06.06.2022

Großküche als Basis für ein Hotel

Das soeben eröffnete Hotel „Hi5“ in Seiersberg bei Graz punktet mit modernem Standard, der Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität miteinschließt. Die Basis bildet allerdings eine Großküche.

Die im Süden an Graz grenzende Gemeinde Seiersberg ist von reger Dynamik geprägt. Ansiedlungen aller Art, von Gewerbe bis Industrie, von Einkaufscentern bis Wohnraum, machen aus der Kommune eine boomende Region. Von der Stadt ist es nicht weit und umgekehrt genauso. Ganz im südlichsten Zipfel der Gemeinde wenige Meter vor der Nachbargemeinde Premstätten befindet sich der Betrieb der Familie Silberschneider. Ein über Generationen gewachsener Standort, direkt an der Straße, der als Sparmarkt begann, nach und nach um ein Wirtshaus und eine Tankstelle vergrößert wurde.

Übernahme nach Rückkehr aus Amerika

2007 schließlich haben Ulrike Essl-Silberschneider und ihr Mann Gerald Silberschneider den Familienbetrieb übernommen und standen sogleich vor einer enormen Herausforderung. Die in die Jahre gekommene Tanktechnik hielt mit modernen Herausforderungen und Vorschriften nicht mehr mit. Im Zuge einer Erneuerung investierte das Ehepaar, das zuvor eine erfolgreiche gastronomische Karriere in Amerika verfolgte, vorausschauend und erweiterte den gastronomischen Zweig. Über Mundpropaganda vermochten die Gleichenberg-Absolventen ein erfolgreiches Geschäftsfeld aufzubauen: Catering für Kindergärten, Horte und Schulen im kommunalen Bereich. Angefangen hat alles mit einer Anfrage aus einer Nachbargemeinde, ob es nicht möglich wäre, den dortigen Kindergarten mit Essen zu beliefern. So kam eines zum anderen und die Silberschneiders befanden sich bereits mitten im professionellen Cateringgeschäft, in dem es um Logistik, Lieferzeiten, Menüpläne, gesunde Lebensmittel, Temperaturkurven, Hygienekonzepte und Margenkalkulation im Cent-Bereich geht.

Wachstum erforderte neue Infrastruktur

Der Erfolg der Großküche äußerte sich in der ständigen Erweiterung des Kundenkreises: Aktuell werden 78 Outlets bis in den Norden von Graz mit Essen beliefert. 2500 Portionen werden täglich frisch gekocht. Allerdings nicht in gleichem Maße „mitgewachsen“ ist die Infrastruktur. Bis Gerald und Ulrike Silberschneider schlussendlich an einem Punkt angekommen sind, an dem sie entschieden: „Entweder gscheit oder gar nicht.“ Der Ansatz der Unternehmer, wie Gerald Silberschneider im Gespräch mit HGV PRAXIS betont: „Die Küche neu, zeitgemäß und auf eine mittelfristige Kapazität von 4000 Essen täglich auszubauen, gleichzeitig adäquate Administrationsflächen zu schaffen – die es bis dato nicht oder nur spärlich gab – und ein kleines Hotel gleich noch mit dazu zu errichten. Und das alles noch nach möglichst nachhaltigen und CO2-neutralen Bedingungen“, fügt der Unternehmer hinzu.

Silberschneiders Plan: Die Großküche als mit Abstand größter Energieabnehmer muss gleichzeitig als Energiequelle über Wärmerückgewinnung von verschiedensten Geräten bzw. der Nutzung von Biogas, das durch Lebensmittelreste entsteht, für das Hotel darüber dienen.

Attraktives Gesamtangebot

Mit diesem ambitionierten Ziel wurden sieben Millionen Euro investiert, die in den Bau eines neuen dreigeschoßigen Komplexes flossen, der nun eine hochmoderne Großküche und 26 Hotelunterkünften beherbergt. 17 davon sind klassische Komfort-Doppelzimmer, drei Suiten und sechs Appartements für Long-Stay-Gäste. Das Hotelkonzept richtet sich maßgeschneidert an den Markt: Es gibt verstärkt Anfragen für Long-Stay, zumal im Umkreis ansässige Firmen oft Unterkünfte gleich für ein ganzes Jahre buchen, um temporär beschäftigten Mitarbeitern eine Aufenthaltsmöglichkeit zu bieten. Businessgäste stellen einen weiteren interessanten Markt dar, aber auch Urlaubsgäste schätzen die ideale Lage des Hotels „Hi5“. Ob als Ausgangspunkt für Trips in die Weingegend oder die nahe Großstadt, ob motorisiert oder nicht, nirgends ist es richtig weit hin. Und auch an der Rundum-Versorgung wird nicht gerüttelt. Der Sparmarkt ist täglich geöffnet, die Tankstelle bietet nicht nur Sprit, sondern auch E-Ladestationen – im Hi5 ist man somit nicht nur bestens aufgehoben, vielmehr auch zu Gast bei Profis, die wissen wie Gastfreundschaft und Dienstleistung funktionieren.

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