07.12.2020

Hotel Sacher "wird diese Krise überstehen"

Die Reserven sind da, um durch diese sehr schwierige Zeit zu kommen, sagt Sacher-Chef Matthias Winkler im Interview mit dem Ö1-Magazin Saldo. "Viele andere werden und müssen bereits jetzt hart kämpfen."

Durch dei Deckelung des Umsatzersatzes  auf 800.000 Euro aufgrund von EU-Vorgaben belaufe sich die Unterstützung "defacto in einem großen Hotelbetrieb wie in dem Hotel Sacher Wien auf circa 20,25 Prozent", so Winkler. Er sieht in den 80 Prozent Umsatzersatz für die Hotellerie keine Überförderung: "Wenn man sich den November anschaut, dann sieht das auf den ersten Blick fast wie Überförderung aus. Aber wenn man sich das ganze Jahr anschaut, merkt man, dass diese Branche vielleicht so stark wie keine andere getroffen ist und dass das notwendige Hilfsmaßnahmen sind."

Zuletzt machte das Hotel Sacher im Herbst Schlagzeilen, weil 140 Mitarbeiter an den Standorten Wien und Salzburg gekündigt werden mussten. "Da tut jeder Einzelne weh, und trotzdem musste diese Entscheidung getroffen werden. Am Ende des Tages bleibt aber stehen: Wir machen circa ein Viertel unserer Umsätze und konnten Dreiviertel unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen behalten." Das geschieht über Kurzarbeit.

Dabei wies Winkler auch auf die Dramatik der aktuellen Situation hin: "Wir haben letztes Jahr, in einem der besten Sacher-Jahre, fast 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Heute mussten wir welche kündigen. Die, die wir noch haben, wollen wir auf jeden Fall behalten. Und jene, von denen wir uns trennen mussten, wollen wir auf jeden Fall zurück haben." Er ist optimistisch, dass das zwar nicht nächstes Jahr, aber in den nächsten Jahren gelingen wird.

Seine große Hoffnung ist, dass es ab nächstem Jahr wieder konstant bergauf geht. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir nächstes Jahr wieder Gewinne schreiben können, das wird wohl ein paar Jahre länger dauern. Unsere Hoffnung ist, dass wir 2024/2025 zu jener Stärke zurückkehren können, die wir 2019 hatten."

 

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