21.05.2020

Heimattreue bei Lebensmitteln zahlt sich aus

Regionale Produkte kaufen kann zahlreiche positive Effekte erzielen, belegt nun eine Studie der Linzer Kepler Universität.

Eine soeben präsentierte Studie zeigt, dass Änderungen im Konsumverhalten und die vermehrte Verwendung heimischer Produkte spürbare positive Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft hätten. Gefordert wird auch ein kommunales Umdenken: Derzeit geht zu viel Ackerboden durch Verbauung verloren. „Setz ein Signal, kauf regional!“, lautet ein Fazit der Berechnungen der Johannes Kepler Universität Linz und der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW).

Stefan Jenewein (GAW) erläuterte bei einer Online-Pressekonferenz die enormen Effekte einer Reduzierung des Imports zugunsten einer verstärkten Nachfrage nach österreichischen Produkten. Würden von den Haushalten nur 10 % weniger importierte Lebensmittel gekauft, so würde dies abgesehen von ökologischen Pluspunkten ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt von 2,3 Mrd. Euro, zusätzlich mehr als 23.000 Arbeitsplätze und eine zusätzliche Lohnsumme von einer Milliarde Euro sowie einen fiskalischen Effekt von 700 Mill. Euro bringen, erklärte Jenewein. Bei 20 % geringeren Importen würden sich diese Beträge verdoppeln.

„Gewinnen würden durch eine steigende Nachfrage nach heimischen Produkten nicht nur die Landwirtschaft und die Hersteller von Nahrungsmitteln, sondern alle Wirtschaftssektoren.“ Laut den präsentierten Zahlen beträgt der Wert der österreichischen Importe von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten im weiteren Sinn mehr als 15 Mrd. Euro pro Jahr. Jeder Haushalt gibt demnach pro Monat durchschnittlich 600 Euro für Nahrungsmittel aus, Gasthausbesuche eingeschlossen.

Universitätsprofessor Friedrich Schneider sieht im verstärkten Griff nach heimischen Produkten einen mehrfachen Nutzen. „Die Landwirtschaft wird gestärkt, Arbeitsplätze werden gesichert und geschaffen und es wird ein konkreter Beitrag zum Wiederaufbau des Landes geleistet“, betonte Schneider. Zudem würde etwa durch kürzere Transportwege auch die Umwelt profitieren.

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