06.08.2021

„Grüner wird’s nicht!"

Der neue Prodinger Trendreport beschäftigt sich mit dem Thema, wie es gelingen kann, Nachhaltigkeit in der Hotellerie vor der gnadenlosen Vermarktung zu retten.

Die Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, Thomas Reisenzahn und Marco Riederer, analysieren im neuen Trendreport anhand praktischer Beispiele die Aktivitäten führender Hotelbetriebe rund um die in der Corona-Krise stärker denn je in den Blickpunkt geratenen Bereiche Natur und Nachhaltigkeit.

Zurück zum guten alten „Normal“? Sicher nicht im Tourismus!

Die Hotellerie kann die (neuen) Herausforderungen meistern, indem sie aus Herausforderungen Chancen macht. In einer breit angelegten Studie wird aufgezeigt, was sich in der Hotellerie verändern muss und kann. Und zwar jenseits billiger Marketingtricks, welche die verschiedenen Angebote letztlich nur austauschbar machen.

Einige der Kernaussagen aus der 88 Seiten umfassenden Publikation, mit der die Prodinger Tourismusberatung die Serie ihrer bisher erschienen und gefragten Trendberichte fortsetzt, lauten.

1. Naturnahes Leben als sinnliche Erfahrung während eines Hotelaufenthalts

Oft stehen österreichische Hotels inmitten einer Naturidylle. Der Hotelier wohnt und lebt hier oft seit Jahrzehnten. Häufig sind mittelständische Hotelbetriebe aus alten Bauernhöfen entstanden. Der Hotelier bzw. die Hotelière verfügt also über ein generationenaltes Wissen, wie man mit der Natur lebt ohne sie zu zerstören. Dieses Wissen kann er oder sie an Gäste weitergeben. Der Hotelier befindet sich also beim achtsamen Umgang mit unserer Umwelt in einer Pole Position. Diesen Vorteil sollte er aktiv nutzen. Und damit auch seine Verantwortung ernst nehmen. Er kann eine Vorbildfunktion ausfüllen und zum Inspirator seiner Gäste werden. Fröhlich, spielerisch, nicht mit erhobenem Zeigefinger.

2. Geändertes Reiseverhalten vieler Menschen

Während der Coronakrise hatten viele Menschen Zeit zum Nachdenken. Sie wollen und werden wieder reisen – aber vermutlich anders, vermutlich langsamer. Weniger Einkaufstrips mit dem Flugzeug in die Hauptstädte dieser Welt, dafür häufiger Urlaub im eigenen Land ohne lange Anreisewege. Gäste werden das Einfache, Unverfälschte suchen, weniger den Hype und aufgeregte Showerlebnisse. Weniger Exotik, sondern Kontakt mit „Locals“. Sie wollen sich inspirieren lassen und etwas aus dem Urlaub für ihr Leben mitnehmen, Erlebnisse wie Brotbacken statt Bungeejumping, Schlafen unter dem Sternenhimmel statt Party bis in den Morgen.

Noch stärker werden sich Geschäftsreisen verändern: Man wird nicht mehr zu jeder Vertragsunterschrift und zu jedem Treffen um den Globus jetten, vieles wird sich weiter virtuell/digital abspielen. Dies betrifft vor allem die kleineren Meetings. Klassische Konferenz- und Businesshotels müssen ihr vertrautes Geschäftsmodell überdenken.

3. „Nachhaltigkeit“ wird zum neuen Geschäftsmodell

Nachhaltiger Ressourcenumgang spart Kosten. Ein glaubwürdiges nachhaltiges Konzept führt zu besserer Mitarbeiterbindung und einer vereinfachten Mitarbeiterakquise. Zufriedene Mitarbeiter steigern die Gästezufriedenheit. Gäste suchen verstärkt nachhaltige, grüne Angebote – auch im Urlaub. Darauf muss sich auch das F&B einstellen, es muss regionaler und saisonaler werden. Artgerechte Tierhaltung wird auf dem Teller zum Normalfall, Billigfleisch zu einem No-Go. Die höhere Wertigkeit wird von den Gästen mit der Bereitschaft, höhere Preise zu zahlen, belohnt.

4. Österreich als nachhaltige Musterregion weltweites Vorbild

Laut Sustainability-Ranking 2020 liegt Österreich neben den skandinavischen Ländern und Neuseeland ganz oben im Spitzenfeld. Diese Position sollte der österreichische Tourismus nutzen und ausbauen, fordert Philipp Blom, Historiker, Philosoph und Bestsellerautor im Interview mit Uta Gruenberger. Auch er warnt davor, einfach zum „Normal“ zurückzukehren. Nachhaltigkeit sollte zum USP des österreichischen Tourismus werden.

Wir sollten radikal auf „Zero Carbon“ setzen und damit weltweit zum Trendsetter werden. Tourismus habe bisher eher zur Ressourcen-Verschwendung beigetragen. Dass es auch anders geht, könnte Österreich zeigen: „Wir können sehr wohl ein bisschen die Welt retten und trotzdem Geld verdienen. (...) Wir haben doch wirklich als reiche Menschen in reichen Ländern so viel Spielraum, unser Verhalten so zu ändern, dass es uns nicht wahnsinnig belastet, dem Planeten aber deutlich weniger schadet. Das muss man einfach einmal probieren. Gerade im Bereich der Dienstleistung wird das leider oft in vorauseilendem Gehorsam nicht versucht“.

5. Neue Macher, neue Ideen

Dass und wie so etwas geht zeigen heimische Architekten und Hoteliers, wie die Tiroler Architektin Monika Gogl mit ihrem Faible für Holz und naturnahe Materialien (z.B. im Wiesergut), die Hotelière Irene Auer mit ihrem Naturhotel Waldklause im Ötztal oder die Wiener Architekten BWM, die sich auf Gastronomie und Hotellerie spezialisiert haben und gerade das Hotel Straubinger in Bad Gastein revitalisieren.

Leuchtturmbetriebe werden vorgestellt

  • Naturhotel Forsthofgut in Leogang
  • Arosea Naturhotel im Ultental, Südtirol
  • Naturhotel Lüsnerhof, Lüsen, Südtirol
  • Naturhotel Leitlhof, Innichen, Südtirol
  • Biohotel Gralhof, Weissensee
  • Ruhehotel & Naturresort Rehbach, Tannheimer Tal

Chalethotels mitten in der Natur liegen voll im Trend. Hier kann sich der Urlauber zurückziehen und trotzdem die Annehmlichkeiten eines Hotelbetriebs nutzen. Auch dafür zeigt der Trendreport einige herausragende Beispiele. Zuletzt stellt der Report auch neue Finanzierungsmodelle vor.

Eine Leseprobe aus dem neuen Trendreport „Grüner wird’s nicht“ gibt es HIER zum Download.

„Grüner wird’s nicht“ | Prodinger Beratungsgruppe | Sommer 2021 | 88 Seiten
Gedruckter Report um € 89 zzgl. MwSt. unter tourismusberatung(at)prodinger.at

(Red)

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