12.11.2021

Hochrisikogebiet, Reisewarnungen: Es droht ein harter Winter

Deutschland will Österreich wegen der gestiegenen Infektionszahlen erneut auf die Liste der Hochrisikogebiete setzen. Der Tourismus wird sich auf neue Reisewarnungen wichtiger Herkunftsländer einstellen müssen.

Deutschland will Österreich wegen der gestiegenen Infektionszahlen erneut auf die Liste der Hochrisikogebiete setzen. Die Einstufung soll schon ab Sonntag in Kraft treten. Auch Tschechien und Ungarn würden von Berlin zu Hochrisikogebieten erklärt, berichtete die Funke Mediengruppe laut Reuters. Geimpfte und Genesene müssen demnach nach Rückkehr aus diesen Ländern aber nicht in Quarantäne, Ungeimpfte jedoch nach Rückkehr eine zehntägige Quarantäne antreten, die frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test beendet werden kann.

Bisher reichte für die Einreise aus Österreich nach Deutschland ein 3-G-Nachweis. Künftig würde dann eine Anmelde- und Quarantänepflicht gelten mit Ausnahme für Geimpfte und Genesene. Sie müssen künftig vor der Einreise eine digitale Einreiseanmeldung durchführen und dabei ihren Impf- oder Genesungsnachweis hochladen. Bei der Einreise ist die Bestätigung der Anmeldung mitzuführen. Österreich war erst im Juni von der deutschen Risikoliste gestrichen worden.

„Alles andere wäre eine Überraschung“

Das Österreich um die Einstufung als Hochrisikogebiet herumkommt käme einer Überraschung gleich, bestätigen mehrere Quellen. „Wir haben schon im Vorfeld gehört, dass sie bisher nur verschoben wurde", zitierte ORF-Salzburg online den ÖHV-Vizepräsident und Landesvorsitzenden Walter Veit, zur bevorstehenden deutschen Entscheidung. „Das hat natürlich jetzt unmittelbare Auswirkungen auf den Start der Wintersaison.“ 

Bei einer Reisewarnung würden viele Urlauber mit Kindern unter zwölf Jahren oder ungeimpften Kindern den Winterurlaub in Österreich absagen. Zudem sei damit zu rechnen, dass die Regierungen der skandinavischen Länder und der Benelux-Staaten aber auch Großbritanniens nachziehen. Ohne staatliche Hilfe sei diese Krise für die Tourismusbranche nicht mehr zu bewältigen, so Veit: „Wir brauchen mindestens bis Saisonende die ermäßigte Mehrwertsteuer. Und wir brauchen zusätzliche Hilfen, damit wir die Mitarbeiter halten können und sie nicht komplett für die Branche verlieren.“ Verantwortlich sei letztlich die Politik, die die notwendigen Maßnahmen wieder verschlafen habe. Sie müsse nun auch für Unterstützung der Branche sorgen, so Veit.

Wintersaison trotz Reisewarnung

Christian Gantner, der Vorarlberger Landesrat für Tourismus, ist dennoch zuversichtlich. „Es wird eine Wintersaison geben, denn selbst wenn uns die Deutschen als Risikogebiet einstufen, gilt eine Quarantäneregelung nur für Ungeimpfte“, zitiert ihn die Kronen Zeitung (Donnerstag). Zwischen 85 und 90 Prozent der deutschen Gäste seien geimpft, nur 22 Prozent würden mit Kindern zwischen 12 und 16 Jahren anreisen – und auch hier liege die Impfquote bei 40 Prozent. 

Die Österreichische Hoteliervereinigung schlägt die Wiedereinführung der FFP2-Maskenpflicht in Hotels vor. „Gerade angesichts der steigenden Infektionszahlen wäre eine FFP2-Maskenpflicht beim Betreten allgemein zugänglicher öffentlicher Räume in Hotels ein zusätzliches Sicherheitsangebot unserer Hotels und ein Beitrag zur Eindämmung der Infektionszahlen in Österreich“, sagte ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer am Donnerstag laut einer Aussendung.

(APA/Red)

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