22.11.2019

Groteske um vier Bäume

Das Hotel Sacher Salzburg will alte Bäume fällen und neue pflanzen, stößt dabei aber auf Unverständnis der Stadtpolitik. Die ÖHV leistet Schützenhilfe.

Acht Kastanien zieren die Terrasse des Hotels Sacher in Salzburg, vier davon sind angeblich krank. Im Zuge von Ausbau- und Renovierungsarbeiten plant die Familie Gürtler-Winkler die Bäume zu fällen, nicht jedoch ohne Ersatzpflanzungen ins Auge zu fassen. Insgesamt sollten zehn Jungbäume gepflanzt werden. Allerdings droht das Vorhaben am Veto der gründen Stadträtin Martina Berthold zu scheitern, die den Plan rundweg ablehnt und auch einen Kompromiss von vornherein ausschließt.

In die ganze Pflanzerei bringt sich nun auch ÖHV-Vizepräsident Walter Veit, seines Zeichens Hotelier in Obertauern, ein: „Die Bäume sind für Spaziergänger und Läufer, Radfahrer und alle Bewohner der Stadt als Schattenspender und Lufterneuerer wichtig. Die Einsicht und das Angebot der Hotelleitung, vier alte, aber gesunde Bäume durch zehn neue junge zu ersetzen, ist daher sehr wichtig.“ Dass eine Politikerin einen Kompromiss von vornherein ausschließe, ist für Veit unverständlich.

„Bitte etwas mehr Realitätssinn: Alte Bäume sterben, junge wachsen nach. That`s the circle of life“, verweist Veit etwa auf die 250 im Land Salzburg lebenden Biber, einige davon im Stadtgebiet. Das Sacher könne nur hoffen, dass sich ein oder zwei davon in der Nähe des Hotels ansiedeln: „Dann applaudiert Stadträtin Berchtold wohl jedem Biber, der einen Baum fällt, so wie am Leopoldskroner Weiher täglich zu sehen ist!“ Ob diese Schlichtungsversuche Früchte tragen, ist erst einmal ungewiss.

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