07.02.2022

Herrengulasch

In Willys Gastro-Wochenrückblick geht es diesmal um die "Vergenderung von Speisen". Was das sein soll? Lesen Sie.

Mein ganz persönlicher Kampf gegen die Genderinnenmafia hat nun auch die Gastronomie erreicht. Nach den von anderen Lobbyisten angezettelten Verboten von angeblich politisch unkorrekten Speisen wie Zigeunerschnitzel, Mohr im Hemd, Negerbrot oder Kleiner Brauner sowie dem Durchgendern der üblichen christlichen Gebete wie „Vater unser“ und „Gegrüßet seist du Maria“ geht es nun wiederum den Speisen an den kulinarischen Kragen.

Witzigerweise dürfte es immer wieder Menschen geben, denen so fad im Schädel ist, dass sie es als ihre Lebensaufgabe betrachten, bestens etablierte Namen für kulinarische Kreationen auch einen andersgeschlechtlichen Touch zu geben.

Vordergründiges Beispiel dafür: das Herrengulasch. So soll es nun auch ein Damengulasch geben, jedoch nicht mit Rindfleischwürfeln, Spiegelei und aufgefächertem Gurkerl wie das Herrengulasch, sondern mit Tofuwürferl, Erdäpfelrösti und aufgefächerter Käferbohne. Beim steakbezogenen Gentlemen‘s Cut wurde ja mit der etwas kleineren Version namens Lady’s Cut bereits längst ein weibliches Pendant kreiert.

Interessant wird die Sache beim Jägerschnitzel respektive bei der Wildererpfanne. Zum einen, weil man auch hier über die Political Correctness diskutieren könnte und zum anderen, weil die Jägerinnen und Wildererinnen dieser Welt permanent insistieren, dass ihnen das jeweils ihrem männlichen Berufs- und Berufungs-Kollegen zugeordnete Gericht genau so gut munden würde.

Beim Grenadiermarsch gabs Einwände von etlichen weiblichen Soldatinnen, die da – ordentlich durchgegendert – eine Zugsfüherinnenpolka forderten. Das Martinigansl bekam eine Martinaente zur Seite gestellt, der eher männliche Bierbraten ein liebliches, weibliches Prosecco-Filetspitzerl vom Huhn und die Kardinalschnitte einen Zölibatessinnenpudding.

Ob die Maurerforelle mit ihrer weibliichen Partnerin Friseusenkarpfen große Freude haben wird, sei jetzt dahingestellt, aber sicher ist, dass sich der Christstollen genau so wie der Punschkrapfen bereits auf die Atheistinnenkrapfin und die Eierlikörbageline freuen. Wie es dann mit dem Hot Dog in Sachen Genderwahn weitergeht ist jedoch noch ungewiss. Weil Lauwarm Cat kann ja echt nicht die Lösung sein. Oder?

redaktion(at)hotelundtouristik.at

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