgarage und einen dreißig Meter hohen Hotelturm gegossen. Nach jahrzehntelangen Verhandlungen mit verschiedenen Standortwechseln und sich abwechselnden Investorengruppen konnte das Hotelprojekt Freistadt nun zu einem guten Ende geführt werden.

Freund springt als Investor ein

Vor den Weihnachtsfeiertagen schien das Projekt noch an einem seidenen Faden zu hängen (hier geht’s zum Bericht). Aufgrund exorbitant gestiegener Gewerke-Preise sah sich Projekt-Mastermind – der Hotel Guglwald-Gründer Dietmar Hehenberger – nicht mehr dazu in der Lage, die von 15 auf 23 Millionen Euro gestiegene Investitionssumme alleine zu stemmen. Aber Hehenberger ist keiner, der die Flinte gleich mal ins Korn wirft, sondern machte sich unmittelbar auf die Suche nach einem Investor, der ihm in Freistadt einspringt. Diesen fand er schlussendlich in seinem Freund, den Bad Leonfeldner Fleischindustriellen Wolfgang Hochreiter. Der Unternehmer-Kollege, der mehrere hundert Beschäftigte hat, ist auch in der Gesundheitshotellerie äußerst umtriebig. Zu seinem Reich gehören das Kurhotel Vortuna (Bad Leonfelden), seit 2016 das insolvente Sanatorium Rupp in St. Georgen im Attergau, das heute unter dem Namen Gesundheitszentrum „Am Kogl“ reüssiert. Der jüngste Coup ist die Übernahme des steirischen Lambrechterhofs in St. Lambrecht, den er 2020 gekauft und 2021 neu eröffnet hat. Auch hier geht es um Gesundheitstourismus im großen Stil.  

Und nun greift er seinem Freund Hehenberger finanziell unter die Arme. Wie genau die Beteiligungsverhältnisse liegen, darüber ist wenig bis nichts zu erfahren. Hehenberger zu Stammgast.Online: „Es wurde Stillschweigen darüber vereinbart. Eines ist aber klar, ich halte die Mehrheit an der Errichtergesellschaft.“ Würde die Beteiligung in etwa das Ausmaß der Preissteigerungen erreichen, müsste das gesellschaftsrechtlich etwas mehr als ein Drittel repräsentieren.

30 Meter Hotelturm

Nun ist die Baufirma am Zug. Es entsteht ein Hotelturm mit 111 Zimmern (222 Betten) mit gut dreißig Metern Höhe, einem Skyrestaurant, einem Infinity-Pool samt Auskragung in luftiger Höhe, einem Wellnessbereich, Tagungs- und Seminarkapazitäten und einer eigenen Markthalle, die in der erhaltenen, ehemaligen Viehversteigerungshalle untergebracht werden soll.
Neuigkeiten bietet auch die Betreiberfront. Hehenberger beabsichtigte für den operativen Betrieb von Hotel und Restaurant ein Gastronomie-Ehepaar zu verpflichten. Dieser Plan wurde nichts, der Projektbetreiber sucht nun einen operativen Geschäftsführer für die Betriebsgesellschaft (bei der er auch die Mehrheit hält) und will künftige Stabsstellen wie Küchenchef, Restaurantleitung und Empfangschef ebenfalls an der Betreibergesellschaft beteiligen, um einen Anreiz zu bieten.Geplante Fertigstellung: August 2023.

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