13.12.2021

Gondelkabarett

Die Wintersaison ist holprig gestartet. Es wird Zeit für frische Gondelideen, findet Willy Zwerger in seinem Willys Gastro-Wochenrückblick.

Langsam, aber sicher werden die von Dr. Regierung verordneten Corona-Therapiemaßnahmen zum kabarettistischen Highlight, obzwar das Kabarett an sich dem durchaus unterschiedlich interpetierbaren Lockdown zum völlig unverständlichen Opfer fiel. Was im übrigen auch für die Gastronomie gilt, denn die Konzepte gegen die Covid-Ansteckungen waren bereits in beiden Genres in bewährter Manie perfekt ausgeklügelt und umgesetzt.

Und ich frage mich angesichts dieser jederzeit nachvollziehbaren und beweisbaren Fakten allen Ernstes, aus welchem humorlosen und kulinarischen Unvermögen die Regierungsberater einerseits und die zuständigen Minister, Landeschefs und Bürgermeister andererseits gestrickt sein müssen, um derlei gleichzeitig komische wie verwirrende Entscheidungen zu treffen. Bei allem Verständnis für die alles überragende Macht der schwarzen Liftbosse des österreichischen Westens, aber die Gondeln und Lifte als Tabuzone für das allgegenwärtige Virus zu betrachten ist nicht nur hochgradig naiv, sondern auch offensichtlich wirtschaftsgetrieben und machtdemonstrativ vertrottelt.

Sei es wie es momentan eben ist, aber mit dem Offenbleiben der Gondelbahnen eröffnen sich sowohl für die Gastronomie als auch für die Kabarettszene kleine, aber feine Chancen aktiv zu werden und somit geschäftlich zu reüssieren. Bieten Sie Gondelkabarett für – je nach Größe der Gondel – ein bis neun Zuschauer, stellen Sie Gourmetgondeln zur Verfügung für ein ebenfalls exklusives Klientel, verlangen Sie stolze Preise, beachten Sie penibel die 2G-Regel und legen Sie großen Wert auf Contact-Tracing, nicht nur zur Sicherheit, sondern vor allem fürs Image. Sie werden sehen, man wird Ihre Gondeln regelrecht stürmen. Zumal ja diese Idee quasi unendlich ausbaubar ist.

In Richtung Himmelbett-Gondel zum Beispiel, um diese auch des Nächtens auszulasten. Und weil wir schon bei der Hotellerie sind – wie wärs mit einer ausrangierten Gondel für Campingfreaks oder einem Nachbau aus Holz für Natur-Afficionados, die auf Hüttenflair stehen, sowie gut abgedichteten Gondeln in Teichen und Seen versenkt für Aquanauten. Sie sehen also, man kann aus allen völlig unverständlich anmutenden Entscheidungen von oben durchaus sehr viel Positives herauskitzeln. Man muss es nur tun.

redaktion(at)hotelundtouristik.at

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