06.06.2019

Goldener Hirsch: Renovierung biegt in die Zielgerade

Kurz vor der Inbetriebnahme gab es einen ersten Baustellenrundgang auf Salzburgs bedeutendster Innenstadt-Baustelle: Dem Hotel Goldener Hirsch in der Getreidegasse.

Noch hievt der weithin über die Altstadtkulisse sichtbare Baukran im Minutentakt flüssigen Beton in das Dachgeschoß. Und dennoch steht der Eröffnungstermin bereits fest: Am 25. Juli wird zu Ehren des Eigentümers und Investors, des deutschen Industriellen Hans-Peter Wild, ein Eröffnungsfest gegeben.

Dann soll Salzburgs aktuell mondänste Baustelle, das traditionsreiche Luxushotel Goldener Hirsch – begehbar von der Getreidegasse und dem Herbert-von-Karajan-Platz – „wenn vielleicht auch noch nicht ganz fertig, dann doch bezugsfertig sein“, erklärte Eigentümer Hans-Peter Wild beim heutigen (6. Juni) Presserundgang. Der massive Aufwand, den dieser Komplex in den letzten zehn Monaten erfuhr, ist kaum vorstellbar. Es sind eigentlich sechs Häuser, die auf eine über 600-jährige Geschichte zurückgehen. Neben einer Platzgewinnung in den Kellern und im Souterrain, förderte der Umbau auch eine völlig desolate bzw. gar nicht vorhandene Statik zutage. „Das Haus steht nur aus Gewohnheit“, zitierte Eigentümer Wild seinen Statiker. In der Tat wurden tragende Mauerwerke freigelegt, die völlig ohne Fundament vorgefunden wurden. Dem nicht genug wurden bei der Platzgewinnung über 2500 antike bzw. antiquarisch bedeutende Fragmente – vom Tonscherben bis zum Bronzelöffel – gefunden. Mehrkosten für den Bauherren: 300.000 Euro für die Arbeit von sechs Archäologen der Uni München, die laut Wild „heute noch graben würden, hätten wir sie nicht hinauskomplimentiert“.

30 statt zehn Millionen

Nun ja, schön langsam ist ein Ende in Sicht, wenn auch zu horrenden Kosten: „Das erste Budget belief sich“, so Hans-Peter Wild im Gespräch mit Hotel & Touristik „auf zehn Millionen Euro. Jetzt liegen wir bei 30.“ Aber dafür wird es auch ein Luxushotel auf der Höhe der Zeit, das seinen berühmten Charme nicht verloren hat. Die Küche – das große organisatorische Problem – zieht in den Keller, der ebenerdig freigewordene Platz kommt dem Empfang, einer größeren Bar und einer neugeschaffenen Wein-Lounge zugute. An der Zimmerkapazität hat sich nichts geändert. Es gibt 70 Zimmer, von denen mehr als die Hälfte Suiten sind. Auch die letzten zwei Einzelzimmer gehören der Vergangenheit an.

80 Prozent der Stammmannschaft wiederbeschäftigt

Hausherr und Generaldirektor Wolfgang Putz ist die Freude darüber, in Bälde schon ein völlig neues Haus zu führen, ins Gesicht geschrieben: „Mir ist vor allem wichtig, dass über 80 Prozent unserer Stammmannschaft wieder im Goldenen Hirschen beschäftigt wird.“ Seine Tätigkeit in den vergangenen zehn Monaten umreißt er so: „Es gab jeden Tag viele Telefonate von Stammgästen, die meinten: ,Ihr müsst’s renovieren, dürft‘s aber nix verändern.‘ Oder: ,Erkenn‘ ich das Hotel eh wieder, wenn ich im Sommer komm.‘ Daran haben wir uns natürlich gehalten. Aber ein ganz klein wenig moderner werden wir doch, denn wir wollen ja auch neue Gäste für unser traditionelles Haus gewinnen.“

Newsletter bestellen

Mediadaten